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Grundfragen der Wirtschafts- und Unternehmensethik
HerausgeberIn: Wolfgang Kersting
Im Rahmen einer AuseinanderSetzung mit den Stärken und Schwächen einer ökonomischen Ethik werden die wesentlichen ethischen Positionen vorgestellt, die in der wirtschaftSethischen Diskussion im deutschsprachigen Raum entwickelt worden sind. Es werden die Grundfragen der Wirtschafts- und UnternehmenSethik diskutiert, der Wert des Vertrauens erörtert und der sozialen Verantwortung von Wirtschaftsunternehmen nachgegangen. - - - Mit Beiträgen von Ingo Pies - Peter Ulrich - Michael S. Aßländer - Andreas Georg Scherer Wolfgang Kersting - Ludger Heidbrink - Andreas Suchanek - Rainer Hank - Birger P. Priddat - Philipp David - Werner Theobald
Zur Physik und Philosophie der allgemeinen und der speziellen Relativitätstheorie
Einsteins Theorien haben weitreichende Konsequenzen für unser Weltverständnis. Nach gängiger Auffassung hat Einstein nachgewiesen, dass unsere natürliche Auffassung von Raum und Zeit die Realität in grundlegender Weise verfehlt. Aufgrund einer vorsichtigen wissenschaftstheoretischen Analyse zeigt der Autor, dass die relativistische Sicht in mancher Hinsicht überzogen ist. Das Buch wendet sich an philosophisch interessierte Physiker und physikalisch interessierte Philosophen, ermöglicht aber auch einen ersten Einstieg in Einsteins mathematisch komplizierte und philosophisch nicht leicht durchschaubare Theorien. Detaillierte Argumente führen den Autor zu Resultaten, die der Standardsicht teilweise radikal widersprechen.
Zur moralischen Bewertung der Reduktion wesentlicher tierlicher Eigenschaften
Die Erzeugung transgener Tiere nimmt in der Tierethik eine Sonderstellung ein, da sie in vielen Fällen über das pathozentrische Ziel der Vermeidung tierlicher Leiden hinausweist. Besonders deutlich wird dies im Hinblick auf eine mögliche Reduktion wesentlicher tierlicher Eigenschaften wie des Sehvermögens. Auch wenn das Tier selbst keine Minderung seines subjektiven Wohlergehens wahrnimmt, wäre ein solcher Eingriff für viele Menschen moralisch höchst bedenklich. Dieses Buch geht der Frage nach, wie diese intuitive Ablehnung bestimmter Formen der genetischen Veränderung von Tieren aus tierethischer Sicht zu bewerten ist. Handelt es sich dabei um einen ernstzunehmenden moralischen Einwand oder weist das Unbehagen lediglich auf einen Verstoß gegen unser ästhetisches Empfinden oder unsere Wahrnehmungsgewohnheiten hin? Wie könnte ein tierethischer Ansatz aussehen, der den besonderen moralischen Herausforderungen der Gentechnik gerecht wird? Und wie plausibel sind die in der tierethischen Diskussion bisher vorgeschlagenen Lösungen, die sich z.B. an den Kriterien der tierlichen Würde oder Integrität, an einem umfassenden Wohlergehenskonzept oder am tierlichen Telos orientieren?
Werturteile, insbesondere ethische, kennzeichnen zwei Begriffsmerkmale: Sie sind wahr oder falsch und sie liefern einen Grund, entsprechend zu handeln. Laut Standardauffassung der Handlungstheorie liefern Überzeugungen alleine keinen Handlungsgrund. Werturteile drücken jedoch gemäß erstem Merkmal Überzeugungen aus. Sie liefern daher bei Standardauffassung keinen Handlungsgrund - im Widerspruch zum zweiten Merkmal. Dieser lässt sich nur vermeiden, indem man eines der beiden Merkmale als Schein entlarvt oder die Standardauffassung aufgibt. Im ersten Teil werden die Merkmale präzisiert und es wird begründet, warum sie kein Schein sind. Die Ansätze, die von einem Schein ausgehen, werden zurückgewiesen, so dass nur eine Non-Standardauffassung als Auflösung des Widerspruchs in Frage kommt. Der zweite Teil widmet sich der Wahrheitsfähigkeit von Werturteilen. Denn gemäß einer verbreiteten Ansicht impliziert deren Wahrheitsfähigkeit einen mit großen Schwierigkeiten behafteten Werte-Realismus. Es wird jedoch gezeigt, wie die Non-Standard-Lösung gerettet werden kann, indem Wahrheit für Werturteile nicht als Übereinstimmung mit der Realität, sondern als nicht-revidierbare Form gerechtfertiger Behauptbarkeit gefasst wird.
Patientenperspektiven in der Gendiagnostik und Albert Camus' Konzepte zum Absurden. Eine empirisch-ethische Interviewstudie
Dieses Buch untersucht Lebenssituationen von Menschen, die sich für oder gegen die Inanspruchnahme von genetischen Tests entschieden haben. Es zeigt auf, dass genetische Tests und Pränataldiagnostiken zu Grenzsituationen auf Seiten der Betroffenen führen können. Dazu verlässt es den Sprachgebrauch der biomedizinethischen Debatte und bedient sich der Sprache des Philosophen Albert Camus, um dessen Konzepte von Absurdität zur Analyse von gendiagnostischen Grenzsituationen fruchtbar zu machen. Patientengeschichten werden unterschiedlichen Arten von Absurditäten zugeordnet, gleichzeitig werden Patienteninterviews mit Protagonisten der Camus'schen Werke verglichen. Die Resonanzen dieser Analyse bereichern die laufende Debatte zu genetischen Tests in innovativer Weise: Es wird unter anderem ausgeführt, wie Patienten zwischen Entscheidungen und Entfremdungen gefangen sein können und inwiefern die menschliche Fähigkeit der narrativen Rekonstruktion ganz entscheidend zur Verarbeitung von absurden Lebensereignissen beiträgt. Es wird weiter deutlich, dass die existenzielle Kategorie der "Absurdität" generell eine vernachlässigte Größe im medizinischen Alltag darstellt.
Die Gedanken und Gefühle anderer
HerausgeberIn: Ricarda Schubotz
Was wissen wir schon voneinander? Nicht viel, und doch genug, um damit das tägliche Miteinander irgendwie zu bestreiten. Wir schreiben uns dabei selbst und anderen immer wieder mentale Zustände zu - Meinungen, Wünsche, Hoffnungen und anderes mehr - und versuchen damit, Handlungen und Entscheidungen zu erklären, zu rechtfertigen oder vorherzusagen. Unter den fachenglischen Etiketten Theory of Mind, Mind Reading oder Mentalizing erleben derzeit insbesondere philosophische, psychologische und neurowissenschaftliche Disziplinen eine neu aufkeimende Begeisterung an der Frage, wie es denn möglich ist und vor sich geht, dass wir andere verstehen, dass wir von ihren inneren Zuständen wissen. Empirische Befunde aus der Tierforschung und der bildgebenden Forschung am Menschen haben dieser erkenntnistheoretischen Frage neue Impulse gegeben, deren Wirkung sich noch nicht voll entfaltet hat. Der von der Arbeitsgruppe 'Other Minds' der Jungen Akademie in Berlin initiierte Band bietet eine Plattform für den zwischenfachlichen Dialog über das Fremdpsychische: Beiträge aus Philosophie, Medizin, Psychologie, Biologie, Soziologie und Literaturwissenschaft informieren einerseits über die fachspezifischen Fragen, Betrachtungen und Untersuchungen und sollen andererseits helfen, den Tunnelblick auf das Thema über die Fächergrenzen hinweg zu erweitern.
Dass man seine Versprechen halten muss, weiß jedes Kind. Philosophen geraten indes ins Straucheln, wenn sie zu erklären versuchen, was ein Versprechen überhaupt ist und warum moralisch falsch handelt, wer es bricht. Norbert Anwander diskutiert systematisch die klassischen Positionen zu Versprechen, Setzt sich kritisch mit ihren aktuellen Vertretern auseinander und legt eine alternative Theorie vor. Im ersten Teil dieses Buches wird untersucht, was Versprechen gegenüber Phänomenen wie Ankündigungen oder Gelübden auszeichnet, und aufgezeigt, was dafür spricht, das Versprechen als gemeinsame Willensbindung zu analysieren. Einsichten aus den Diskussionen um Normativität und praktische Rationalität können uns verständlich machen, in welcher Weise wir per Willensdekret Verpflichtung zu schaffen vermögen. Der zweite Teil befasst sich mit der moralischen Bedeutung von Versprechen. Anwander argumentiert, dass es bei der moralischen Pflicht, sein Versprechen zu halten, um die Achtung von Autonomie geht. Noch vor allen anderen Erwägungen sind wir es der Person, gegenüber der wir ein Versprechen eingegangen sind, schuldig, ihre Autonomie zu respektieren.
Linguistic, Logical, and Phenomenological Studies in Support of a Third Way Beyond Dualism and Monism
In this collection of essays, I endeavour to found a novel stance concerning the relationship between subjectively experienced consciousness and objectively observable occurrences in the CNS (‘consciousness-brain’ problem). Although, from antiquity up to the fashionable though in my eyes highly dubious ‘neurophilosophical’ approaches of our days, this problem has found innumerable answers, most of them – and, as far as I can see, all of them that are presently being discussed by mainstream philosophers and empirical scientists – may be roughly subsumed under the well-known generic labels of either ‘dualism’ or ‘monism’ (or hybrids of them). Objecting simultaneously to both of these overall positions – all variants of which, I think, may gain whatever little appearance of acceptability they have at all mainly in the light of the shortcomings of their respective opposites –, I am going to suggest trying out a ‘third way’ beyond monism and dualism, which I propose to call ‘complementaristic’ in much the sense of Niels Bohr’s. This requires a fundamental reassessment of some of our most deeply ingrained and practically never challenged preconceptions in the philosophy of mind.
Die menschliche Affektivität im Kontext einer neo-existentialistischen Konzeption von Personalität
Gefühle spielen eine zentrale Rolle für die menschliche Weltorientierung in Erkennen, Entscheiden und Handeln. Gefühl und Weltbezug untersucht den grundlegenden Zusammenhang zwischen der Affektivität und denjenigen Merkmalen des Menschen, die seine personale Existenz ausmachen. Ein im Anschluss an Heidegger und Tugendhat entwickeltes anti-cartesianisches und neo-existentialistisches Verständnis von Personalität bildet den Rahmen der Untersuchung und hilft, die Gefühle des Menschen in dem für ihre Thematisierung angemessenen Kontext zu situieren. Die Untersuchung ist gleichermaßen von analytischen wie phänomenologischen Tendenzen inspiriert und überwindet damit die Engführungen vieler Fachdebatten. Die verschiedenen Arten der menschlichen Gefühle werden als Erscheinungsformen einer grundlegenden Affektivität erwiesen, die zu jeder Zeit im Wachleben gesunder Personen auftritt. Das zentrale Merkmal der Affektivität ist die Ermöglichung eines spezifischen wertenden Welt- und Selbstbezugs. Von einem 'Gegensatz zwischen Vernunft und Gefühl' kann hingegen keine Rede sein: Gefühle können, ihre angemessene Kultivierung vorausgeSetzt, selbst wichtige Erscheinungsformen der menschlichen Vernunft sein und kognitive Leistungen erbringen, zu denen ein 'gefühlloser Verstand' allein nicht in der Lage wäre.
Über die Funktion von Gerechtigkeit
Gerechtigkeit ist der Kitt der Gemeinschaft. Debatten um Gerechtigkeit entstehen, wann immer sich zwei oder mehr Parteien in einem Interessen-konflikt befinden. Solche Debatten haben die Funktion, zu einer Lösung beizutragen, die von allen Beteiligten akzeptiert wird. Die Gewissheit jedes Einzelnen, dass dabei seine Stimme gehört wird, festigt die soziale Bindung. Der Kampf um Gerechtigkeit stellt eine ständige Anstrengung dar, das Zu-sammenleben gerade dann zu ermöglichen, wenn es durch Konflikte er-schwert wird. Martin Kaluza legt eine systematische Untersuchung über Natur und Funk-tion der Gerechtigkeit vor. In einem ausführlichen Praxisteil veranschauli-chen drei konkrete Beispiele die theoretischen Überlegungen: die Rolle in-ternationaler Strafgerichtshöfe, der Kampf um den Sozialstaat und die Auswirkungen des Patentrechts auf die Versorgung mit Medikamenten in Entwicklungsländern.