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Fundamentalismus und Liberalismus unter Bedingungen bedrohter Autonomie
Was unterscheidet unsere Epoche von früheren? Das mehr oder weniger deutliche Bewußtsein der Fehlbarkeit all unserer inhaltlichen Urteile, unserer empirischen ebenso wie unserer moralischen Aussagen, und der Versuch, der Fehlbarkeit zu entkommen. Dem Bewußtsein unserer unaufhebbaren Fehlbarkeit hat Friedrich Nietzsche in einem Bild der Landlosigkeit und der Verlorenheit auf hoher See und Otto Neurath in einem ähnlichen Bild der Docklosigkeit unseres Lebens Ausdruck gegeben. Docklosigkeit ist daher das Emblem unserer Epoche. Diese Vermutung fordert dazu heraus, die seit Beginn der Moderne geäußerte Klage über den Verlust des Selbst, sein Zerriebenwerden in den eigengeSetzlichen Subsystemen moderner Gesellschaften, über die Unverbindlichkeit alles Wissens und aller Normen und über die moralische Schwäche des Liberalismus auf ihren Gehalt und ihre Berechtigung zu überprüfen. Der politische Fundamentalismus, der gegen unsere Docklosigkeit unfehlbare Wahrheiten behauptet, erweist sich als eine paradoxe Bewegung, da er individuelle Autonomie zugleich beschwören und brechen muß; der Liberalismus zeigt sich verwurzelt in einer prometheischen Metaphysik der Entfaltung aller Naturpotenzen und Wittgenstein, Popper und Rawls erweisen sich als Verteidiger einer Verbindlichkeit in Wissenschaft, Moral und sogar Metaphysik.
Über Rationalität, Selbstformung, Politik und Postmoderne
Author: Uwe Steinhoff
In der Wahl der eigenen Ethik liegt die größte, zumeist ungenutzte Möglichkeit menschlicher Selbstformung und Freiheit. Das Buch legt dar, wie eine solche Wahl zweckrational zu erfolgen hat und argumentiert, daß es für die meisten Menschen unter den meisten Umständen rational ist, sich eine liberale Ethik sowohl zu eigen zu machen als auch national und global zu fördern. Der Liberalismus baut allerdings auf gewisse in jüngster Zeit nicht unumstrittene GrundvorausSetzungen, insbesondere auf das autonome Individuum, die universalistisch verstandene Rationalität und den realistischen Wahrheitsbegriff. Diese VorausSetzungen werden gegen kommunitaristische und vor allem postmodernistische Einwände im Stile der Subjekt- und Rationalitätskritik verteidigt. Zudem werden sich oft als Alternativen zum Liberalismus darstellende postmodernistische Ethik- und Politikkonzeptionen wie u.a. die Derridas, Lévinas', Foucaults oder Lyotards im einzelnen analysiert und zurückgewiesen. Die Erörterung der möglichen institutionellen Formen einer liberalen politischen Ordnung gelangt schließlich zu dem Ergebnis, daß Institutionen allein zum Schutz und zur Radikalisierung einer liberalen Ordnung nicht ausreichen, auch nicht eine 'kritische Öffentlichkeit'. Vielmehr bedarf es wehrhafter Individuen. In der Entwicklung seiner Argumentation führt dieses Buch in direkter AuseinanderSetzung mit den aktuellsten philosophischen Debatten sowohl in ewige Themen der Philosophie ein als auch über bisherige ethische Ansätze hinaus.
Author: Sergio Galvan
Das vorliegende Buch bietet eine umfassende und technisch detaillierte Einführung in die Unvollständigkeit formaler Theorien und in die damit einhergehenden Probleme. Das Buch ist als ein Hilfsmittel konzipiert, das dem offenkundigen Bedürfnis vieler Studenten der Philosophie nachkommt. Der Autor führt in die notwendigen Techniken ein, um ein angemessenes und philosophisch fruchtbares Verständnis der Problematik der Unvollständigkeit formaler Theorien zu ermöglichen. Diese ZielSetzung kann nämlich nicht ohne eine solide Aneignung der technischen Aspekte dieser Fragestellung erreicht werden. Aufgrund dieser Aufgabenstellung verfolgt das Werk zwei grundlegende ZielSetzungen: Zum einen soll die Bedeutung der Unvollständigkeit formaler Theorien für das Hilbertsche Programm der finitistischen Formalisierung mathematischer Theorien aufgezeigt werden. Zum anderen sollen Implikationen herausgearbeitet werden, welche mit der Unvollständigkeit formaler Theorien für das allgemeine erkenntnistheoretische Problem der Grundlegung des Wissens zusammenhängen, sei es hinsichtlich der speziellen Form mathematischen Wissens, sei es hinsichtlich der Wissensformen ohne spezielle Rücksicht.
Editor: Thomas Rentsch
In diesem Buch wird die philosophische Grundfrage nach der Einheit der Vernunft neu gestellt und im Kontext der internationalen Gegenwartsdiskussion von namhaften Philosophinnen und Philosophen neu beantwortet. Angesichts sowohl der innerwissenschaftlichen und innerphilosophischen als auch der gesellschaftlichen und interkulturellen Ausdifferenzierungsprozesse, die die Umbrüche und Verwerfungen zu Beginn des 20. Jahrhunderts tiefgreifend prägen, ist die Frage nach der Einheit der Vernunft eine Herausforderung für das philosophische Denken. Die Beiträge thematisieren die Grundfrage im Blick auf das Philosophieverständnis, den Status apriorischen Wissens, die Philosophie des Geistes, den Ursprung von Normativität und Sollen, die Menschenwürde, im Blick auf die Liebe, die endliche Lebenszeit und das Verhältnis von Philosophie und Weisheit. Im Zentrum der Analysen steht das Verhältnis von Theorie und Praxis, die beide ohne normatives Fundament undenkbar sind. Der Band erscheint zum 70. Geburtstag von Friedrich Kambartel. Mit Beiträgen von: Christoph Demmerling, Gottfried Gabriel Matthias Gatzemeier Carl Friedrich Gethmann Peter Janich Thorsten Jantschek Wolfgang Kienzler Sebastian Knell Angelika Krebs Wilson P. Mendonca Barbara Merker Jürgen Mittelstraß Theda Rehbock Thomas Rentsch Hans Julius Schneider Pirmin Stekeler-Weithofer Reiner Wimmer
Der "ethical turn" als Herausforderung für die interdisziplinären Geschlechterstudien
Der 'ethical turn' fordert die Geschlechterstudien dazu heraus, zentrale ethische Begriffe, die auch in der Geschlechtertheorie eine wichtige Rolle spielen, neu zu bestimmen. Diese Herausforderung potenziert sich, wenn die philosophisch-ethischen Begriffe mit dem transdisziplinären Anspruch der Geschlechterstudien zusammen gedacht werden. "Geschlecht" als analytische Kategorie ethischer Forschung muss dabei von der philosophischen Ethik auf die inter- und transdisziplinäre Ebene der Ethik in den Wissenschaften transferiert werden. In diesem Band wird daher der Problemzusammenhang von Moralphilosophie, Geschlechterstudien und Wissenschaften aus drei unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Im interdisziplinären Gespräch werden geschlechtertheoretisch ausgerichtete Ethiken, wissenschaftstheoretische Ansätze in einzelnen Wissenschaften, die mit der Kategorie Geschlecht arbeiten, und Ansätze einer Ethik in den Wissenschaften exemplarisch zusammengeführt, mit dem Ziel, eine Modifizierung des Konzepts von "Ethik in den Wissenschaften" sowie eine Revision traditioneller feministisch ethischer Ansätze zu erreichen. Beispiele der Wissenschaftsgeschichte, der Biologie, der Hirnforschung, der Theologie, der Reproduktionsmedizin und Gendiagnostik zeigen, dass dies nicht unabhängig von konkreten Praxisfeldern geschehen kann.
Der Band geht aus einer interdisziplinären ethischen Perspektive der Frage nach, welchen kulturellen Ausdruck Gewalt erfährt und wie sie in den verschiedenen Wissenschaften bearbeitet, verarbeitet, bewältigt wird. Ein Schwerpunkt liegt auf den Literaturwissenschaften: Welche Rolle spielt Gewalt in Literatur und Film? Können Literatur und Film selbst Gewalt ausüben? Kommen Sprache und Kunst ohne Gewalt aus? In weiteren Beiträgen wird das Fragespektrum in einer historischen Skizze erweitert: Welche Mechanismen des Krieges und seiner Legitimation werden in der Geschichts- und der Politikwissenschaft beschrieben? Wie wird Gewalt in Philosophie und Theologie ethisch reflektiert? Und schließlich kommen verschiedene Formen der gesellschaftlichen Bewältigung von Gewalt in den Blick: Was hat es zu bedeuten, wenn wir in der Mathematik von zwingenden Beweisen reden? Ist die Gewalt der Wissenschaft immanent? Können Sport und Bildung Gewalt zu Kooperation transformieren? Oder stellt die Evolutionstheorie unsere Freiheit zur Gewalt und zur Gewaltlosigkeit in Frage? Der Schwerpunkt des Buches liegt auf einem philosophisch verankerten, literaturwissenschaftlichen und ethischen Zugang und nicht ausschließlich, wie bei den meisten anderen Veröffentlichungen, auf einem sozial- und politikwissenschaftlichen.
Author: Rainer Trapp
Die Arbeit betrachtet Fallkonstellationen - wie "ticking-bomb"- oder bestimmte Geiselentführungsszenarien -, in denen ein Täter schuldhaft irgendwelche unschuldigen Opfer in eine Lage gebracht hat, die ihren baldigen Tod zur Folge hätte, sofern der Täter nicht durch die Preisgabe geeigneter und zugleich unverzichtbarer Information ("Wo tickt die Bombe?", "Wo ist die Geisel versteckt?" u. ä.) an der Rettung der Opfer mitzuwirken bereit ist. Für Fälle, in denen der Täter dies ablehnt, definiert sie - in scharfer Abgrenzung zum Rechtsbegriff der Folter - den Begriff der "selbstverschuldeten Rettungsbefragung (SRB)" u. a. durch den Ausschluss anderer Befragungszwecke als demjenigen der Opferrettung, durch enge Grenzen der zulässigen Zwangsanwendung sowie insbesondere durch richterliche Kontrolle und die Dokumentation der Befragung in Ton und Bild. Neben einem Abriss der Geschichte "echter" Folter und ihrer diversen "klassischen" Zwecke, der Begründung der These, dass die aufklärerischen Ideen, die im 18. Jh. zur Abschaffung der Folter führten, keineswegs das strikte SRB-Verbot mit einschlossen, sowie einer kontraktualistischen Rechtfertigung von Menschenrechten, gemäss der SRB ethisch und rechtlich eindeutig zulässig wären, besteht der grösste Teil des Buches in der minutiösen Analyse und Zurückweisung aller dem Autor bislang bekannt gewordenen Einwände gegen die Legalisierung von SRB.
Die Deutungsoffenheit der Kunst
Worum geht es in der Kunst? Gibt es Schönheit, oder handelt es sich dabei nur um eine subjektive Illusion? Wie ist es möglich, dass wir Kunstwerke verstehen, aber typischerweise nicht angeben können, was sie bedeuten? Was ist überhaupt ein Kunstwerk? Gibt es die Kunst, oder gibt es nur Künste? Fragen wie diese haben die Philosophie, gerade auch die Analytische Ästhetik, immer wieder zu radikalen Antworten geführt, bis zu den Extremen des Zweifels an der Bedeutsamkeit oder gar der Existenz von Kunst, aber auch an der Leistungsfähigkeit der Philosophie in diesem Bereich. Gegen die Versuchung zur Kunst- und Kunsttheorieskepsis wird in diesem Buch die Notwendigkeit einer Ästhetik als Kunstphilosophie verteidigt. Diese muss Kunst holistisch als Institution begreifen, semiotisch-hermeneutisch als komplexe Zeichen- und Auslegungspraxis, ästhetisch als deutungsoffene Darstellung der conditio humana. Dabei zeigt sich, dass die Kunst nicht zufällig, sondern notwendig als geordnete Pluralität von Künsten existiert, wie romantische und idealistische Ästhetiker zu Recht behauptet haben. Das System der Künste muss jedoch mit Hegel historisch-genealogisch als offenes gedacht werden. Die genealogische Perspektive auf Kunst und Künste eröffnet auch eine neue Sichtweise auf die Leistung der Kunst-Avantgarden des 20. Jahrhunderts und auf die prekäre Situation der Kunst in der Gegenwart als einer fragilen, vom Verschwinden bedrohten Institution.
Gehirn und Willensfreiheit
Bewusst erlebten Willensentscheidungen gehen neuronale Bereitschaftspotentiale zeitlich voraus. Was bedeutet das für unser Verständnis menschlicher Freiheit? Wie verhält sich der Eindruck, "frei" entscheiden zu können, zur naturgesetzlichen Beschreibung des Menschen als materielles System? Diese im Kern alte Debatte hat durch die Neurowissenschaft der Gegenwart eine erneute Zuspitzung erfahren. Im vorliegenden Buch sind aktuelle Beiträge renommierter Autoren aus Psychologie, Philosophie des Geistes, Natur- und Rechtsphilosophie, Biologie, Soziologie und Moraltheologie versammelt. Dabei steht zum einen die Frage im Vordergrund, welche Vorstellungen menschlicher Freiheit mit einem determinierten Naturgeschehen verträglich sind und welche aufgegeben werden müssen. Zum anderen wird das Problem verfolgt, welche Grundlage für die Zuschreibung der Urheberschaft eigener Handlungen und damit für die persönliche Verantwortung des Menschen bleibt. Die Lösung dieses Problems entscheidet über die philosophische Begründung strafrechtlicher Praxis. Es genügt nicht, einen Standpunkt zu haben. Wer die Debatte um die Willensfreiheit verstehen will, muss die Argumente kennen. Dazu lädt dieses Buch ein. Mit Beiträgen von: Bernulf Kanitscheider Matthias Kettner Sabine Maasen Reinhard Merkel Wolfgang Prinz Eberhard Schockenhoff Holm Tetens Bettina Walde Wolfgang Walkowiak Franz Wunketits
Rationierung und Priorisierung im Gesundheitswesen
Rationierung und Priorisierung im Gesundheitswesen sind Begriffe aus einem politisch wie (rechts)ethisch hoch brisanten und strittigen Feld. Die Debatten über Methoden und Möglichkeiten fairer Leistungsbegrenzungen in der solidarisch finanzierten Gesundheitsversorgung werden auch in der Bundesrepublik Deutschland seit einiger Zeit kontrovers geführt. Die Beiträge des vorliegenden Bandes gehen zurück auf die Jahrestagung der Akademie für Ethik in der Medizin im Jahr 2004, bei der sich Philosophen, Juristen, Ökonomen, und Mediziner mit Problemen einer gerechten Verteilung von Ressourcen im Gesundheitswesen auseinander gesetzt haben. Das Spektrum der im Band behandelten Fragen reicht von philosophischen und rechtstheoretischen Grundlagenfragen der medizinischen Verteilungsgerechtigkeit bis zu konkreten praxisorientierten Überlegungen zu Priorisierungsverfahren, Verteilungskriterien und Implementation in der klinischen Versorgung.