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Eine Analyse des kognitiven Werts der Literatur
Series:  Explicatio
Eine Grundmotivation, sich mit fiktionaler Literatur zu beschäftigen, liegt in ihrer Fähigkeit, uns Lebenswahrheiten zu vermitteln, die Welt aus einer anderen Perspektive zu zeigen und unseren Erfahrungshorizont zu erweitern. In all diesen Fällen handelt es sich um Metaphern, die auf die kognitive Relevanz unserer Auseinandersetzung mit literarischen Werken hinweisen. Die Erklärung dieser Metaphern kann nicht nur unsere Beschäftigung mit fiktionaler Literatur, sondern auch den Begriff der Erkenntnis und seine Vielfalt erhellen. In diesem Buch wird eine akkurate Analyse des kognitiven Werts fiktionaler Literatur unternommen. Neben der Vermittlung von Wahrheiten und propositionalem Wissen steht im Mittelpunkt des Buches die Untersuchung von Erkenntnisformen, welchen bislang eher wenig Aufmerksamkeit zuteil wurde. Vor diesem Hintergrund werden perspektivische, phänomenale, empathische und ethische Erkenntnisse in Betracht gezogen. Es sind insbesondere die letztgenannten Erkenntnisformen diejenigen, die für die Literatur kennzeichnend sind und die es uns ermöglichen, über uns selbst hinauszuschauen und unsere Existenz in verschiedener Form zu bereichern.
Author: Ursula Franke
Die These der Erfindung der Ästhetik durch Alexander Gottlieb Baumgarten wird in diesem Buch in einem anspruchsvollen Sinn verstanden und begründet: In Baumgartens Aesthetica zeichnet sich erstmals ein Verständnis der Kunst als Darstellung des Absoluten ab. das im Deutschen Idealismus ausdrücklich zum Tragen kommt und die neuzeitliche Kunstphilosophie bis heute nachhaltig beeinflusst. Dem Buch beigegeben sind neunzehn Schaubilder von Nicolas Kleinschmidt, welche die Architektur von Baumgartens Aesthetica graphisch veranschaulichen und so den Zugang zu diesem klassischen Text der europäischen Kunstphilosophie erleichtern.
Author: Martin Pleitz
The Liar paradox arises when we consider a sentence that says of itself that it is not true. If such self-referential sentences exist – and examples like »This sentence is not true« certainly suggest this –, then our logic and standard notion of truth allow to infer a contradiction: The Liar sentence is true and not true. What has gone wrong? Must we revise our notion of truth and our logic? Or can we dispel the common conviction that there are such self-referential sentences? The present study explores the second path. After comparing the Liar reasoning in formal and informal logic and showing that there are no Gödelian Liar sentences, the study moves on from the semantics of self-reference to the metaphysics of expressions and proposes a novel solution to the Liar paradox: Meaningful expressions are distinct from their syntactic bases and exist only relative to contexts. Detailed semantico-metaphysical arguments show that in this dynamic setting, an object can be referred to only after it has started to exist. Hence the circular reference needed in the Liar paradox cannot occur, after all. As this solution is contextualist, it evades the expressibility problems of other proposals.
Aufklärung in Zeiten des Populismus
Heute drängt sich die Frage auf, ob nicht die Aufklärung in westlichen Gesellschaften ihre Überzeugungskraft verloren hat. Verschwörungstheorien werden als Welterklärung angeboten, Fakten zählen immer weniger, nicht zuletzt, weil sie durch das World Wide Web in ihrer Überkomplexität zugleich dauerpräsent sind und in virtuellen Welten sofort wieder relativiert werden. Damit umzugehen, überfordert immer mehr Menschen.
Die Frage: „Was sollen wir tun, wenn Argumente scheitern?“ sucht nach neuen Formen des Umgangs mit Faktenresistenz. Wenn Argumente scheitern, sind es dann die falschen Argumente? Oder gibt es unterschiedliche Ökosysteme der Rationalität, die überhaupt erst neu zu entdecken wären? Ist mit den gescheiterten Argumenten die argumentierende Philosophie selbst am Ende?
Begriff – Hermeneutik – Analyse
Series:  Explicatio
Wie kann man erklären, dass ein Autor – wie der Schriftsteller Christian Kracht im Jahr 2012 – für einen seiner Romane eine merkwürdig rassistische Sprache verwendet, seine Begeisterung für die Symbole nationalistischer Parteien äußert, deshalb mit dem Vorwurf einer rechten Gesinnung konfrontiert wird, und dennoch von der literarischen Öffentlichkeit vom Vorwurf einer rechten Gesinnung freigesprochen wird? Die Antwort lautet: Es ist ein Fall von subtiler und provokativer Selbstdarstellung. Dass sich Autoren auch mit ihren literarischen Werken selbst inszenieren, ist ein Gemeinplatz. Wie Selbstdarstellung funktioniert, die als Medium der Selbstdarstellung auch fiktionale Texte einsetzt, konnte die Literaturwissenschaft dennoch weder beschreiben noch erklären. Das liegt insbesondere daran, dass mit dem Dogma vom ›Tod des Autors‹ der Autor – zumindest in der Theorie – kategorial aus der Textanalyse ausgeschlossen wurde. Das Buch stellt deshalb die längst überfällige Interpretationstheorie der Selbstdarstellung mit literarischen Werken zur Verfügung und demonstriert in einer Fallstudie zur Selbstdarstellung in Christian Krachts Romanen deren Leistungsfähigkeit.
Eine Einführung in die Gedankenwelt der Vorsokratiker
Dieses Buch ist eine Einführung in die Gedankenwelt der Vorsokratiker, geschrieben von einem der besten Kenner der antiken Philosophie: Übersichtlich, klar und zuverlässig informiert dieses Buch über bedeutende vorsokratische Philosophen des 6. und 5. Jhdt. v. Chr.: Über Thales von Milet, Pythagoras, Heraklit, Parmenides bis zu Demokrit und den Sophisten. Aus einer souveränen Synopse entwickelt es die großen Linien und damit ein kohärentes Bild der vorsokratischen Gedankenwelt. Dieses Buch richtet sich an alle, die sich für die Anfänge der Philosophie in Griechenland interessieren. Als Vorsokratiker bezeichnet man jene Philosophen des 6. und 5. Jh. v. Chr., deren Ideen denen der klassischen Philosophie von Platon und Aristoteles vorausgingen. Die Erforschung der Geschichte der Vorsokratiker ist bis heute eine Domäne der Gräzisten, nicht der Philosophen. Doch die Vorsokratiker wollten nicht nur Meinungen äußern, sondern Erkenntnisse vermitteln, und das in nahezu allen wichtigen Bereichen der Philosophie: Der Naturphilosophie, der Erkenntnistheorie, der Sprachphilosophie, der Religionsphilosophie und der Mathematik. Will man ihnen gerecht werden, muss man sich daher auf die Wahrheitsfrage einlassen. Für die Wahrheit philosophischer Thesen interessieren sich Altphilologen in der Regel aber nicht. Wahrheit müssen wir von unserem heutigen Standpunkt aus beurteilen: Für uns kann ein Verstehen immer nur ein Verstehen mit unseren Begriffen und Annahmen sein. Wir müssen daher die Aussagen der Autoren mit unseren heutigen Begriffen interpretieren und ihre Annahmen und Argumentationen mit unseren vergleichen, um ihre philosophische Tragfähigkeit beurteilen zu können.
Moral Beauty in the Eighteenth Century
Author: Levno von Plato
Can a person be morally beautiful? Can a character trait, such as honesty, be beautiful and sneakiness ugly or disgusting? Or are such expressions merely metaphorical? Talk of moral beauty has been commonplace since antiquity; and especially 18th-century philosophers used the notion. Yet, a literal meaning quickly leads to Moral judgements based on mere physical appearance, as physiognomists such as Lavater have endorsed. This book assesses influential 18th-century theories of moral beauty and proposes two conditions for a safe literal conception of moral beauty that not only helps justify many moral judgements based on aesthetic Quality but also shows how beauty and moral virtue can be based on the same principles. First, we need an account of why moral beauty and non-moral physical beauty are distinct kinds of beauty; and second, we need an account of how moral beauty can be expressive of moral virtue without identifying the one with the other. The reasons why Shaftesbury, Hutcheson, Hume, and Reid only meet the first condition and why Kant and Schiller meet both conditions are extremely illuminating for current debates on the interactions between aesthetics and moral theory.
G.W. Leibniz’s legacy to philosophy is extraordinary for his vast body of work, for his originality and prescience, and for his influence. The aim of this volume is to provide a state-of-the-art exploration of Leibniz’s philosophy and its legacy, especially in the period up to Kant.
The essays collected here offer new insights into signature elements of Leibniz’s thought – the theory of contingency, anti-materialism, the principle of sufficient reason, the metaphysics of substance, and his philosophy of mind – as well as the influence of predecessors such as Lull, Descartes, and Malebranche, the reckoning of his ideas in the works of Wolff and Kant, and the contributions of Clarke, Baumgarten, Meier, Du Châtelet, and others to the content, transmission, and reception of Leibnizian philosophy.
Potentialitäts-und Speziesargumente auf dem Prüfstand
Der moralische Status menschlicher Embryonen ist und bleibt umstritten. Zugleich gibt es immer neue und tiefergehende biotechnologische Möglichkeiten, Embryonen zu manipulieren. Das betrifft insbesondere ihr Entwicklungspotential und die klare Zuordnung zur menschlichen Spezies. Dieses Buch untersucht, welche Auswirkungen diese neuen Manipulationsmöglichkeiten auf die Tragfähigkeit der Argumente haben, mit denen ein herausgehobener moralischer Status des Embryos begründet werden soll: die Potentialitäts- und Speziesargumente. In den Beiträgen werden aktuelle Entwicklungen in der Forschung mit Embryonen zusammengetragen und insbesondere folgende Fragen diskutiert: Was bedeuten diese Entwicklungen für die Potentialitäts- und Speziesargumente – und damit letztendlich auch für den moralischen Status der so manipulierten Embryonen? Können die zentralen embryoethischen Argumente angesichts der neuen biotechnologischen Eingriffsmöglichkeiten überhaupt aufrechterhalten werden? Sind alle Varianten der Argumente betroffen oder nur einige? Können und müssen sie möglicherweise reformuliert oder neu gedacht werden?
Eine Ontologie der Kunst
Was ist ein Werk? So verschieden die Gegenstände auch sind, die wir als Werke zu bezeichnen pflegen – literarische und musikalische Werke zum Beispiel, aber auch Erfindungen oder Gegenstände der Alltagskultur –, in ontologischer Hinsicht weisen sie wesentliche Gemeinsamkeiten auf. Worin diese Gemeinsamkeiten bestehen, welche Arten von Werken es gibt und worin deren jeweilige Eigenheit besteht, klärt dieses Buch. Ohne die Kategorie der Autorschaft, so zeigt sich dabei, lässt sich gar nicht verstehen, was ein Werk gegenüber anderen Entitäten auszeichnet.