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Imo Moszkowicz (Hrsg.)Iris Nölle-Hornkamp (Hrsg.)

»Schlussklappe«

Ein Protokoll von Hoffnung und Verzagen
Reihe: Jüdische Schriftsteller in Westfalen
 2007, 334 S., kart.
 ISBN: 978-3-89785-427-7
 EUR 28,80

In dem Buch Schlussklappe dokumentiert Imo Moszkowicz seine gut 25 Jahre währenden intensiven Bemühungen darum, die Film- und Fernsehbranche davon zu überzeugen, dass das Buch von Marga Spiegel Retter in der Nacht unbedingt verfilmt werden sollte.

In diesem Buch schildert Marga Spiegel, wie ihre Familie von münsterländischen Bauern in den Jahren 1943 bis 1945 versteckt und so vor der Vernichtung bewahrt wurde: Eine tief beeindruckende Geschichte gelebter Humanität unter schwierigen und höchst gefährlichen Bedingungen, ein Zeugnis von Nächstenliebe und Zivilcourage, das auch heute noch beispielhaft sein kann.

 

Imo Moszkowicz schreibt in seinem Buch: »Im Westfalenland wurde bewiesen, dass Mitmenschlichkeit (oder Frömmigkeit?) die Historie auch in sanfteren Farben malen darf, und mir ist keine Lebensgeschichte aus unserem Lande bekannt, die heller leuchtet als das Verhalten dieser Bauern. Davon Kunde zu geben, ist wie ein Bericht vor dem jüngsten Gericht.«

 

In den Jahren dieser Bemühungen ist ein Drehbuch für einen Film entstanden, dessen Entstehung sich seinerseits wie ein eigenes Filmdrehbuch liest: Das Ringen des Regisseurs, des Produzenten, des Autors und des Dramaturgen um die richtige Form der Annäherung an den Stoff und dessen adäquate szenische Umsetzung.

 

Kurz vor dem Zeitpunkt der Publikation des Buches wurde mitgeteilt, daß die erarbeitete Drehbuchfassung, die komplett im Buch Schlussklappe abgedruckt ist, die Zustimmung durch die Filmstiftung NRW erfahren hat, die die Produktion des Filmes nun finanziell ermöglichte.

Unter Bauern Retter in der Nacht ist dieser Film, der am 8. Oktober 2009 in Deutschland in die Kinos kam.

 

»Nach prominenten Täterfilmen wie der Untergang ist es wichtig, wieder die Opfer des Nationalsozialismus ins Zentrum zu rücken. Marga Spiegels Buch tut dies auf eine besondere Weise, weil sie auch die Zivilcourage der Deutschen, die damals noch Gut von Böse unterscheiden konnten, hervorhebt. Es ist eine Geschichte aus Nordrhein-Westfalen, die Hoffnung verbreitet. Wir rechnen mit einem außergewöhnlichen Film!«, so Michael Schmid-Ospach, Geschäftsführer der Filmstiftung NRW.
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Ein Erinnerungsakt von unglaublicher Dimension, für den es keinen besseren Titel als den Begriff »Schlussklappe« gibt.

»Schlussklappe« bedeutet für mich als Regisseur auch immer ein Stück Erlösung von aberwitzigen Anstrengungen, sinnlosen Auseinandersetzungen und verzweifeltem Durchhalten.

 Durch dieses Buch gewinnt das Wort gesellschaftliche und politische Bedeutung.

Wenn Imo Moszkowicz nach so vielen Jahren die Chronologie eines Filmprojektes vorlegt, dessen Realisierung einst von einem öffentlich-rechtlichen Sender mit der Formulierung »weil wir den gesamten Themenkreis vorläufig nicht mehr strapazieren wollen« abgelehnt wurde und das erst heute, 26 Jahre später, Aussicht auf Realisierung hat, so entlarvt das auf erschreckende Weise den Zustand unserer Fernsehkultur zwischen Macht, Geschäft und Verantwortung.

Eberhard Hauff (Vorsitzender des BVR, Bundesverband der Film- und Fernsehregisseure in Deutschland e.V.)

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Wer sich mit dem Film »Unter Bauern  Retter in der Nacht« auseinandersetzen will, muß die Schlussklappe, die dramatische, ernüchternde, ja ergreifende Vorgeschichte dieses Films unbedingt kennen!

 

 
weitere Titel aus der Reihe Jüdische Schriftsteller in Westfalen

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Die Herausgeber/innen

Imo Moszkowicz

geboren am 27. Juli 1925 als Sohn eines jüdischen Schuhmachers in Ahlen|Westfalen. Nach der...
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Iris Nölle-Hornkamp

geb. 1956, Studium der Anglistik|Amerikanistik, Germanistik, Philosophie und...
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Inhaltsverzeichnis

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Einleitung

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Rezension

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Rezension

»Heimatpflege in Westfalen«, 20. Jahrgang - 4|2007

 

Erinnerungen an...

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