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Instrumentelle Rationalität als Problem für den Naturalismus?
Instrumentelle Rationalität ist ein alltägliches Phänomen. Wir fragen uns oft, was wir tun sollten, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, oder was das beste Mittel zur Realisierung eines bestimmten Plans ist. In diesem Buch wird zunächst gezeigt, dass dieses alltägliche Phänomen den Vertretern eines naturalistischen Weltbilds erhebliche Probleme bereitet, da keine der naturalistischen Standardtheorien dem normativen Charakter instrumenteller Rationalitätsurteile gerecht wird. Doch das bedeutet nicht, dass wir die Existenz mysteriöser nicht-natürlicher Tatsachen anerkennen müssen. Der expressivistische Ansatz, der im zweiten Teil des Buchs entwickelt wird, demonstriert, dass sich die genuine Normativität von Rationalitätsurteilen durchaus mit einem metaphysischen Naturalismus vereinbaren lässt. Zudem eröffnet dieser Ansatz neue Perspektiven auf das Verhältnis von Moral und Rationalität und ermöglicht es, die Sonderstellung des instrumentellen Prinzips innerhalb der Rationalitätstheorie befriedigend zu erklären.
Ethical and social consequences of neuroscientific progress
Advances in the neurosciences have ethical and social implications which need careful consideration from an interdisciplinary perspective: The present book allows readers with different backgrounds gaining a better understanding of recent progress in the neurosciences and their implications. It first introduces to thinking in applied ethics and offers an approach that does justice to challenges from the neurosciences. State-of-the-art scientific work is discussed with respect to its implications for the individual and society. Methods of brain monitoring are explained looking at potentials and limitations as well as at implications of applications. Second, the wide field of brain manipulation is analysed with a focus on psychopharmacological enhancement. The discussion includes investigation of our capacity to handle the options opened to us, safety issues, the role of social pressures, equality of opportunity and distributive justice, as well as questions of the concept of normality, authenticity and naturalness. The book highlights crucial challenges for the individual, policy, law, and society emerging from neuroscientific and neurotechnological advances.The approach avoids problematic neuro-reductionism and is aware of promises and perils of neuroscientific progress. It thus balances overly sceptical with overenthusiastic positions by offering a profound analysis of scientific and ethical issues.
An Essay on Space and Time
The book serves a twofold purpose. Firstly, it provides an introduction to classic and modern themes of the philosophy of space and time. Secondly, it presents a novel theoretical perspective on the field as the author develops his own position. Taking as a point of departure the seemingly naïve question How big is a thing?, Wyller argues that the particular size of spatially extended objects can neither be an intrinsic property of objects nor a relation between physical objects. Similar to the particular duration of events, the size of spatially extended objects is accessible only to embodied subjects. Consequently, determinate extension in space and time is essentially indexical, inconceivable in a world without human beings. The book requires no prior academic knowledge of philosophy or science, as all crucial concepts of relativistic physics, phenomenology and transcendental philosophy are carefully introduced and explained.
Zum Projekt einer Begründung der Logik im Anschluß an Fichtes "Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre"
Fichte führt seine Wissenschaftslehre mit der erstaunlichen Behauptung ein, durch sie werde die formale Logik und an erster Stelle der Satz der Identität (A = A) begründet. In diesem Buch wird dieser Begründungsanspruch ernst genommen und so für ein neues und vertieftes Verständnis von Fichtes „Grundlage der gesamten Wissenschaftslehre“ fruchtbar gemacht. Die Klärung der Frage, inwieweit Fichtes Begründungsanspruch sinnvoll und berechtigt ist, führt in einem ersten Schritt zum Nachweis, daß die Logik aufgrund einer Antinomie des Begriffs der Selbstidentität und der mit ihr verwandten semantischen Antinomien einer Begründung bedarf. In einem zweiten Schritt wird daher eine Theorie entwickelt, der zufolge die transzendentalen Bedingungen unseres Erkennens und Handelns darauf beruhen, daß wir als handelnde Wesen unvermeidliche Widersprüche bewältigen müssen. Probleme wie etwa die der Freiheit und Autonomie, des Verhältnisses von Idealismus und Realismus, der Objektivität und des Wissens werden dabei in einen systematischen Zusammenhang gebracht, der sich an entscheidenden Stellen als derjenige der Fichteschen Theorie des absoluten und dennoch endlichen Ich identifizieren läßt und so zu deren Rekonstruktion dient.
In politischen Zeitenwenden bricht sich ein grundlegend neues Verständnis von Recht gegenüber der überkommenen Ordnung Bahn. Dieser Widerstreit findet seine besondere Ausprägung meist im Strafrecht. Dieser Band geht daher zunächst auf die Frage ein, wie sich der in weltpolitischen Wendezeiten aufbrechende Konflikt unterschiedlicher Rechtsprinzipien im Strafrecht niederschlägt. Das moderne Strafrecht fußt auf dem Denken der Aufklärung, ihrem Kampf gegen religiös motiviertes Strafrecht, die Todesstrafe und die Folter. Das ist Thema des zweiten Abschnitts dieses Bandes. Besonderer Anlaß seiner Publikation war das 20. Jubiläum der friedlichen Revolution. Am 9. 10. 1989 leiteten 70.000 Bürgerinnen und Bürger in Leipzig mit einer gewaltfreien Demonstration das Ende der SED-Herrschaft ein. Das gibt den Anstoß, sich mit den rechtsphilosophischen Wurzeln des zivilen Ungehorsams und seiner strafrechtlichen Relevanz auseinanderzusetzen. Kennzeichen von Zeitenwenden ist es ferner, die in der überwundenen alten Ordnung erduldete Repression als strafwürdiges Unrecht abzuurteilen. Dies wird in diesem Band anhand der Mauerschützenprozesse diskutiert. Auch der Angriff auf das World-Trade-Center am 11. 09. 2001 läutete eine neue Ära globaler Herausforderungen ein. Seitdem sieht sich die Weltgemeinschaft mit einem neuartigen Terrorismus bisher ungeahnten Ausmaßes konfrontiert und reagiert darauf mit einer Verschärfung auch des Strafrechts und der polizeilichen und geheimdienstlichen Überwachung.
Ethische, rechtliche und soziale Aspekte der Kommerzialisierung des menschlichen Körpers und seiner Teile
HerausgeberInnen: Thomas Potthast, Beate Herrmann, und Uta Müller
Die 'Ressource Mensch' wird zunehmend Gegenstand wirtschaftlicher Interessen, obwohl doch der Körper nicht als Ware verfügbar sein soll. Welche Gründe stehen hinter dem Kommerzialisierungsverbot des menschlichen Körpers und welchen Bestand haben diese Gründe angesichts der Hoffnungen und Heilserwartungen, die sich mit der Nutzung von Körpersubstanzen und Organen verbinden? Im Spektrum von Begründungen, Grenzen und Reichweiten des Kommerzialisierungsverbots verknüpfen sich Aspekte der Philosophie, hier insbesondere der Anthropologie und der Ethik, der Rechtswissenschaft sowie kultur- und medizinhistorische und soziologische Fragestellungen. Der Band dokumentiert Beiträge von VertreterInnen aus diesen Fachdisziplinen, die die genannten Fragen gemeinsam sowohl in ihren wissenschaftlich theoretischen Aspekten als auch in ihrer gesellschaftlichen Relevanz und Brisanz erarbeitet und diskutiert haben. Die Aufsätze betreffen die philosophischen Grundlagen der Verfügung über den Körper, systematische und historische Aspekte des kommerzialisierten weiblichen Körpers, aktuelle Normbildungsprozesse und Modalitäten der Körperkommerzialisierung und als konkrete Praxisfelder rechtliche und ethische Probleme der postmortalen und der Lebendorganspende sowie der Verwertung und Lagerung von Körpersubstanzen in Biobanken. Dabei wird ein Spektrum von Positionen deutlich, zugleich aber auch klar, welche relevanten Aspekte in der aktuellen und künftigen biopolitischen Debatte um die Körperkommerzialisierung zu berücksichtigen sind. Mit Beiträgen von R. Beck, G. Böhme, M. Braig, D. Busch, A. Buyx, D. Dickenson, B. S. Dörr, B. Herrmann, K. T. Kanz, R. Lutz, U. Müller, T. Potthast, S. Romagnoli, K. Sabisch, M. Saborowski, I. Schneider, E. Schnorrenberg, J. Simon und J. Robienski, C. Ullrich, U. Winkler und S. Wöhlke.
Neurotechnik und Neuroethik
HerausgeberInnen: Helmut Fink und Rainer Rosenzweig
Dieses Buch handelt von der wachsenden technologischen Verfügbarkeit des Gehirns und dem dringenden Bedarf an ethischer Verständigung, der daraus resultiert. Neue Entwicklungen an der Schnittstelle von Neurowissenschaft, Medizin und philosophischer Ethik wirken hinein in den Alltag, in Politik und Gesellschaft. Je besser die physiologischen Grundlagen und funktionalen Prinzipien des Gehirns erforscht werden, desto weiter reichen die Möglichkeiten zum technischen Eingriff. Cochlea-Implantate für Hörgeschädigte und Psychopharmaka für Depressive sind erst der Anfang. Neuroprothesen und Neuropharmaka gelten als zukunftsträchtige Anwendungen der Hirnforschung. Doch was therapeutischen Zwecken dient, kann auch zur Leistungs- und Luststeigerung Gesunder eingesetzt werden. Das kommende 'Neuro-Enhancement' zwingt dazu, ethische Fragen neu zu stellen: Wie sind die Wirkungen und Nebenwirkungen für Individuum und Gesellschaft zu bewerten? Welche Anwendungen sind möglich, erlaubt, wünschenswert oder gar geboten? Welche Zugangsmöglichkeiten sind gerecht? Die Antworten sind mit dem Menschenbild rückgekoppelt. Mit Beiträgen von Andreas Büchner, Peter Fromherz, Bernward Gesang, Thomas Kammer, Thomas Metzinger, Gert Pfurtscheller, Klaus Peter Rippe, Stephan Schleim, Cornelius Schwarz, Rüdiger Vaas, Henrik Walter.
Typologie und Analyse metaphysikkritischer Argumente
Die Metaphysik als philosophische Disziplin ist wie kaum eine andere Disziplin von Legitimierungszwängen und Kritik begleitet. Diese Untersuchung ist durch die Beobachtung motiviert, dass wir in der Geschichte der Philosophie bis ins 20. Jahrhundert eine starke Front gegen die Möglichkeit, Berechtigung und Sinnhaftigkeit der Metaphysik vorfinden, in der gegenwärtigen Philosophie jedoch metaphysische Probleme wieder lebhaft diskutiert werden. Vor diesem Hintergrund lässt sich die Frage stellen, ob sich die Metaphysikkritik als obsolet und wirkungslos erwiesen hat oder ob es einige Ansätze gibt, die sich für die heutige Metaphysik-Diskussion als fruchtbar erwiesen haben. Diese Untersuchung zur Metaphysikkritik arbeitet eine umfassende Typologie von metaphysikkritischen Argumentationen und analysiert jeweils das Verhältnis von metaphysikkritischer Perspektive und zugrunde liegendem Philosophieverständnis. Metaphysikkritik, so die hier vertretene Auffassung, ist in den meisten Fällen in metaphilosophische Überlegungen eingebettet, die in diesem Buch für die ausgewählten Positionen sichtbar gemacht werden sollen.
HerausgeberInnen: Marius Backmann und Jan G. Michel
Die Debatten zu den Themen Physikalismus, Willensfreiheit und Künstliche Intelligenz stehen seit einigen Jahren im Mittelpunkt der Philosophie des Geistes. In den Debatten um den Physikalismus geht es dabei u.a. um folgende Fragen: Lässt sich alles, was es gibt, physikalisch erklären - auch der menschliche Geist? Lässt sich alles auf das Physische reduzieren? Ist der Bereich des Physischen kausal geschlossen? Realisiert das Physische das Mentale? Wie lässt sich mentale Verursachung erklären? In den Debatten um Willensfreiheit fragt man sich: Sind wir physikalisch determiniert? Können wir freie Entscheidungen treffen? Sind wir für unsere Handlungen verantwortlich? Wie verhalten sich Freiheit und Determinismus zueinander? Welchen Beitrag kann die empirische Forschung leisten? In den Debatten um Künstliche Intelligenz werden diese Fragen verhandelt: Können Maschinen denken? Unterscheiden sich Menschen von Maschinen? Sind uns Computer geistig überlegen? Stellt maschinelle Intelligenz ein Modell für menschliche Kognition dar? Welchen wissenschaftlichen Nutzen kann Künstliche Intelligenz haben? Zu jedem der drei Themen Physikalismus, Willensfreiheit und Künstliche Intelligenz bietet das Buch drei Originalbeiträge von renommierten Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen sowie jeweils einen kritischen Kommentar. Auf diese Weise soll deutlich werden, dass die drei Themen nicht nur eng miteinander zusammenhängen, sondern auch interdisziplinär von großem Interesse sind.
Zur Unerlässlichkeit einer materialen Theorie des Guten im Bereich des Gerechten
Muss nicht gerade eine Rechtfertigung von Chancengleichheit, dem Sinnbild distributiver Unparteilichkeit, einen Rekurs auf umfassende Konzeptionen des Guten vermeiden und so auch methodisch der Neutralitätsidee folgen? Und steht nicht der politische Perfektionismus zu Recht in dem Ruf, notwendigerweise paternalistisch und parteilich zu sein, weil er uns auf eine übergreifende Vorstellung des guten Lebens festlegt? Weder das eine noch das andere ist der Fall. In einer Analyse liberaler Chancengleichheitskonzepte und sensibel gegenüber den verschiedenen Varianten des Perfektionismus zeigt dieses Buch, warum ein Perfektionismus zur Begründung von Chancengleichheit nötig und wie dies möglich ist, ohne den Vorrang des Rechten vor dem Guten zu brechen und in die moralische Selbstbestimmungshoheit der Bürger einzugreifen. Die perfektionistischen Prämissen konkurrierender liberaler Ansätze werden offengelegt und einem Test unterzogen, der sich am anti-paternalistischen und anti-elitären Impetus des Neutralitätsgebots orientiert. Die Annahmen, die ihn bestehen, dienen dem Entwurf eines perfektionistischen Chancengleichheitsmodells, das die neutralistischen Bedenken ernster nimmt als der Liberalismus selbst.