Vorwort

In: Das unbestimmte Ich
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Nachdem ich den Antrag für eine Drittmittelförderung für die vorliegenden Untersuchungen fertig gestellt hatte, dachte ich, dass eine solche Förderung eigentlich nun überflüssig sei. Zu ausgearbeitet, zu durchdacht schienen mir inzwischen die zentralen Gedankengänge zu sein. Ich hatte den Eindruck, dass ich all die Erkenntnisse und all die konzeptionelle Arbeit, die in den Antrag geflossen war, nur noch in ihrer vollen Tragweite ausformulieren müsste. Zum Abschluss des Projekts schien mir nicht einmal mehr die Arbeit eines Jahres notwendig zu sein. Lag ich falsch!

Gerade die Ausarbeitung der kantianischen Strategie (das Ergebnis der Paragraphen 5 bis 7) verlangte eine Neuausrichtung und vor allem eine Vertiefung der Kernargumentation meiner Überlegungen. Die zweite große Veränderung kam durch meine Lehrveranstaltung „Ich“ im Wintersemester 2018/19 an der Universität Heidelberg. Im Zuge der Vorbereitung dieses Hauptseminars stieß ich auf die Unmöglichkeit unserer Identität mit Systemen, die multiple Bewusstseinsströme aufweisen (das Ergebnis des Paragraphen 12). Dies führte zu einem zweiten Standbein für die zentrale These des Projekts – einem Standbein, das es ermöglichte, an vielen anderen Stellen (wie beispielsweise der Zurückweisung des Perdurantismus) einen deutlich eleganteren Weg zu nehmen, als ursprünglich gedacht.

Zuvorderst habe ich mich bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft für die großzügige Förderung dieses Projekts zu bedanken. Ohne diese Förderung wäre die vorliegende Schrift nie entstanden.

Zahlreiche Anregungen haben mir geholfen, das Projekt fertigzustellen. Mein besonderer Dank gilt den Gutachtern der DFG, deren ausführliche Rückmeldung mir half, für viele Fragestellungen erst das richtige Problembewusstsein zu entwickeln. Ebenso danke ich den vielen Kommentaren der Zuhörer meiner Vorträge auf den Joint Sessions der Aristotelean Society und der Mind Association in den Jahren 2012, 2013, 2018, 2019 und 2020 sowie den Teilnehmerinnen und Teilnehmern meiner Seminare an der Universität Heidelberg (besonders oben besagtem Hauptseminar „Ich“). Ihre klugen Nachfragen und stetiges Interesse haben mich gezwungen, Probleme tiefer zu durchdenken, als ich es wahrscheinlich nur für mich selbst getan hätte.

Für die Gestaltung der Abbildungen danke ich meinem Bruder René Herrmann. Bei Jörg Weiß möchte ich mich für die ausdauernde Hingabe und Akribie beim Aufspüren orthographischer Fehler herzlich bedanken.

Markus Herrmann

Heidelberg, September 2020