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Der Einführung eines allgemeinen gesetzlichen Mindestlohns ging in Deutschland eine heftige Debatte voraus, die bis heute nicht verstummt ist. Neben ökonomischen und juristischen Überlegungen wurden auch Argumente aus dem philosophischen Gerechtigkeitsdiskurs bemüht. Ihre Verschiedenartigkeit zeigt, dass man auf die Frage nach dem gerechten Lohn und damit auch auf die Frage nach der Legitimität eines gesetzlichen Mindestlohns nur mit einer interdisziplinären Herangehensweise eine angemessene Antwort geben kann. Das Buch dokumentiert, wie auf der 2016 abgehaltenen Sommerakademie der Juristenfakultät Leipzig in Vorträgen und Diskussionen die Problematik einer Lösung näher gebracht wurde. F. Rödl stellt den gesetzlichen Mindestlohn in den Gesamtzusammenhang des geltenden Rechts und arbeitet die Bezüge zur ausgleichenden Gerechtigkeit heraus. Th. Petersen sichtet mit philosophischem Zugang den Ertrag der marxistischen Theorie für das Thema. H.-J. Bontrup setzt sich aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive mit der neoklassischen Theorie der Lohnfindung auseinander. Der Band schließt ab mit einem Beitrag von M. Köhler, dessen Lösungsansatz im Rahmen eines rechtsphilosophischen Gesamtkonzepts Aspekte der Tausch- und Teilhabegerechtigkeit integriert.
Eine Bestandsaufnahme in zehn Bänden
Die Neurowissenschaften schreiten voran, ihre Fragestellungen und Untersuchungsmethoden werden spezifischer. Es ist nicht leicht, den Überblick zu behalten. Physiologie, Psychologie, Evolutionsbiologie und Philosophie des Geistes haben ihre je eigenen Perspektiven, die nur gemeinsam ein umfassendes Bild vom Menschen ergeben. Das vorliegende Buchpaket dokumentiert die Entwicklungen des letzten Jahrzehnts in Originaltexten führender Experten des jeweiligen Gebietes. Die 10 Bände umfassen über 100 Fachbeiträge auf über 2400 Seiten. Sie bieten einen breiten Überblick über neuere Ergebnisse der Hirnforschung und ihre Relevanz für ein wissenschaftlich informiertes Menschenbild. Die Themenfelder u.a.: Sinneswahrnehmung, Bewusstsein, Willensfreiheit, Sprache, Kreativität, Emotion, Enhancement, Geschlechterunterschiede, Tierverwandtschaft und Sozialverhalten Die Autoren u.a.: Ansgar Beckermann, Dieter Birnbacher, Norbert Bischof, Brigitte Falkenburg, Angela Friederici, John-Dylan Haynes, Peter Janich, Holger Lyre, Klaus Mainzer, Hans Markowitsch, Albert Newen, Michael Pauen, Josef Reichholf, Gerhard Roth, Wolf Singer, Volker Sommer, Manfred Spitzer, Kai Vogeley, Eckart Voland, Gerhard Vollmer, Henrik Walter und Franz Wuketits
Eine Anthologie
Im Alltag wie auch in der Wissenschaft erlangen wir einen Großteil unseres Wissens durch die Worte anderer. Doch – geblendet vom Individualismus des ›Do-ityourself‹-Verfahrens in der Erkenntnistheorie – scheinen in der europäischen Philosophietradition Zeugnisse in Wort, Schrift und Bild als Voraussetzungen des Wissenserwerbs kaum eine Rolle gespielt zu haben. Erst in neuerer Zeit findet die Idee einer sozialen Epistemologie eine angemessene Beachtung. Doch das Bild von der zeugnisvergessenen Philosophietradition trügt. Diese Anthologie unternimmt daher erstmals eine Spurensuche zur philosophischen Thematisierung von Zeugenschaft seit der Neuzeit und bezieht dabei auch zeitgenössische Autoren mit ein. Anhand konkreter Quellen wird gezeigt, dass es eine reichhaltige Geschichte der philosophischen Reflexion von Zeugenschaft gibt, deren zentrale Positionen erschlossen werden. Dabei stellt sich eine grundlegende Mehrdeutigkeit des Phänomens der Zeugenschaft heraus: In den vielfältigen Konstellationen des Glaubenszeugnisses, des Gerichtszeugnisses, der Zeitzeugenschaft und des Opferzeugnisses verschlingen sich jeweils Ethik und Episteme, Sozialphilosophie und Erkenntnistheorie miteinander. Zeugenschaft, so zeigt sich, ist nicht auf das epistemologische Problem des Wissens durch die Worte anderer zu reduzieren.
Author: Sabine Hohl
Sollten Individuen angesichts des drohenden Klimawandels ihre persönlichen Treibhausgasemissionen einschränken? Ist es moralisch problematisch, ein unter ungerechten Arbeitsbedingungen produziertes Kleidungsstück zu kaufen? Die Beantwortung dieser Fragen hängt davon ab, inwiefern wir als Individuen für moralische Übel mitverantwortlich sind, die durch eine Vielzahl von Akteuren gemeinsam verursacht werden. Die Herausforderung für eine Begründung individueller Verantwortung besteht darin, dass Handlungen wie das Fahren eines Autos mit hohem Treibhausgasausstoß oder der Kauf eines unter ungerechten Bedingungen hergestellten Kleidungsstücks scheinbar keinen Einfluss auf die relevanten Übel haben: Ob ich als Individuum diese Handlungen ausführe oder nicht, ändert – so scheint es – nichts am kollektiven Ergebnis, und so entsteht der Eindruck, dass die Basis für die Zuschreibung moralischer Verantwortung fehlt. In diesem Buch wird gezeigt, dass Individuen zu kollektiv verursachten Übeln in einer Weise beitragen, die moralische Verantwortung begründet. Zudem wird diese auch dadurch nicht aufgehoben, dass andere Akteure nicht bereit sind, Beitragshandlungen zu Übeln zu unterlassen.
Aktuelle Perspektiven – Klassische Problemvorgaben
Dieser Band vereinigt Beiträge von Forschern aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zu zentralen kinderethischen Fragestellungen. Der erste Teil des Bandes ist grundlagentheoretischen Themen der Kinderethik gewidmet, der zweite Teil enthält Beiträge zu domänenspezifischen bzw. anwendungsbezogenen Fragen. Zu den im Band diskutierten Fragestellungen gehören u. a. die folgenden: Lässt sich Paternalismus gegenüber Kindern rechtfertigen? Wie ist der Begriff des Kindeswohls zu bestimmen? Welche Rechte sollten Kinder haben? Verfügen Kinder über Menschenwürde? Inwieweit sind Kinder als politische und moralische Akteure anzusehen? Wie sollten die teilweise zueinander in Spannung stehenden Rechte, Pflichten und Interessen des Staates, der Eltern und der Kinder austariert werden? Welche Erziehungspraktiken seitens der Eltern sollte der Staat tolerieren? Welche Werte und Ziele der Kindererziehung darf oder sollte der Staat vorgeben? Was bedeutet Gerechtigkeit für Kinder konkret, z.B. mit Bezug auf Kinderarmut oder die Stellung von Kindern im Wahlrecht? Zu den von den Autorinnen und Autoren vertretenen wissenschaftlichen Disziplinen zählen Philosophie/ Ethik, Erziehungswissenschaft, Rechtswissenschaft, Entwicklungspsychologie, Soziologie und Kindheitsforschung.
Neue Perspektievn auf Gareth Ecans' Philosophie
Der englische Philosoph Gareth Evans starb 1980 im Alter von nur 34 Jahren. Gleichwohl hinterließ er maßgebliche philosophische Beiträge in den Bereichen Logik, Metaphysik, Sprachphilosophie und Philosophie des Geistes. Der Zugang zu Evans’ Philosophie wird jedoch erschwert durch den teilweise unabgeschlossenen Charakter seines Hauptwerkes The Varieties of Reference sowie durch die unterschiedlichen Diskussionskontexte, in denen sich sein Einfluss manifestiert. Dieser Band macht es sich zur Aufgabe, Evans’ Philosophie ausgehend von ihren Wurzeln in ihrem systematischen Zusammenhang zugänglich zu machen und die Relevanz seiner Positionen im Hinblick auf aktuelle philosophische Diskussionen zu verdeutlichen. Schwerpunktthemen sind Evans’ Neo-Fregeanische Konzeption der Referenz und seine Theorie der hinweisenden Bezugnahme, Evans’ Wahrnehmungstheorie zwischen Begriffen und Nicht-Begrifflichkeit sowie seine Überlegungen zu Selbstreferenz und Selbsterkenntnis.
Zum Modellcharakter der kantischen Gegenstandskonstitutionstheorie
Bildmodelle sind seit jeher in wahrnehmungs- bzw. bewusstseinstheoretische Untersuchungen eingegangen; die kantische Gegenstandskonstitutionstheorie ist bisher jedoch nicht in den Fokus einer bildtheoretisch ausgerichteten Studie geraten. Die Rekonstruktion eines ›versteckten‹ Bildes, die in dieser Studie gelingt, beleuchtet insofern einen bisher übersehenen Aspekt der kantischen Theorie des Aufbaus der gegenständlichen Welt in der Kritik der reinen Vernunft. Kernstück des Buches ist der Aufweis, dass die kantische Theorie eine mediale Instanz beinhaltet, die den Ort einer Bildoberfläche einnimmt und eine strukturelle Affinität zu ihr aufweist: die Anschauungsmannigfaltigkeit. Indem die Anschauungsmannigfaltigkeit mithilfe von Stilkategorien der formalen Ästhetik stilistisch analysiert und anschließend in die Nähe zu konkreten Bildoberflächen gesetzt wird, tritt das ›versteckte‹ Bild gleichsam anschaulich hervor. Mit ihrem innovativen Brückenschlag zwischen Kant-Interpretation und bild- und kunsttheoretischer Untersuchung stellt die Studie sowohl einen systematischen Beitrag zur Kant-Forschung als auch einen Beitrag zur aktuellen bildtheoretischen Debatte dar.
Entwurf einer analytischen Transzendentalphilosophie
Author: Peter Rohs
Die Zeitbestimmungen, die in dem sogenannten »Verfließen der Zeit« begründet sind (wie die vergehende Gegenwart), spielen für unsere geistige Existenz eine fundamentale Rolle. In dem Buch soll gezeigt werden, dass sich wesentliche Eigenarten unserer Erkenntnisfähigkeiten, aber auch die kausale Wirksamkeit des Geistes in der physischen Welt auf dieser Grundlage befriedigend verstehen lassen. Ein starker Freiheitsbegriff, der die Möglichkeit einschließt, etwas Neues zu beginnen, kann auf diese Weise gerechtfertigt werden. Das Ergebnis ist ein nicht-naturalistischer Dualismus, freilich nicht der Substanzen, sondern der zeittheoretischen Basis entsprechend der Prozesstypen. Ein solcher Dualismus, der weder den Gesetzen der Physik noch den Tatsachen der Evolution widerspricht, erlaubt es, an den herkömmlichen Merkmalen von Personalität festzuhalten.
Eine kritische Studie zu John Searles Theorie institutioneller Realität
Author: Lisa Marani
Searles einflussreiche Institutionentheorie gibt eine Antwort auf die Frage, auf welche Weise Institutionen wie Sprachen, Spiele, Geld und Eigentum in ihrer Existenz von handelnden Personen abhängen. Zentral für seine Theorie ist der Begriff der konstitutiven Regel. Wir verhelfen der institutionellen Realität zur Existenz, indem wir Regeln akzeptieren, die für viele unserer alltäglichen Handlungen konstitutiv sind: Ohne die Akzeptanz dieser Regeln könnten wir weder Versprechen geben noch könnten wir Geschenke machen, Äpfel kaufen oder Poker spielen. Daraus ergeben sich nach Searle wichtige Konsequenzen für die Frage, welche Rechte und Pflichten Personen im Rahmen von Institutionen haben. Die Autorin analysiert Searles Begriff der konstitutiven Regel, diskutiert die von verschiedenen Seiten geübte Kritik an Searles Unterscheidung zwischen konstitutiven und bloß regulativen Regeln und geht der Frage nach, wie man dafür argumentieren kann, dass es Regeln gibt, die für eine Aktivität konstitutiv sind. Aufbauend auf der Analyse des Begriffs der konstitutiven Regel wird eine Antwort auf die Frage gegeben, in welchem Sinne institutionelle Tatsachen als normative Tatsachen bezeichnet werden können. Diese Frage ist interessant, weil Searles institutionelle Tatsachen eine grundlegende Rolle für unser Handeln spielen.
Subjektivität als minimales Selbstbewusstsein
Author: Daniel Wehinger
Gibt es Erleben ohne Selbstbewusstsein? – In der gegenwärtigen Philosophie des Geistes wird diese Frage fast durchweg bejaht. Phänomenalität und Selbstbewusstsein werden als getrennte Phänomene behandelt, wobei das Hauptaugenmerk dem phänomenalen Bewusstsein gilt. Gegen eine solche Zweiteilung der Bewusstseinsproblematik wendet sich dieses Buch. Argumentiert wird für einen inneren Zusammenhang zwischen Phänomenalität und Selbstbewusstsein. Alles Erleben enthält demnach ein minimales Bewusstsein meiner selbst. Insofern meine Erfahrungen subjektiv sind, insofern sie sich für mich auf eine gewisse Art und Weise anfühlen, gehen sie mit einem präreflexiven Selbstbewusstsein einher. Dieses präreflexive Selbstbewusstsein stellt eine grundsätzliche Herausforderung für den Naturalismus dar. Sowohl die klassischen Higher-order-Theorien als auch die jüngeren selbstrepräsentationalistischen Ansätze scheitern an ihm. Selbstbewusstsein, so zeigt sich, steht im Zentrum der Bewusstseinsproblematik. Das Phänomen des Erlebens lässt sich nicht ohne das Phänomen des Selbstbewusstseins erklären.