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Theologische Revue, Heft 2/2008

[…] Die Debatte in der politischen Philosophie kreist um den politischenLiberalismus von John Rawls. Seit 35 Jahren wird dessen Ansatz einer kontraktualistisch gefassten ‚Theorie der Gerechtigkeit als Fairness’ von libertärer und kommunitaristischer, von anerkennungstheoretischer und feministischer Seite kritisiert. Der besprochene Bd ist ein weiterer Beitrag zu dieser Debatte. Sein Verdienst ist v.a., dass er Distanz zu kurzschlüssigen Standard-Argumenten hält und sauber die Strukturen v.a. des Kontraktualismus und des Capabilities approach herausarbeitet. V. a. letzterer wird in der Literatur (und v.a. in der deutschsprachigen Literatur) in der Regel in absurder und ärgerlicher Vereinfachung gerade so dargestellt, dass man ihn hinterher billig dekonstruieren kann. Der Vf. hält aber auch der umgekehrten Versuchung stand, die kontraktualistische Position so aufzubauen, dass sie aus der Perspektive Nussbaums und Sens leicht zu attakieren ist. Vielmehr baut er zwar keinen strengen Antagonismus zwischen Rawls und Nussbaum/Sen auf, arbeitet aber dafür umso schärfer jene (anthropologischen) Aspekte heraus, um die Nussbaum/Sen meinen, Rawls Liberalismus ergänzen zu müssen. So ist das Buch – mehr noch als für die wirtschaftsethische Debatte im Besonderen – für die sozialethische Debatte im Allgemeinen ein außerordentlich wertvoller Beitrag.


Christian Spieß
Münster


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Über den Autor/in

Jan-Hendrik Heinrichs

geb. 1975, studierte Angewandte Kulturwissenschaften an der Universität Lüneburg und...
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Rezension

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Theologische Revue, Heft 2/2008

[…] Die Debatte in der politischen Philosophie kreist um...

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