Ziele und Grenzen
Die Technisierung der Natur und des menschlichen Körpers droht außer Kontrolle zu geraten. Der Ethik muss es um Kriterien der Passung von Technik, Natur und Menschenwürde gehen. Ihre Methode ist eine historisch belehrte Vernunft. In der gegenwärtigen Phase der ökonomisch-technischen Entwicklung werden Natur und Mensch zunehmend zum Material der Perfektionierung. Spontaneität und Mannigfaltigkeit drohen zu verschwinden. Autonome Lebensführung wird technischen Imperativen der Leistungssteigerung unterworfen.
In diesem Buch geht es um Kriterien der Richtung und der Begrenzung technischer »Verbesserung«. Sie entstammen begrifflichen und historischen Überlegungen über eine erstrebenswerte (»gute«) Welt und die Rechte des Menschen. Dazu gehört eine Natur des Gedeihens mannigfaltiger Lebensformen und eine Kultur der Anerkennung von Menschenwürde und kultureller Vielfalt.
Eine Philosophie der Philosophie
Dieses Buch hat nicht die Form einer Monographie. Es ist ein philosophisches und zugleich literarisches Buch: Die fiktiven Philosophen Bill Headstrong und Wilhelm Kornblum ringen leidenschaftlich um ihren Lieblingsautor William James (1842-1910) und die eigentliche Bedeutung der Philosophie.
Ihre Arbeit an einem gemeinsamen Buch fußt auf bestimmten philosophischen Grundsätzen: So gehen beide davon aus, dass nur ein wahrer Mensch auch ein guter Philosoph sein kann, und dass philosophische Wahrheiten sich nur durch den ganzen Menschen samt seinen emotionalen Fähigkeiten erkennen lassen. Im Laufe ihrer Zusammenarbeit müssen Headstrong und Kornblum allerdings feststellen, wie verschieden sie diese Grundsätze auffassen. Letztlich wird ihr Buch in der ursprünglich geplanten Form nie erscheinen. Stattdessen präsentiert Vernunft und Temperament die von beiden Philosophen jeweils beigesteuerten Kapitel, in denen wesentliche existentielle Fragen behandelt werden, zusammen mit ihrem kontrovers geführten Briefwechsel.
Studien zu David Humes Semantik, Begriffslehre und Metaphysik
Dieses Buch untersucht Humes revolutionäre Theorie des begrifflichen Denkens. Das begriffliche Denken ist eine wichtige Tätigkeit des Geistes. Was genau geschieht im Geist, wenn wir diese Tätigkeit ausüben? Im Vergleich zu anderen Philosophen der Frühen Neuzeit hat Hume bei der Beantwortung dieser Frage eine größere Schwierigkeit: Humesche Ideen sind (anders als bei Descartes und Locke) rein phänomenaler Natur. Sie sind geistige „Bildchen“ ohne begriffliche Struktur. Wie soll das begriffliche Denken mit Hilfe derartiger Ideen möglich sein? Hume reagierte auf diese Herausforderung mit einem völlig neuartigen Ansatz und wurde zum Bahnbrecher einer moderneren Theorie des Denkens. Eine klare Einsicht in diesen Teil der Humeschen Philosophie ist zudem unentbehrlich für ein adäquates Verständnis seines Agnostizismus bezüglich der kausalen Kraft und seiner Metaphysik der Existenz.
Der Begriff der Person wird häufig im Bereich der biomedizinischen Ethik angewandt, wie vor allem in der Abtreibungsdebatte. Es wird immer noch kontrovers darüber diskutiert, ob ein Embryo als Person anzusehen ist.
Dieses Buch zeigt einerseits auf, dass der Begriff der Person keinen Beitrag zur Antwort nach dem moralischen Status eines menschlichen Wesens am Lebensbeginn leisten kann. Andererseits wird jedoch deutlich, dass dieser Begriff für den Respekt gegenüber menschlichen Wesen am Lebensende hilfreich ist. Was bedeutet Respekt vor der Autonomie von Personen bei der Sterbehilfe und was bedeutet Respekt gegenüber dementen Personen, die nicht mehr autonom sind? Bei der Beantwortung dieser Fragen spielt der Begriff der Person eine entscheidende Rolle. Dieses Buch soll einen Beitrag zur Verdeutlichung der Grenzen und Gültigkeit des Begriffs der Person in der biomedizinischen Ethik leisten.
Philosophy of Religion Meets Philosophy of Mind
Panpsychism has become a highly attractive position in the philosophy of mind. On panpsychism, both the physical and the mental are inseparable and fundamental features of reality. Panentheism has also become immensely popular in the philo-sophy of religion. Panentheism strives for a higher reconciliation of an atheistic pantheism, on which the universe itself is causa sui, and the ontological dualism of necessarily existing, eternal creator and contingent, fi nite creation. Historically and systematically, panpsychism and panentheism often went together as essential parts of an all-embracing metaphysical theory of Being.
The present collection of essays analyses the relation between panpsychism and panentheism and provides critical reflections on the significance of panpsychistic and panentheistic thinking for recent debates in philosophy and theology.
HerausgeberIn: Roman Mikulas
Metaphern begleiten unseren Alltag auf Schritt und Tritt, sie prägen unsere Wirklichkeit. Im metaphorischen Vollzug wird sichtbar, in welcher Weise unsere Orientierungsräume entstehen.
In diesem Band wird dieser Vollzug aus mehreren disziplinären Perspektiven beleuchtet. An und in Metaphern können wir den kommunikativ-konstruktiven Charakter der Wirklichkeit erkennen. Daher ist es angebracht, nach der Leistung der Metaphern zu fragen und danach, wie Metaphern unser Denken und Handeln ermöglichen und (re)strukturieren. Sie werden daher nicht als sprachliche System-Phänomene aufgefasst, sondern als eine besondere Art der Kopplung zwischen Kognition und Kommunikation. In dieser interdisziplinären Perspektive wird untersucht, wie Metaphern im Spannungsfeld zwischen Kognition und Kommunikation operieren und wie sie an dem, was wir Wirklichkeit nennen, konstitutiv beteiligt sind.
An integrated account of joint action
Without joint action, man’s cultural, scientific and everyday achievements would be unthinkable. What special cognitive abilities make it possible for this to happen so often and in so many ways? Dancing, waging war, building a castle together in the sandbox - joint action is a central component of everyday life and the success of mankind. This ability is based on special socio-cognitive abilities, the scope and interplay of which characterize the human species. Literature often focuses on the large and complex forms of joint action.
This book represents an attempt to present a philosophical reconstruction of joint action through an interdisciplinary investigation of small forms with few actors. This is suitable for explaining the behavior of children and adults, as well as for taking into account empirical results from related disciplines, especially developmental psychology.
A Plea for the Promotion of a Collective Solution
What ought individual agents do with regard to climate change? This book challenges the common intuition that every individual agent is morally required to do her bit by refraining from individual polluting actions and still does not leave individuals off the hook. Climate change requires an extremely ambitious, collective solution. This book defends the primacy of promotional duties and focuses on getting individuals as members of society involved. By taking a rights-based approach, it provides a profound normative basis to lead a heated discussion e.g. with regard to what can reasonably be demanded of individuals. Next to addressing duties of specific groups of agents such as young parents, this book aims to derive concrete recommendations for action. But, more broadly, it aims to empower individual agents to finally be able to make a meaningful difference in the global fought against climate change.
Eine wissenschaftstheoretische Untersuchung zu Intervention, Invarianz und Prognose
Sind die Wirtschaftswissenschaften eine Wissenschaft? Benedikt Fait stellt sich auf Grundlage kausaltheoretischer Überlegungen dieser Sichtweise entgegen und kommt zu einem überraschenden Ergebnis.
Ziel des Buches ist die Anwendung der zurzeit viel diskutierten interventionistischen Kausaltheorie (James Woodward) auf die Ökonomik. Diese Anwendung kommt zu dem Ergebnis, dass Kausalurteile in der Ökonomik nur unzureichend zu begründen sind. Auf Grundlage wissenschaftstheoretischer Überlegungen wird daher eine neue Perspektive auf die Ökonomik vorgeschlagen: Statt sich primär an den Naturwissenschaften zu orientieren, sollte sich die Ökonomik vielmehr als eine Art abstrakte Kunst oder abstraktes Handwerk begreifen, das in der handelnden Auseinandersetzung mit seinem Gegenstand – der Ökonomie – ein tendenziell idiographisches und daher nur bedingt verallgemeinerbares Erfahrungswissen eruiert.
Fünf Disziplinen - eine Familie?
HerausgeberInnen: Heiner Raspe, Hans Georg Hofer und Ulrich Krohs
Praxis und Wissenschaft – wie hängen sie zusammen, wenn man ihr Verhältnis von der Praxis her denkt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede ergeben sich hierzu zwischen klinischer Medizin, Psychotherapie, Rechtspflege, Seelsorge und Pädagogik? Alle fünf Disziplinen haben es seit jeher mit der „gebrechlichen Einrichtung der Welt“ zu tun. Ihr Umgang mit den ihnen aufgegebenen Patienten, Klienten, Mandanten, Trostsuchenden, Auszubildenden hat sich zunehmend verwissenschaftlicht, beschleunigt seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Zum einen nehmen sie fortlaufend Ergebnisse diverser Bezugswissenschaften in sich auf. Zum anderen ist und war ihre Praxis immer auch ein Ort eigenständiger empirischer Forschung und Theoriebildung. Eingeleitet wird der Band durch einen historisch-genealogischen Beitrag; den Schluss bildet ein wissenschaftstheoretischer, der sich noch einmal der Familienähnlichkeit der Disziplinen widmet.