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Vol. 2-6: complete volumes on CD-ROM
Editors: Uwe Meixner and Albert Newen
Die CD-ROM enthält als PDF-Versionen folgende Bänder der Reihe: Vol. 2: Ancient Philosophie /Antike Philosophie Vol. 3: From Descartes to Kant / Philosophie der Neuzeit Vol. 4: Foundations of Analytic Philosophiy /Grundlagen der Analytischen Philosophie Vol. 5: Medieval Philosophy /Philosophie des Mittelalters Vol. 6: History of Ethics /Geschichte der Ethik. Mit der Printausgabe seitenidentische PDF-files
Editor: Thomas Spitzley
Dass Willensschwäche ein Problem sein kann, weiß wohl jeder; aber warum und inwiefern ist Willensschwäche ein philosophisches Problem und was ist Willensschwäche eigentlich genau? Traditionellerweise ist Willensschwäche in der Moralphilosophie und in der Handlungstheorie diskutiert worden: Wie kann es sein, dass ich einem Moralurteil aufrichtig zustimme und doch nicht entsprechend handle, und wie kann es sein, dass ich nicht diejenige Handlungsalternative wähle, für die ich die besseren Gründe habe, sondern eine andere? Klassische Antworten auf diese Fragen stammen in der Antike von Platon und Aristoteles und in jüngerer Zeit von R. M. Hare und D. Davidson. Neben diesen vier klassischen Texten enthält der Band sechs weitere Texte aus den vergangenen 25 Jahren. Darin werden nicht nur alternative Erklärungen vorgeschlagen, sondern das Phänomen der Willensschwäche wird auch in einem größeren, über Fragen der Handlungstheorie und Moralphilosophie hinausgehenden Kontext erörtert und von anderen, verwandten Phänomenen abgegrenzt. Den Abschluss des Bandes bilden zwei Texte, in denen (nicht ganz ernst gemeinte, aber durchaus erhellende) Therapievorschläge gemacht werden
Author: Sang-Bock Lee
Husserls Theorie der Wahrheit sowie des inneren Zeitbewußtseins weist eine systematisch nicht zu behebende Aporie bei der Differenzierung zwischen der "adäquaten" und der "apodiktischen Evidenz" aus. Diese Unterscheidung bedingt innerhalb der transzendentalphänomenologischen Bewußtseinskonzeption einen Selbstwiderspruch, den die Analyse des "inneren Zeitbewußtseins" nicht auszuräumen vermag. Indem Husserls Ansatz den Begriff der Analytizität im Sinne von Leibniz nicht zu integrieren weiß, wiewohl derselbe allererst den Modus der Selbstgewißheit im Bewußtsein ausdrückt, ist auch der phänomenologische Wesensbegriff der Wahrheit a fortiori unterbestimmt. Denn dadurch fehlt dem phänomenologischen Bewußtseinsbegriff diejenige Dimension, die für eine transzendentale Begründung der Phänomenologie unabdingbar zu fordern ist. Die Untersuchung führt den Nachweis, daß jenen mehrfachen Unterscheidungen des Wahrheitsbewußtseins eine essentielle Bedeutsamkeit bezüglich der "absoluten" Selbstbeziehung des Bewußtseins als des konstituierenden "Grundes" für alles "Konstituierte" zukommt und deren Inkommensurabilität in der Konsequenz Husserls transzendentalistischen Ansatz scheitern läßt. Daraus entspringt das Dilemma einer jeden Selbstbeziehung des "Bewußtseins seiner selbst", insofern dasselbe seiner Existenz gewiß sein als auch zugleich seines konstituierenden Bewußtseinslebens in einer und derselben Rücksicht, jedoch unter einem umgekehrten Bedingungsverhältnis inne werden muß. Das Denken von Gedanken und die unvordenklich-faktische Existenz des Denkenden sind nicht "dasselbe" und nicht unabhängig voneinander beliebig zu reflektieren. Auch Husserls Rekurs auf das "innere Zeitbewußtsein" verstrickt sich in Diallelen, da die zeitliche Seinsweise des Selbstinneseins bezüglich einer adäquaten Selbstgegebenheit nicht zur Deckung mit sich selbst gelangt. Husserls Scheitern wurzelt in dessen Fehlverständigung über die Wahrheit. Das Bewußtsein weiß von der apodiktischen Gewißheit seiner Existenz nur dann, wenn es demzuvor denkt, daß es denkt.
Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person
Author: Daniel Cohnitz
Wie ist es wohl, eine Fledermaus zu sein? Wäre ein rein physikalisches Duplikat von mir nur ein empfindungsloser Zombie? Muss man sich seinem Schicksal ergeben, wenn man sich unfreiwillig als lebensnotwendige Blutwaschanlage eines weltberühmten Violinisten wieder findet? Kann man sich wünschen, der König von China zu sein? Bin ich vielleicht nur ein Gehirn in einem Tank mit Nährflüssigkeit, das die Welt von einer Computersimulation vorgegaukelt bekommt? Worauf beziehen sich die Menschen auf der Zwillingserde mit ihrem Wort 'Wasser', wenn es bei Ihnen gar kein H2O gibt? Diese und weitere seltsame Fragen sind das tägliche Brot vieler professioneller Philosophen. Die abstrusen Umstände, die dabei geschildert werden, nennt man "Gedankenexperimente". Was soll die Erörterung dieser Szenarien, die sich so weit von unserem alltäglichen Leben, z.T. außerhalb der Grenzen unserer Wirklichkeit abspielen? Welche Rolle spielen diese "Gedankenexperimente" in der philosophischen Methodologie? Ist diese Rolle überhaupt berechtigt? Das vorliegende Buch gibt Antworten auf diese Fragen. Es stellt sich heraus, dass diese seltsamen Gedankenexperimente nicht nur berechtigte, sondern überaus wichtige Instrumente philosophischen Forschens darstellen.
Author: Klaus Cammann
Ziel des Buches ist es, die europäische und amerikanische Gegenwartsphilosophie mit der Philosophie der Inder ins Gespräch zu bringen. Dabei versucht die Art der Darstellung im Auge zu behalten, daß Philosophen nur selten auch Indologen sind und man sich nicht gar so gehorsam an die Grenzen halten darf, was nach Ansicht einer der beiden Seiten zum Thema gemacht werden darf und was nicht. Der erste Teil widmet sich der Untersuchung von "Bewußtsein" und "Willensfreiheit". Das Thema "Bewußtsein" ist in der indischen Philosophie, wenn wir vom frühen Buddhismus absehen, von elementarer Bedeutung. Gerade bei den wichtigsten Schulen wird "Bewußtsein" als etwas jenseits von Raum und Zeit Liegendes angesehen und bei bestimmten Schulen durchaus mit "Gott" gleichgeSetzt. Zunächst wird untersucht, was wichtige Autoren wie Kant, Libet, Strawson, Dennett, Churchland, Chalmers u.a. unter "Bewußtsein", "Selbstbewußtsein" und "Willensfreiheit" verstehen. Damit ist eine Grundlage für ein Verständnis dafür gegeben, was die beiden wichtigen indischen Schulen des Advaita und des Sankhya zum Thema "Bewußtsein" zu sagen haben. Der zweite Hauptteil trägt den Titel "Von der Logik und der Mathematik zur Lehre des Advaita". Hier wird u.a. den Begriffen der Negation und der Existenz nachgegangen: Gerade der Begriff der Existenz ist für die indischen Lehren von großer Bedeutung. Das Thema "Zeit" wird im dritten Teil mit dem Problem der Willensfreiheit verbunden. Darüber hinaus wird gefragt, inwieweit die Vorstellungen mancher Mystiker und buddhistischer Schulen zum Thema "Zeit" akzeptabel sein könnten. Die Allwissenheit Gottes und die Freiheit des Menschen, Unendlichkeit und Unsterblichkeit sind zentrale Themen des abschließenden Teils "Gott, Freiheit und Unendlichkeit". Nach den Vorstellungen der Inder haben wir nicht etwa eine Unendlichkeit nur vor uns, sondern vielmehr eine solche bereits hinter uns. Indische Philosophie ist oft von Religion nicht zu trennen, was nicht bedeutet, daß sie dadurch rationalen Argumenten weniger zugänglich wäre. Damit ist aber auch angedeutet, daß das Buch für Religionswissenschaftler und Theologen in gleicher Weise interessant sein könnte.
Die Neurowissenschaften haben in den letzten Jahrzehnten grosse Erkenntnisfortschritte in theoretischer und praktischer Hinsicht erzielt und uns auf beeindruckende Weise diagnostische Einblicke und therapeutische Eingriffsmöglichkeiten in Gehirn und Nervensystem eröffnet. Gleichzeitig stellen sie uns vor neuartige Herausforderungen: Als dem zentralen Steuerungsorgan für alle lebenswichtigen Leistungen und Funktionen kommt unserem Gehirn eine ausgezeichnete Bedeutung für die Gesamtheit unserer Existenz und Lebensvollzüge zu. Es ist die Voraussetzung für die Möglichkeit von Selbstbewusstsein, für die Erfahrung personaler Identität, Willensfreiheit und Autonomie. Der neurowissenschaftliche Erkenntniszuwachs beinhaltet daher vielfältige Implikationen, die einer eingehenden interdisziplinären Analyse und Reflexion bedürfen. Eine Besonderheit dieses Sammelbandes besteht darin, dass zum einen konkrete neurowissenschaftliche Erfahrungen von Ärzten und Wissenschaftlern aus der Neurobiologie, Biophysik, Neurochirurgie, Medizinischen Psychologie, funktionellen Bildgebung und Neuropharmakologie unter Einbeziehung ethischer Aspekte vorgestellt werden, zum anderen aus Philosophie und Ethik die möglichen allgemeinen Auswirkungen neurowissenschaftlicher Erkenntnisse auf das menschliche Selbstverständnis beleuchtet werden.
Zur Kritik der Ethik medizinischen Handelns
Author: Theda Rehbock
Wie sollen und dürfen wir mit Menschen umgehen, die noch nicht geboren sind, die schwer dement oder "hirntot" sind, die den Abbruch medizinischer Therapie oder gar aktive Sterbehilfe verlangen? Sind sie im vollen moralischen Sinne (autonome) Personen, mit einem Anspruch auf die Achtung ihrer Würde und Autonomie? Oder ist dieser Anspruch nur eingeschränkt und unter Umständen gar nicht erfüllbar? Ausgehend vom Verständnis dieser Situationen als Grenzsituationen unternimmt die Studie eine breit angelegte Kritik der Ethik medizinischen Handelns, die eine philosophische Kritik der Medizin als Wissenschaft einschliesst. Diese Kritik eröffnet einen ebenso umfassenden wie differenzierten "ethischen Blick" auf die lebenspraktische Realität ethischer Problemlagen, der durch die naturwissenschaftliche Sprache und Methodik der Medizin oft allzu sehr eingeengt ist. So wird auch die besondere Bedeutung der Ethik nicht-ärztlicher Heilberufe, insbesondere der Pflege deutlich. Gegenüber vorwiegend begründungs- und handlungsorientierten Ansätzen versteht die Autorin Ethik als Kritik der Moral mittels anthropologischer Reflexion des personalen Sinnhorizontes menschlicher Lebenspraxis. Auf dieser Grundlage argumentiert sie für die These, dass der moralische Status der Person sich nicht auf positive metaphysische oder empirische Qualitäten gründet, sondern auf die praktische Einsicht in die Nicht-Verfügbarkeit der Person. Dass und wie diese Einsicht gerade auch für die Achtung der Würde und Autonomie in Grenzsituationen moralisch massgebend ist, wird durch genaue Analysen medizinethischer Problemlagen verdeutlicht.
Philosophie der Person in Antike und Mittelalter
Author: Berthold Wald
Neuzeitliche Theorien der Person gehen zumeist von Personmerkalen aus, die unmittelbar aus der Selbsterfahrung und der gegenseitigen Anerkennung gewonnen sind. Weitergehende seinsphilosophische Begründungen, wie sie etwa für den von Boethius entwickelten substanzontologischen Personbegriff kennzeichnend sind, gelten als unausweisbar (John Locke, Immanuel Kant) oder aber als kategorial verfehlt (Max Scheler, Martin Heidegger). Als Konsequenz aus dem Metaphysikverzicht neuzeitlicher Persontheorien wird dann nicht allein die Identität von Personen in der Zeit als auch die durchgehende Identität von Menschsein und Personsein zum Problem - oder zu einer erwünschten Option in der bioethischen Diskussion (Michael Tooley, Peter Singer). Die vorliegende Studie untersucht ausgehend von dieser Problemlage die Frage, in welcher Weise Selbstbewußtsein, Relationalität und Identität als Personmerkmale grundlegend für das Verständnis menschlicher Personalität in Antike und Mittelalter gewesen sind. Ansatzpunkte bieten hier bereits die Diskussion um das Personverständnis in der altgriechischen Literatur wie auch die politische Philosophie Platons. Schwerpunkte der Untersuchung sind die Grundlegung der politschen Philosophie und der Psychologie des Aristoteles in seiner Metaphysik und die christologischen Schriften des Thomas von Aquin im Anschluß an die kritische Rezeption des boethianischen Personbegriffs bei Richard von Sankt Viktor und Bonaventura. Mit dem Nachweis, daß die relevanten Personmerkmale als im Begriff einer Substanz eingeschlossen zu denken sind, wird ein kohärentes Gegenmodell zu neuzeitlichen Persontheorien begründet, das die Identität von Menschsein und Personsein einschließt.