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  • 19th & 20th Century Philosophy x
  • Primary Language: German x
  • Status (Books): Published x
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Gibt es Regeln des Findens? In der Wissenschaftstheorie scheiden sich in diesem Punkt die Geister: vor allem kritische Rationalisten betrachten den context of discovery in erster Linie als ein Feld genialer, kreativer Einfälle, das allenfalls Thema einer Psychologie sein kann, für die Frage der logischen Rechtfertigung jedoch keine Rolle spielt. Dagegen werden in diesem Buch Bausteine einer rationalen Heuristik in der vormodernen Logik bei J. H. Lambert, J. F. Fries und B. Bolzano aufgewiesen. Die Problemgeschichte der logischen Methodenlehre zeigt, 1. dass die Lehre vom Finden (Heuristik) es nicht mit endgültiger Rechtfertigung, sondern mit begründeter Zustimmung unter Vorbehalt zu tun hat, 2. dass sich im Bereich begründeter Vermutungen nicht trennscharf zwischen Genese und Geltung der Erkenntnis unterscheiden lässt, 3. dass am Leitfaden einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Folgerungstypen in Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Rhetorik Regeln des Findens bestimmt werden können, 4. dass für begründete Vermutungen nicht dieselbe behauptende Kraft verlangt werden darf, die logisch gerechtfertigte Aussagen aufweisen.
Das Problem der Zuständigkeit bei der Behebung gravierender Übel
Die Schrift untersucht anhand eines Modellfalls gravierender Übel (existentielle Notlagen, von denen viele Personen betroffen sind), wer in welchem Ausmaß zur Übelbehebung verpflichtet ist. Es wird argumentiert, dass Individuen als Pflichtadressaten erhebliche Leistungen zu erbringen hätten. Dies gilt weitgehend unabhängig von einer spezifischen Moralkonzeption, soweit diese gewissen Adäquatheitsbedingungen genügt. Überforderungseinwände verschiedener Art können das Ausmaß der Verpflichtung nicht herabstufen. Allerdings entsteht, sofern Individuen als Pflichtadressaten angesehen werden, ein Koordinationsproblem: Das insgesamt beste Resultat wird unter Umständen verfehlt. Dies - und nicht etwa die hohe Belastung - rechtfertigt es, die Übelbehebung als gemeinsame Verpflichtung anzusehen. Da kollektive Entitäten keine eigenständigen Pflichtadressaten sind, kann eine gemeinsame Verpflichtung jedoch nur heißen, dass Personen qua Gruppenmitglieder angesprochen werden. Dennoch ergeben sich aus einer solchen Konzeption angesichts gravierender Übel anders geartete Pflichtinhalte - sowie bei geeigneten Bedingungen für ein gemeinsames Vorgehen auch eine Reduzierung des Pflichtausmaßes.
The Mind from an Epistemic Point of View
The book is a defense of intentionalism. According to intentionalism the phenomenal character of all mental states - such as thoughts, perceptions, emotions or bodily sensations - is determined by their intentional properties, that is by their meaning. Many philosophers of mind are attracted to intentionalism because they assume that an intentional description of mental phenomena contributes to a reduction of mental properties to physical properties. This book adopts a different point of view: We can see intentionality more fruitfully as the basis for a theory that explains how various different mental states are epistemically significant for us. Once we adopt an epistemological perspective on the mind, we can formulate an intentionalist theory that not only has more explanatory force, but is also more phenomenologically adequate than accounts available so far. The book has two parts: The first half is primarily a methodological analysis of how we should and should not study intentionality and discuss intentionalism. The second half begins the positive work of developing a successful intentionalist theory based on an enriched epistemic two-dimensional semantics for mental states.
Zur Wahrnehmung und Modellierung der geschichtlichen Welt
Interkulturelle Philosophie legt den historisch kontingenten und insofern mit dem partikulären Risiko der Fehlinterpretation behafteten und mithin dem Irrtum ausgesetzten Charakter einer philosophisch-historiographischen Praxis bloß, die alle nicht-europäischen philosophischen Traditionen nur vom Standpunkt der europäischen Philosophie(n) aus thematisiert und das tertium comparationis ausschließlich nur bei sich selbst dingfest macht. Diese Problemlage ist besonders auch für Logiken aufzuarbeiten. Logik ist nicht ein und für allemal gewählt und bleibt dann künftig unverändert erhalten. Vielmehr ist sie selbst geschichtlich verfaßt: Das Denken ist nicht nur das, was über alles, was es gibt und nicht gibt, denkt, es denkt auch insbesondere über sich selbst. Daher verändern sich nicht nur die Inhalte, über die gedacht wird, sondern es verändert sich auch die jeweilige geschichtliche Denkform, was fragen läßt: Können Erforschungen der Logik(en) zu Deutungen der kulturellen Geschichte(n) beitragen und umgekehrt Erforschungen der Geschichte(n) zu Deutungen der Logik(en)?
Die Sprache hat zwei Aspekte, die schwierig zu vereinen sind: Zum einen ist Sprache ein gemeinschaftliches Phänomen - wir benutzen sie erfolgreich, um Gedanken und Wünsche auszutauschen. Zum anderen sind nahezu alle unsere Begriffe persönlich geprägt - wir benutzen selbst alltägliche Begriffe in manchen Situationen anders als unsere Nächsten und Vertrauten. Wie ist es dennoch möglich, daß wir uns verstehen? Keine der gängigen Sprachtheorien kann das erklären. Weder können die Theorien sicherstellen, daß wir uns in der Bedeutung unserer Ausdrücke einig sind, noch, daß wir Zugang zu der abweichenden Bedeutung anderer Sprecher haben. Dieser pessimistischen Bestandsaufnahme Setzt der Autor ein positives Projekt entgegen: Er bedient sich mit der Prototypensemantik einer in der Sprachphilosophie oft ignorierten Sprachkonzeption, kombiniert sie mit Hilary Putnams Stereotypen und entwickelt so eine Theorie der Kernbedeutung, die das Verstehen in der alltäglichen Kommunikation erklären kann. Diese Kopplung von Verstehen und Kernbedeutung hat u.a. die methodologische Konsequenz, daß explizite Definitionen nicht notwendig für das Verstehen von Ausdrücken sind.
Emotionen, Werte und ihre Kritik
Editor: Barbara Merker
Gefühle und Emotionen stehen in einem engen Zusammenhang mit Werten: Sie beziehen sich auf das, was uns in einem positiven oder negativen Sinne werthaltig, wichtig, bedeutsam erscheint. Ein Blick auf das jeweils gefühlsmäßig Gefärbte erlaubt es daher, das Wertesystem von Individuen, Gruppen oder auch größeren sozialen, historischen und kulturellen Einheiten zu ermitteln. Die Beiträge dieses Bandes geben kontroverse Antworten auf folgende Fragen: Was ist ein angemessenes Verständnis von Gefühlen, Emotionen und Werten? Wie ist der Zusammenhang zwischen Gefühlen und Emotionen beschaffen? Wie verhalten sich beide zu anderen Arten psychischen Erlebens und zu Vorgängen im Körper? In welchem Verhältnis stehen sie zu Werten? Wie sollten Werteigenschaften ontologisch begriffen werden? Sind Gefühle Gründe und Motive für Handlungen? Wie können wir Gefühle miteinander teilen? Wie und zu welchem Zweck können und sollten wir sie erziehen und gestalten? Wie lassen sich Kriterien einer Kritik von Gefühlen bestimmen? In welchem Sinne kann es ›falsche‹ Gefühle geben? Mit Beiträgen von Martin Hartmann, Christoph Jäger & Anne Bartsch, Antje Kapust, Angelika Krebs, Hilge Landweer, Kevin Mulligan, Jan Slaby, Gianfranco Soldati, Achim Stephan und Christiane Voss.
Author: Fabian Wendt
Libertäre politische Philosophie ist ihrem Selbstverständnis nach freiheitsradikal. Abgesehen von einem Minimalstaat, der das Leben und Eigentum seiner Bürger schützt, soll in allen Bereichen der Gesellschaft laissez-faire herrschen. Aber ist ein solches Gesellschaftsmodell tatsächlich im Namen der Freiheit zu verteidigen? Das ist die erste Leitfrage dieses Buches. Zu ihrer Beantwortung analysiert der Autor zunächst den Begriff der Freiheit und den Begriff eines moralischen Rechts, um danach den Versuch zu unternehmen, mit diesen Begriffen eine allein auf einem moralischen Recht auf Freiheit basierende libertäre politische Philosophie zu rekonstruieren. Die erste Leitfrage wird letztlich affirmativ beantwortet: Der Libertarismus ist die reinste Philosophie der Freiheit. Doch stellt sich noch eine zweite zentrale Frage: Gibt es gute Gründe, sich diese Philosophie auch zu eigen zu machen? Es werden drei Begründungsversuche des Libertarismus diskutiert und am Ende als nicht erfolgreich zurückgewiesen. Das Buch schließt mit einem Ausblick, in dem für die Aufnahme eines starken Rechts auf Freiheit in eine pluralistische politische Philosophie geworben wird.
Zur neueren Debatte um Grundlagenfragen der Ethik
Author: Tatjana Tarkian
Was tun wir eigentlich, wenn wir moralische Urteile fällen, also etwa sagen, dass eine bestimmte Handlung moralisch geboten ist? Auf diese Kernfrage der Meta-ethik geben naturalistische und nonnaturalistische moralische Realisten auf der einen Seite und Expressivisten auf der anderen Seite ganz unterschiedliche Ant-worten. In diesem Buch wird eine alternative Position entwickelt. Danach drücken morali-sche Sätze wahrheitsfähige normative Propositionen aus, und die Wahrheit morali-scher Urteile besteht in ihrer stabilen gerechtfertigten Behauptbarkeit. Wahr sind gemäß dieser konstruktivistischen Sicht moralische Urteile dann und nur dann, wenn sie moralisch begründet werden können und gerechtfertigt behauptbar bleiben, gleichgültig, welche Einwände gegen sie erhoben werden und gleichgültig, wie sich das nichtmoralische Faktenwissen erweitert oder verbessert.
Sinneskanäle, Hirnwindungen und Grenzen der Wahrnehmung
Ist was wir wahrnehmen … … nicht wahr? Informationen, die wir über unsere Sinnesorgane erhalten, reichen in der Regel nicht aus, um ein vernünftiges Bild von der Außenwelt bereit zu stellen. Unser Gehirn filtert, selektiert und deutet die eintreffenden Sinnesdaten. Bewusst wird uns nur das Ergebnis dieses Prozesses. Dieses Wahrnehmungsergebnis beruht auf Hypothesen des Gehirns. Ist eine dieser Hypothesen falsch, kommt es zu einer Wahrnehmungstäuschung. Was wir wahrnehmen ist also … … nicht (immer) wahr! Täuschungen als bloße „Fehlleistungen“ abzutun, wäre aber verfehlt: Sie sind ein Triumph über ein auf den ersten Blick zwar nahe liegendes, aber letztlich wenig hilfreiches Konzept, die Welt einfach nur so genau wie möglich über die Sinne abzubilden. Relevant (etwa fürs Überleben) ist nicht in erster Linie, was „wahr“ ist, sondern was uns in die Lage versetzt, effektiv und sinnvoll auf unsere Umwelt zu reagieren. Wie kommt die Welt in den Kopf? Was macht das Gehirn daraus? Und welche Bedeutung hat all das für die menschliche Erkenntnisfähigkeit? Aktuelle Forschungsergebnisse liefern Grundlagen für die Debatte um das moderne Selbstverständnis des Menschen. Mit Beiträgen von Michael Bach, Heinrich H. Bülthoff, Hubert R. Dinse, Hinderk M. Emrich & Markus Zedler & Wolfgang Dillo, Karl R. Gegenfurtner & Alexander C. Schütz & Doris I. Braun, Hanns Hatt, Mirja Hubert & Peter Kenning, Birger Kollmeier, Bernd Lingelbach & Walter H. Ehrenstein jr., Michael Pauen, Wolf Singer
Typologie und Analyse metaphysikkritischer Argumente
Die Metaphysik als philosophische Disziplin ist wie kaum eine andere Disziplin von Legitimierungszwängen und Kritik begleitet. Diese Untersuchung ist durch die Beobachtung motiviert, dass wir in der Geschichte der Philosophie bis ins 20. Jahrhundert eine starke Front gegen die Möglichkeit, Berechtigung und Sinnhaftigkeit der Metaphysik vorfinden, in der gegenwärtigen Philosophie jedoch metaphysische Probleme wieder lebhaft diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Frage stellen, ob sich die Metaphysikkritik als obsolet und wirkungslos erwiesen hat oder ob es einige Ansätze gibt, die sich für die heutige Metaphysik-Diskussion als fruchtbar erwiesen haben. Diese Untersuchung zur Metaphysikkritik arbeitet eine umfassende Typologie von metaphysikkritischen Argumentationen und analysiert jeweils das Verhältnis von metaphysikkritischer Perspektive und zugrunde liegendem Philosophieverständnis. Metaphysikkritik, so die hier vertretene Auffassung, ist in den meisten Fällen in metaphilosophische Überlegungen eingebettet, die in diesem Buch für die ausgewählten Positionen sichtbar gemacht werden sollen.