»Genetische Verantwortung« – was kann das heißen?

In: Philosophie der Medizin

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Zusammenfassung

Die existenzielle Grundkonstellation des Ausgeliefertseins an die conditio humana und die Unverfügbarkeit des Lebens, Leibes und Lebensanfangs wird mit der biomedizinischen und biopolitischen Etablierung der prädiktiven Genetik, Pränataldiagnostik und des genetischen Wissens in Frage gestellt. Diese Praktiken zielen auf den Menschen als Lebewesen, um dessen biologische Substanz zu testen und Schicksalskontingenz zu vermeiden. Führt diese Vermeidung zu einem neuen Ausgeliefertsein an medizintechnische Praktiken? Wer hat in welcher Weise Verantwortung für den Lebensanfang eines Menschen? Die rezente biomedizinische und biopolitische Praxis, die die existenzielle Grundkonstellation der conditio humana zentral betrifft, provoziert auch über die Gegenbegriffe einer genetischen Verantwortung, nämlich genetische Verantwortungslosigkeit und Unverantwortlichkeit, nachzudenken. Hier möchte ich verstehen, wie die existenzielle Grundsituation – zwischen Ausgeliefertsein und Ermöglichung – durch die heutige genetische Pränataldiagnostiken verändert wird, um dann über die Frage nachzudenken, inwiefern für diese Praxis Verantwortung übernommen werden kann.

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