Die Begriffe von Krankheit und Gesundheit: Theoretische und normative Grundlagen in der aktuellen Diskussion zwischen Philosophie und Medizin

In: Philosophie der Medizin

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Zusammenfassung

Die Begriffe von Krankheit und Gesundheit sind sowohl die Schlüsselkonzepte der medizinischen Wissenschaft als auch zentrale Probleme in der medizinphilosophischen Diskussion. Der Beitrag gibt einen Überblick über die theoretische Entwicklung und den Diskussionsstand in Medizin und Philosophie mit dem Schwerpunkt auf der Entwicklung seit 1950 bis heute. Nach einer Analyse des begrifflichen Verhältnisses der beiden Grundkonzepte gibt der erste Hauptteil eine Rekonstruktion des derzeitigen theoretischen Paradigmas der Medizin, nämlich des Konzeptes der Krankheitsentität, seiner theoretischen Kriterien und seines Bezugs zu den normativ-praktischen Grundlagen der Medizin. Der zweite Hauptteil setzt bei der Diskussion seit der Mitte des 20. Jahrhunderts ein und gibt eine Rekonstruktion der in der medizinphilosophischen Diskussion vertretenen Hauptpositionen, insbesondere der Autoren H.T. Engelhardt, C. Whitbeck, C. Bootse und B. Gert. Im Ergebnis werden die Thesen vertreten, dass 1. das moderne Paradigma der Medizin ein theoretisch und praktisch extrem erfolgreiches Forschungsprogramm ist, das aber in der Gegenwart den Bezug zu den eigenen historischen und wissenschaftstheoretischen Voraussetzungen zu verlieren droht, und dass 2. die philosophischen Krankheitstheorien aufgrund diverser gravierender Fehlwahrnehmungen den Kontakt zur medizinischen Theorie und Praxis verloren haben und sich in einer Vielzahl unterschiedlichster philosophischer Positionen zu verlieren drohen, anstatt den Erfolg des wissenschaftlichen Paradigmas zu analysieren und dessen Möglichkeiten und Grenzen kritisch zu reflektieren.

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