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Author: Heinz Kampert
Dieses Buch weist nach, dass sich bei Aristoteles die Bestimmungen zu unterschiedlichen Formen von Gemeinschaft und zur Seelenlehre nur in wechselseitiger Abhängigkeit voneinander verstehen lassen. Darüber hinaus zeigt sich, dass diesem Verständnis des Gemeinschaftlichen und Individuellen eine holistische Ontologie und eine von ihr weitgehend unabhängige Ethikkonzeption zugrunde liegt. Schließlich wird über die Analyse der unterschiedlichen Formen menschlicher Eudaimonie und Autarkie die These begründet, dass eine an der aristotelischen Ethik und Politik orientierte Position gerade heute eine attraktive Alternative zu modernen deontologischen Ethikkonzeptionen und Vertragstheorien bildet.
Tarskis Definition & Tarskis Theorem
Author: Volker Beeh
Eine metaphysische Untersuchung
Series:  ethica, Volume: 6
Author: Barbara Guckes
Das Buch führt den Leser durch die sehr komplexe Freiheitsdiskussion insbesondere der letzten drei Jahrzehnte. In Auseinandersetzung mit den wichtigsten Freiheitstheorien wird entgegen allgemeiner Auffassung dafür argumentiert, dass unser wissenschaftliches Weltverständnis – ganz gleich, ob angenommen wird, dass das Geschehen determiniert oder dass es indeterminiert ist – nicht mit unserem Verständnis des Menschen als eines frei und verantwortlich handelnden Lebewesens vereinbar ist. So wird gegen eine lange Tradition der Selbstüberschätzung für ein bescheideneres Menschenbild geworben.
Die normative politische Philosophie ist aktueller denn je. Wie kaum eine andere philosophische Disziplin wird sie heute auch in der außerakademischen Öffentlichkeit wahrgenommen und diskutiert. Dies war nicht immer so. Erst vor etwa drei Jahrzehnten wurden die Fragen nach der Legitimität rechtsstaatlicher Institutionen und nach Umfang und Grenzen sozialer Gerechtigkeit wieder zu zentralen Bestandteilen der philosophischen Reflexion. Der sechzigste Geburtstag von Otfried Höffe, der an der Neubelebung der Diskussion einen wesentlichen Anteil hat, bietet einen geeigneten Anlaß zu einer Art Zwischenbilanz dieser Debatte. Die Autoren des Bandes setzen sich in ihren Beiträgen mit Modellen der politischen Philosophie auseinander und geben damit einen Einblick in die vielfältigen Formen, Argumentationen und Diskurse, in denen sich dieser Bereich philosophischer Theoriebildung heute präsentiert. Der thematische Schwerpunkt liegt dabei auf methodologischen Fragestellungen. Teil I beinhaltet Auseinandersetzungen mit einigen klassischen Modellen, die für die heutige Debatte von besonderer Bedeutung sind. Teil II widmet sich mit der Vertragstheorie einem der heute einflußreichsten Begründungsmodelle der politischen Ethik. Und im Mittelpunkt von Teil III steht die theoretische Tradition des politischen Liberalismus. Hier geht es auch um die Frage, welche Reichweite dem Prinzip der Gleichheit innerhalb liberaler Ansätze zukommen kann. Mit Beiträgen von: Reinhard Brandt, Volker Gerhardt, Stefan Gosepath, Wilfried Hinsch, Christoph Horn, Matthias Kaufmann, Wolfgang Kersting, Peter Koller, Jean-Christophe Merle, Annemarie Pieper, Thomas Pogge, Christof Rapp, Nico Scarano, Ludwig Siep, Ulrich Steinvorth.
Die kognitive Neurowissenschaft untersucht die Mechanismen des Wahrnehmens und Erkennens als Gehirnprozesse. In den letzten Jahren wurden dabei die Emotionen wiederentdeckt und ihre grundlegende, ja unverzichtbare Rolle im Verhalten und Handeln erkannt und gewürdigt. Nicht zuletzt durch diese neuen Ansätze haben auch Psychologie und Philosophie sich diesen lange vernachlässigten Phänomenen mit neuem Interesse zugewandt. Der vorliegende, interdisziplinäre Band gibt eine Übersicht über die Vielfalt dieser Ansätze und die dabei neu gewonnenen Einsichten und Erkenntnisse. Der erste Teil ist einführender Natur. Er gibt Auskunft über psychologische und entwicklungspsychologische Theorien der Emotion sowie über Beiträge neuer Methoden wie z.B. die funktionell bildgebenden Verfahren. Weiterhin werden spezifische Einzelthemen genauer erörtert, wie Emotionen bei Tieren, die emotionale Entwicklung im Kleinkindesalter sowie die neurobiologischen Grundlagen von Liebe und Lust. Der zweite Teil hat die Fehlfunktion von Emotionen zum Thema, etwa das Gebiet von Angst und Depression und das Phänomen der emotionalen Hemmung, sowie die Frage, inwiefern psychische Struktur und unbewußte Emotionen an der Genese krankhafter Phänomene beteiligt sind. Der dritte Teil schließlich umfaßt reflektierende philosophische Momente über das Verhältnis von Vernunft und Leidenschaft, die Affektenlehre von Kant und Hume, Emotionen im Kulturvergleich sowie die Frage nach der Natur künstlicher Gefühle.
From Descartes to the Present
This book is about the nature of sensory perception. Contributions focus on five questions, i.e.: (1) What distinguishes sensory perception from other cognitive states? Is it true, for instance, that perceptual content, in contrast to the phenomenal content of sensations like pain, always depends on the perceiver´s conceptual resources? (2) How do we have to explain the intentionality of perceptual states? (3) What is the nature of perceptual content? (4) In which sense do the objects of sensory perception depend on the constitution of the perceiver? How, for instance, do secondary qualities like colours, sounds and smells depend on the perception of human subjects? (5) How can we account for the intentionality of misperceptions? These questions are addressed through the interpretation of classical historical texts as well as in the context of systematical reflections. The authors: Margaret Atherton, Michael Ayers, Peter Baumann, Martha Brandt Bolton, Thomas Grundmann, Gary Hatfield, Rolf-Peter Horstmann, Andreas Kemmerling, Bertram Kienzle, Martine Nida-Rümelin, Dominik Perler, Jay F. Rosenberg, Katia Saporiti, Ralph Schumacher, Gerald Vision, Russel Wahl.
Nach der Shuttle-Katastrophe vom Februar 2003 stellt sich wieder verstärkt die Frage nach dem Nutzen und dem Sinn der Raumfahrt projekte. Diese anläßlich der ersten Mondlandungen Anfang der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts mit großer Heftigkeit diskutierte Frage ist jedoch bisher nicht wirklich einer seriösen Debatte unterworfen worden. Vielmehr wurde sie eher zufällig in den Massenmedien jener Zeit vielstimmig, freilich mit wenig fundierter Kompetenz geführt. Die Philosophie hat das Thema nahezu völlig ignoriert und erkennt in der Regel auch heute noch keinen “Handlungsbedarf”. Die vorliegende Studie widmet sich diesem wichtigen Thema, das den Lebensalltag der nächsten Jahrhunderte entscheidend bestimmen wird, ohne erneut in die alten Fallen einseitiger Argumentation zu geraten oder frohgemut in selbstgewählten Grotten der beschränkenden Beschaulichkeit zu verharren.
Eine Formalisierung von Kants Kategorischem Imperativ
Zu den kaum mehr in Frage gestellten Dogmen in der Diskussion um Kants Ethik gehört, dass der Kategorische Imperativ als Kriterium zur moralischen Entscheidungsfindung gerade durch seinen von Kant selbst herausgestrichenen Formalismus völlig untauglich sei. Dieses Dogma gerät hier auf den Seziertisch analytischer Philosophie. Kants originelle Idee, Ethik und Logik zu verbinden, wird verteidigt. Sie gründet auf wenigen Beziehungen: Moralisch gebotene Handlungen sind praktisch notwendig. Alle unmoralischen sind praktisch unmöglich, erlaubte Handlungen sind praktisch möglich. Das praktisch Mögliche läßt sich vernünftigerweise wollen, das praktisch Unmögliche aber läßt sich nicht widerspruchsfrei wollen. Die Forderung, nur so zu handeln, wie es jedem praktisch möglich ist zu handeln, nennt Kant den Kategorischen Imperativ. Die Anwendung des Kategorischen Imperativs, das Verallgemeinerungsverfahren, ist wie die Goldene Regel zum gedanklichen Allgemeingut geworden – und wie mit anderen Gemeingütern wird auch mit ihm oft wenig pfleglich umgegangen. Ziel der Arbeit ist eine rationale Rekonstruktion dieses Verfahrens. Mit den Mitteln der modernen Logik wird der Widerspruch im Willen präzise aufgeschlüsselt, es wird gezeigt, um welche Art von Widerspruch es sich dabei handelt, zwischen welchen Elementen er auftritt und ob er in allen und nur den Fällen unmoralischen Handelns auftritt. Zu den kaum mehr in Frage gestellten Dogmen in der Diskussion um Kants Ethik gehört, dass der Kategorische Imperativ als Kriterium zur moralischen Entscheidungsfindung gerade durch seinen von Kant selbst herausgestrichenen Formalismus völlig untauglich sei. Dieses Dogma gerät hier auf den Seziertisch analytischer Philosophie. Kants originelle Idee, Ethik und Logik zu verbinden, wird verteidigt. Sie gründet auf wenigen Beziehungen: Moralisch gebotene Handlungen sind praktisch notwendig. Alle unmoralischen sind praktisch unmöglich, erlaubte Handlungen sind praktisch möglich. Das praktisch Mögliche läßt sich vernünftigerweise wollen, das praktisch Unmögliche aber läßt sich nicht widerspruchsfrei wollen. Die Forderung, nur so zu handeln, wie es jedem praktisch möglich ist zu handeln, nennt Kant den Kategorischen Imperativ. Die Anwendung des Kategorischen Imperativs, das Verallgemeinerungsverfahren, ist wie die Goldene Regel zum gedanklichen Allgemeingut geworden – und wie mit anderen Gemeingütern wird auch mit ihm oft wenig pfleglich umgegangen. Ziel der Arbeit ist eine rationale Rekonstruktion dieses Verfahrens.
Grundlagen einer konstruktiven Theorie menschlichen Handelns
Author: Guido Löhrer
Das Buch handelt von den Grundlagen einer konstruktiven Theorie menschlichen Handelns. Diese werden in Auseinandersetzung mit prominenten gegenwärtigen Handlungstheorien und -logiken entwickelt und in bezug auf das Geben und Nehmen als Grundform eines aufeinander abgestimmten Gemeinschaftshandelns dargelegt. Konstruktiv – im Sinne der konstruktiven Mathematik – ist die Handlungstheorie, weil sie Handlungen nicht auf die Welt oder auf ein System möglicher Welten abbildet, sondern im Handlungswissen ihrer Agenten repräsentiert, das “praktisches Wissen” genannt wird. Jede Handlung führt zu einer Expansion, Revision oder zu einer Kontraktion dieses geteilten Handlungswissens. Konstruktive Handlungstheorie ist eine Theorie von Geist (mind) und Handlung. Für ihre technische Darstellung wird die Konstruktive Typentheorie des schwedischen Mathematikers und Philosophen Per Martin-Löf adaptiert. Das Buch diskutiert wichtige Positionen der gegenwärtigen handlungstheoretischen Diskussion und legt einen eigenen Ansatz vor. Dazu führt es in die Typentheorie ein und zeigt, wie das Phänomen menschlichen Handelns mit ihrer Hilfe analysiert und philosophisch erhellt werden kann.
Friedrich von Hardenbergs Naturphilosophie zwischen Empirie und alchemistischer Spekulation
Author: Ralf Liedtke
Nachdem Friedrich von Hardenberg, genannt Novalis, viele Jahre lang vorwiegend als ätherischer romantischer Geisterseher gehandelt wurde, wird sein naturphilosophisches Werk – ähnlich wie das des jungen Schelling – gegenwärtig auch von wissenschaftstheoretischer Seite neu entdeckt. Anhand der Studien zur Chemie und Alchemie, die Hardenberg als Bergbaufachmann betrieb, versucht die vorliegende Arbeit, ein ganzes Netz von Gedankengängen sichtbar zu machen, das sich bislang dem philosophiegeschichtlichen ebenso wie dem wissenschaftsphilosophischen Zugriff entzog. Über die übliche Einzeldarstellung hinaus wird die romantische Vernetzung der Diskurse anhand verschiedener von Novalis rezipierter Größen wahrgenommen (Kant, Fichte, Schelling, Baader, Eschenmayer, Sömmering, Chladni, Werner, Lampadius, Wiegleb u.a.), wobei auch neue Handschriftenfunde Berücksichtigung finden. Hardenberg selbst definiert die Chemie primär als eine Experimentier- und Erfindungskunst. Entsprechend hat sich eine chemisch orientierte Philosophie gezielt in den Dienst wissenschaftlicher Heuristik zu stellen, wobei auch die Brückenfunktion der mehrwertigen poetischen Sprache experimentell genutzt werden kann. Seine außergewöhnlich kreative und ingeniöse Denkform führt Novalis von der Chemie und deren thermodynamischen Grundlagen schließlich zur spekulativen Hypothese einer unbekannten, dem Vakuum entspringenden Urkraft des Universums. Im Anhang wird die in der historischen Tagespresse (“Reichsanzeiger”) geführte Diskussion zur Alchemie dokumentiert.