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  • Philosophy of Action Science x
  • 19th & 20th Century Philosophy x
  • Primary Language: German x
  • Search level: Titles x
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Author: Peter Schaber
Für viele stellt das Instrumentalisierungsverbot, wonach man andere Menschen nie bloß als Mittel behandeln darf, eine fundamentale moralische Wahrheit dar. Dieses Buch ist der Versuch, diese Ansicht näher zu fassen und zu begründen. Das Instrumentalisierungsverbot spielt nicht nur in unserer Alltagsmoral, sondern auch in moraltheoretischen Diskussionen eine wichtige Rolle. Verschiedenste Praktiken werden mit der Begründung als unzulässig kritisiert, dass mit ihnen Menschen instrumentalisiert würden. Doch was heißt es, die anderen bloß als Mittel zu behandeln? Es besteht, so wird in diesem Buch argumentiert, ein Zusammenhang zwischen unzulässiger Instrumentalisierung und Verletzung der Würde von Personen. In der Explikation des Würdebegriffs wird dieser Zusammenhang entfaltet. Die unzulässige Instrumentalisierung von Personen verletzt in bestimmten Fällen deren Würde, in anderen Fällen Ansprüche, die in der Würde von Personen begründet sind. Die Würde von Personen wird dabei als Anspruch auf Selbstachtung gefasst. Selbstachtung wird nicht im Sinne der Selbstwertschätzung verstanden. Im Blick steht vielmehr ein normatives Verständnis von Selbstachtung, wonach Personen ein Leben in Selbstachtung führen, sofern ihr Selbstverfügungsrecht von anderen und ihnen selbst geachtet wird. Der Anspruch auf Selbstachtung wird als Anspruch darauf begriffen, über wesentliche Bereiche des eigenen Lebens verfügen zu können. Diese Überlegungen zu Würde und Selbstachtung werden moraltheoretisch eingeordnet und abschließend auf paradigmatische Fälle der praktischen Ethik angewendet, bei denen es um die Instrumentalisierung von Menschen geht.
Eine Analyse singulärer Kausalaussagen
Die philosophische Kausaldebatte hat in den vergangenen vier Jahrzehnten eine neue Blüte erlebt. Kontrafaktische, interventionistische, mechanistische und transfertheoretische Ansätze haben sich neben den bislang dominierenden Regularitätstheorien etabliert. Vertreter aller dieser Ansätze sehen sich jedoch mit Gegenbeispielen konfrontiert, keine Theorie scheint allen unseren intuitiven Kausalurteilen gerecht werden zu können. Dieses Buch führt anhand ausgewählter Beispiele in die aktuelle Debatte ein und liefert eine Erklärung für die derzeitige Patt-Situation. Der Grund dafür, dass sich zu jedem Ansatz offenbar mühelos Gegenbeispiele finden lassen, liegt, so zeigt die Autorin, in einer bislang unbemerkten Mehrdeutigkeit des Ausdrucks 'kausaler Zusammenhang'. Wer danach fragt, was ein kausaler Zusammenhang sei, kann damit entweder einen konkreten Vorgang – Verursachung – oder einen Zusammenhang zwischen zwei Tatsachen – kausale Relevanz – meinen. Der Unterschied zwischen diesen beiden Begriffen wird mit Hilfe einer sprachphilosophischen Analyse singulärer Kausalaussagen belegt und auf zwei verschiedene Zugänge zu kausalen Zusammenhängen – Kausalwahrnehmung und kausales Schließen – zurückgeführt.
Zur Metaphorik des Verteilens
Series:  ethica, Volume: 18
Author: Dietmar Hübner
Die Debatte um die Verteilungsgerechtigkeit ist seit jeher durch eine große Vielzahl gegenläufiger Kriterienvorschläge und abweichender Begründungsansätze gekennzeichnet gewesen. Bei näherem Hinsehen zeigt sich jedoch, dass diese Ansätze, trotz aller Differenzen im Detail, in einer grundsätzlichen Hinsicht übereinkommen: Sie alle Setzen eine bestimmte Auffassung von Unparteilichkeit voraus, und zwar genauer eine jeweils bildhafte, metaphorische Auffassung, aus der sie ihr wesentliches argumentatives Potential beziehen. Das Buch legt diese fundamentalen Metaphern frei, die den Kernbereich der maßgeblichen Verteilungstheorien ausmachen und ihre unterschiedlichen Perspektiven hervorbringen. Es zeichnet nach, wie Unparteilichkeit in den drei Bildern des Abstands, der Entkleidung und der Verhüllung Ausdruck findet und hierdurch die unhintergehbare Vielfalt der distributiven Begründungen und Kriterien erzeugt. Zugleich weist es auf, welche Verflechtungen zwischen jenen Bildern bestehen und durch welche tieferen Bezüge entsprechend die scheinbar divergenten Perspektiven und Konzeptionen der Verteilungsgerechtigkeit miteinander verknüpft sind.
Zur Unerlässlichkeit einer materialen Theorie des Guten im Bereich des Gerechten
Author: Sabine Jentsch
Muss nicht gerade eine Rechtfertigung von Chancengleichheit, dem Sinnbild distributiver Unparteilichkeit, einen Rekurs auf umfassende Konzeptionen des Guten vermeiden und so auch methodisch der Neutralitätsidee folgen? Und steht nicht der politische Perfektionismus zu Recht in dem Ruf, notwendigerweise paternalistisch und parteilich zu sein, weil er uns auf eine übergreifende Vorstellung des guten Lebens festlegt? Weder das eine noch das andere ist der Fall. In einer Analyse liberaler Chancengleichheitskonzepte und sensibel gegenüber den verschiedenen Varianten des Perfektionismus zeigt dieses Buch, warum ein Perfektionismus zur Begründung von Chancengleichheit nötig und wie dies möglich ist, ohne den Vorrang des Rechten vor dem Guten zu brechen und in die moralische Selbstbestimmungshoheit der Bürger einzugreifen. Die perfektionistischen Prämissen konkurrierender liberaler Ansätze werden offengelegt und einem Test unterzogen, der sich am anti-paternalistischen und anti-elitären Impetus des Neutralitätsgebots orientiert. Die Annahmen, die ihn bestehen, dienen dem Entwurf eines perfektionistischen Chancengleichheitsmodells, das die neutralistischen Bedenken ernster nimmt als der Liberalismus selbst.
Folter im Rechtsstaat zwischen Recht und Moral
'Darf der Staat foltern, um Leben zu retten?' – Diese in Deutschland zuletzt ausschließlich im Rahmen fiktiver Szenarien gestellte Frage hat spätestens seit dem Urteil im Prozess gegen den ehemaligen Frankfurter Polizeivizepräsidenten Daschner im Jahre 2004 ihren hypothetischen Charakter verloren und steht seitdem im Mittelpunkt einer politischen und wissenschaftlichen Debatte zur so genannten 'Rettungsfolter'. Ausgehend von der Beobachtung, dass sich der Streit um die Zulässigkeit polizeilich-präventiver Folterhandlungen zur Lebensrettung vorrangig in den normativen Kategorien des Rechts und der Moral rekonstruieren lässt, stellt diese Monographie einen interdisziplinären Beitrag zur Stärkung des absoluten Folterverbots dar. Auf der Grundlage einer rechtsphilosophischen Verhältnisbestimmung rechtlicher und moralischer Normen werden dabei verschiedene argumentative Wege aufgezeigt, wie das Dilemma staatlicher Folterhandlungen zur Lebensrettung aus juristischer und ethischer Perspektive aufgelöst werden kann.
David Lewis (1941-2001) war einer der größten Philosophen der jüngsten Vergangenheit. Von Lewis stammen bahnbrechende Ansätze in der Sprachphilosophie, der Philosophie des Geistes, der Metaphysik und Erkenntnistheorie, der Wissenschaftstheorie, der Entscheidungstheorie und der Meta-Ethik. Hinter diesen scheinbar unzusammenhängenden Beiträgen steckt ein ausgeklügeltes philosophisches System. Diese Arbeit stellt die Eckpfeiler dieses Systems vor, diskutiert ihre Stärken und Schwächen und zeigt, wie die einzelnen Komponenten auf einander aufbauen, wo es Spannungen gibt und welche Teile man um welchen Preis durch Alternativen erSetzen könnte oder sogar erSetzen sollte. Im Mittelpunkt steht dabei Lewis' großes reduktionistisches Projekt: die metaphysische und zugleich begriffliche Reduktion aller Tatsachen in unserer Welt auf die Verteilung grundlegender physikalischer Eigenschaften.
Kriterien und Grenzen
Editors: Dagmar Borchers and Jörg Luy
Versuche an Tieren gelten in weiten Bevölkerungskreisen als ein notwendiges Übel. Obwohl ihre moralische Problematik von den meisten Menschen anerkannt wird, möchten nur wenige auf Tierversuche ganz verzichten. Solange jedoch ein ausnahmsloses Tierversuchsverbot nicht mehrheitlich gewünscht wird, stellt die Differenzierung zwischen ethisch nicht vertretbaren und solchen, als rechtfertigungsfähig eingeschätzten Versuchsvorhaben eine Daueraufgabe für die Ethik dar. Die 2002 erfolgte Aufnahme des Tierschutzes unter die Staatsziele der Bundesrepublik Deutschland hat den normativen Klärungsbedarf noch erhöht. Seitdem können Tierversuchsanträge auf der Grundlage fehlender Unerlässlichkeit oder ethischer Nichtvertretbarkeit abgelehnt werden, obwohl die Forschungsfreiheit den Status eines Grundrechts besitzt. Durch die Grundgesetzänderung wurden eine Reihe ethisch-normativer Konflikte wieder ins Bewusstsein gerufen, die ihrerseits massiven moralphilosophischen Reflexions- und Klärungsbedarf evoziert haben. Diese Publikation ist mit dem Ziel entstanden, all jenen, die mit der Prüfung der Genehmigungsfähigkeit beantragter Tierversuchsvorhaben befasst sind, ethische Kriterien und praxistaugliche Überlegungen an die Hand zu geben. Da jede vorsätzliche Schädigung eines Tieres das menschliche Ungerechtigkeitsempfinden zu aktivieren vermag und daher in jedem Einzelfall auf Rechtfertigungsfähigkeit zu überprüfen ist, finden in dieser Publikation die diesbezüglich bewährten Verfahren des 3R-Konzepts und des Verhältnismäßigkeitsprinzips eine ausführliche Würdigung, insbesondere die Verhältnismäßigkeitsprüfung im engeren Sinn, die von § 7 Abs. 3 TierSchG als Prüfung der 'ethischen Vertretbarkeit' bezeichnet wird. – Fazit der ethischen Analyse: das Tierschutzgesetz erweist sich als novellierungsbedürftig.
Author: Joachim Bromand
Diese Studie greift die klassische philosophische Frage nach den Grenzen unseres Wissens auf und analysiert kritisch aktuell diskutierte Argumente, welche die Begrenztheit unseres Wissens erweisen sollen. Im Zentrum stehen dabei drei Argumentationsansätze: Zunächst geht es um Komplexitätsgrenzen des Wissens, wie sie G. Chaitin mit seiner algorithmischen Informationstheorie aufzeigen will. Dann wird auf Präzisionsgrenzen des Wissens eingegangen, die sich aus der epistemischen Theorie der Vagheit (T. Williamson u.a.) ergeben. Schließlich werden Grenzen unserer Selbsterkenntnis erörtert. Dabei geht es um verschiedene Argumente für die Unerforschlichkeit des menschlichen Geistes bzw. für die Unlösbarkeit des Leib-Seele-Problems, wie sie von C. McGinn oder im Rahmen der erkenntnistheoretischen Deutung von K. Gödels Unvollständigkeitssätzen vorgeschlagen wurden. Während diese Ansätze Fragen aufwerfen sollen, deren Antworten uns kognitiv unzugänglich sind, verteidigt das Buch eine alternative Sicht, die derjenigen des späten Wittgenstein ähnelt: In den meisten Fällen handelt es sich aufgrund semantischer Unbestimmtheit nur um scheinbare Fragen in dem Sinne, dass wir sie einfach deshalb nicht beantworten können, weil sie keine Antworten besitzen.
Gibt es Regeln des Findens? In der Wissenschaftstheorie scheiden sich in diesem Punkt die Geister: vor allem kritische Rationalisten betrachten den context of discovery in erster Linie als ein Feld genialer, kreativer Einfälle, das allenfalls Thema einer Psychologie sein kann, für die Frage der logischen Rechtfertigung jedoch keine Rolle spielt. Dagegen werden in diesem Buch Bausteine einer rationalen Heuristik in der vormodernen Logik bei J. H. Lambert, J. F. Fries und B. Bolzano aufgewiesen. Die Problemgeschichte der logischen Methodenlehre zeigt, 1. dass die Lehre vom Finden (Heuristik) es nicht mit endgültiger Rechtfertigung, sondern mit begründeter Zustimmung unter Vorbehalt zu tun hat, 2. dass sich im Bereich begründeter Vermutungen nicht trennscharf zwischen Genese und Geltung der Erkenntnis unterscheiden lässt, 3. dass am Leitfaden einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Folgerungstypen in Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Rhetorik Regeln des Findens bestimmt werden können, 4. dass für begründete Vermutungen nicht dieselbe behauptende Kraft verlangt werden darf, die logisch gerechtfertigte Aussagen aufweisen.
Das Problem der Zuständigkeit bei der Behebung gravierender Übel
Die Schrift untersucht anhand eines Modellfalls gravierender Übel (existentielle Notlagen, von denen viele Personen betroffen sind), wer in welchem Ausmaß zur Übelbehebung verpflichtet ist. Es wird argumentiert, dass Individuen als Pflichtadressaten erhebliche Leistungen zu erbringen hätten. Dies gilt weitgehend unabhängig von einer spezifischen Moralkonzeption, soweit diese gewissen Adäquatheitsbedingungen genügt. Überforderungseinwände verschiedener Art können das Ausmaß der Verpflichtung nicht herabstufen. Allerdings entsteht, sofern Individuen als Pflichtadressaten angesehen werden, ein Koordinationsproblem: Das insgesamt beste Resultat wird unter Umständen verfehlt. Dies - und nicht etwa die hohe Belastung - rechtfertigt es, die Übelbehebung als gemeinsame Verpflichtung anzusehen. Da kollektive Entitäten keine eigenständigen Pflichtadressaten sind, kann eine gemeinsame Verpflichtung jedoch nur heißen, dass Personen qua Gruppenmitglieder angesprochen werden. Dennoch ergeben sich aus einer solchen Konzeption angesichts gravierender Übel anders geartete Pflichtinhalte - sowie bei geeigneten Bedingungen für ein gemeinsames Vorgehen auch eine Reduzierung des Pflichtausmaßes.