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Editors: Peter Dabrock and Jens Ried
Klonen im Humanbereich ist möglich. Das haben neuere Experimente einer südkoreanischen Forschergruppe grundsätzlich bewiesen. Weil das Forschungsklonen zu reproduktiven Zwecken nahezu einhellig abgelehnt wird, konzentriert sich die bioethische Debatte auf das Forschungsklonen mit dem Endzweck therapeutischer Anwendungen, kurz: auf das therapeutische Klonen. Unter den dabei aufbrechenden Konflikten erweist sich die Frage nach dem ontologischen und moralischen Status des menschlichen Embryos als Nadelöhr der gesamten Diskussion. Die neuartige Herausforderung durch das therapeutische Klonen besteht darin, dass diese spezielle Handlungssituation zu einer bislang beispiellosen Statusbestimmung führen könnte: Unklar ist bisher nämlich, ob die durch den somatischen Zellkerntransfer produzierten Transferklone, sofern sie nur eine begrenzte Entwicklungsfähigkeit besitzen, überhaupt als Menschen zu begreifen und entsprechend zu schützen sind. Die Beiträge des vorliegenden Sammelbandes gehen dieser zentralen ethischen und rechtlichen Fragestellung in interdisziplinärer Vielfalt nach und eröffnen neue Sichtweisen: dargestellt und analysiert werden die entwicklungsbiologischen Grundlagen wie die ethische Statusbestimmung vor dem Hintergrund handlungs- und wissenschaftstheoretischer wie sozial- und kulturwissenschaftlicher Perspektiven; schließlich werden die unterschiedlichsten rechtlichen Spielräume (Verfassungsrecht, Strafrecht, internationaler Rechtsvergleich und Patentrecht) erkundet.
Author: Hajo Greif
Die Rede von einer Handlungsfähigkeit nicht-menschlicher Dinge ist in den Natur- wie in den Geisteswissenschaften populär geworden. Richard Dawkins' 'egoistische Gene' und Bruno Latours 'Akteur-Netzwerke' gehören gerade aufgrund ihrer provokativen und keineswegs rein metaphorischen Umdeutung von Begriffen des Handelns zu den öffentlich meistdiskutierten Vertretern ihrer jeweiligen Disziplinen. Doch in welcher Weise kann überhaupt sinnvoll von einer nicht-menschlichen Handlungsfähigkeit gesprochen werden? Vor dem Hintergrund einer kritischen Lektüre von Dawkins und Latour und im Anschluß an naturalistische Programme in der Philosophie des Geistes wird in diesem Buch ein Vorschlag hierzu formuliert: Die Formen zielgerichteten Verhaltens und mentaler wie sprachlicher Repräsentationen gehen auf eine Evolutionsgeschichte natürlicher, biologischer Funktionen zurück. Absicht und Bedeutung treten in Graden in die Welt, die eine trennscharfe Unterscheidung zwischen Nicht-Handeln und Handeln unmöglich machen und die Annahme in Frage stellen, daß von Handeln nur dann zu sprechen sei, wenn der Urheber eines Verhaltens seiner selbst bewußt und sprachfähig ist und darum Handlungsbegründungen geben kann.
Es ist weitgehend undeutlich, was man von Medizin- bzw. Bioethik erwarten kann. Kann Medizinethik als wissenschaftliche Disziplin auftreten? Gibt es im Bereich der Ethik überhaupt etwas zu erkennen, was erforscht werden könnte? Welche wissenschaftlichen Standards sind dann relevant? Ist die Medizinethik eine Subdisziplin der philosophischen Ethik? Oder muss man gerade versuchen, die theoretischen AuseinanderSetzungen der philosophischen Ethik von der Medizinethik fern zu halten? Mit welcher Autorität wird in Fragen der Medizinethik in Kliniken beraten? Ist der Medizinethiker die säkulare Nachfolgeinstanz des Klinikpfarrers, ein Moderator unterschiedlicher Interessen oder eine Variante psychologischer Beratung? Mit welcher Autorität sprechen Ethikräte und Ethikkommissionen ihre Empfehlungen an Parlamente und Regierungen aus? Mit der Autorität der Wissenschaft, die sich dem zwanglosen Zwang des besseren Arguments verpflichtet weiss? Oder sind es Gremien, die schwierige biopolitische Entscheidungen abfedern sollen? Der Band präsentiert Beiträge zu diesen Themen, die im Rahmen einer grossen Tagung der Akademie für Ethik in der Medizin zur Diskussion gestellt wurden.
Grundriss einer Theorie modaler Rechtfertigung
Überlegungen über Möglichkeiten und Notwendigkeiten sind für unseren Umgang mit der Wirklichkeit beinahe genau so wichtig wie solche über Tatsachen. Fast immer, wenn wir unsere Handlungsmöglichkeiten abwägen oder Pläne schmieden, sind Modalurteile relevant. Sie spielen aber auch in den Wissenschaften eine wichtige Rolle, die Modalität in ihren GeSetzen sowie bei der Annahme von kausalen Beziehungen und Dispositionen vorausSetzen. Nicht zuletzt gehören Aussagen über notwendige Wahrheiten von jeher zum Kernbestand der Philosophie, insbesondere der Metaphysik. Doch wie können solche Urteile gerechtfertigt werden? Keine einfach zu beantwortende Frage, denn die empirisch wahrgenommenen Fakten geben uns keinen Aufschluss darüber. Mit ihrer Hilfe können wir nur herausfinden, wie sich die Dinge tatsächlich verhalten, aber nicht, ob sie sich auch anders verhalten könnten. Trotz der großen Bedeutung dieses Problems fehlt es bislang an einer umfassenden und überzeugenden Erklärung modaler Rechtfertigung. Misselhorn baut - ausgehend von einer neuartigen Sicht auf Kants Überlegungen zum Thema - eine umfassende Theorie modaler Rechtfertigung auf, die sie in der AuseinanderSetzung mit den neuesten Ansätzen der Erkenntnistheorie und Modalontologie weiterentwickelt und auch kognitionswissenschaftlich unterfüttert.
Editors: Uwe Meixner and Albert Newen
Das Jahrbuch bietet ein Forum für Veröffentlichungen zu Klassikern der Philosophiegeschichte, für deren Interpretation bislang kaum die moderne formale Logik als Hilfsmittel herangezogen wurde. Indem die logische Analyse als methodisches Instrument bei der Interpretation angewendet wird, verschiebt sich der Schwerpunkt der philosophischen Interpretation von einer bislang vorherrschenden rein exegetischen Betrachtung hin zu einer systematischen Rekonstruktion einer Theorie mit Blick auf die leitenden Sachfragen eines Textes. Die systematische Rekonstruktion einer Theorie zeichnet sich dadurch aus, daß auf der Basis des Textes Interpretationsmaßnahmen plausibel gemacht werden, die es erlauben, einem Klassiker der Philosophiegeschichte eine systematische Theorie in bezug auf eine Sachfrage zuzuschreiben. Diese Theorie wird dann mit Hilfe der modernen Logik ausführlich erläutert und konkretisiert. Durch diese Vorgehensweise können an einen klassischen Autor ganz neue Fragen gestellt werden, die dann im Rahmen der systematischen Rekonstruktion bearbeitet werden. Insgesamt verspricht diese Betrachtungsweise, ein neues Licht auf die Klassiker der Philosophiegeschichte zu werfen und diese dadurch für Sachfragen, die bis in die gegenwärtige Philosophie hinein sehr strittig sind, fruchtbar zu machen.
Dieses Buch versammelt die wichtigsten Aufsätze Franz von Kutscheras aus den Jahren 1967 bis 2001. Zwei Originalbeiträge aus dem Jahr 2003 runden den Band ab. Die Aufsätze behandeln Themen aus verschiedenen philosophischen Teildisziplinen, von der Logik über Sprachphilosophie und Ethik bis zur Geschichte der antiken Philosophie. Sie dokumentieren die beeindruckende Weite und analytische Energie der philosophischen Arbeit Franz von Kutscheras, die in mehr als zwanzig Büchern und über 70 Aufsätzen ihren Niederschlag gefunden hat. Franz von Kutschera, geb. 1932, Studium der Physik und Philosophie in München und Promotion 1960 bei Wolfgang Stegmüller. Habilitation 1963, ab 1968 ordentlicher Professor für Philosophie an der Universität Regensburg, seit 1998 emeritiert.
Ein methodologischer Integrationsansatz
Author: Hans Lenk
Der vom Autor entwickelte Ansatz des methodologischen Schemainterpretationismus wird auf die Arten und Typen des Bewusstseins und die Probleme der Philosophie des Geistes angewandt. Nicht nur Ergebnisse der Neuropsychologie, sondern auch der jüngsten Gehirnforschung und der konnektionistischen oder neuronalen Netze werden bezogen auf Lernen, Gedächtnis, Repräsentieren und "mentalen Gehalt". Auch die sprach- und sozialphilosophische "Gebrauchstheorie" der Bedeutung und der Regelverwendung führten zu einer gestaffelten Auffassung von Bewusstseinsgehalten. Fragen der Abhängigkeit, der mentalen Verursachung und Thesen zur Willensfreiheit erlauben eine feinere Verzweigung als z.B. die Auffassung, Willensfreiheit sei bloße Illusion. Die zweite Hälfte behandelt die erlebten Qualitäten ("Qualia") und das "phänomenale Bewusstsein". Erstmals wird eine umfassende Übersicht über unterschiedliche Bewusstseinstypen und -phänomene aufgestellt - eine Tafel der Bewusstseinsarten, die zur Charakterisierung unterschiedlicher Zugangs- und Erlebnisweisen dienen kann und die Verfügbarkeit bewusster Inhalte, die spezifischen "Färbungen" sowie Stufungen feiner ordnen kann als bisherige Zweiereinteilungen (z.B. nach D. Chalmers, N. Block oder M. Tye). Das Buch gibt einen Überblick über die gegenwärtige Diskussion der Forschungsansätze und Deutungen aus Neurobiologie, Neuropsychologie und Neurophilosophie sowie der Philosophie des Geistes und führt in Gestalt eines Lehrbuches in die Thematik ein.
Studien zur Logik von G. W. Leibniz
Author: Wolfgang Lenzen
Bereits im 17. Jahrhundert hat der Universalgelehrte G. W. Leibniz einen hoch komplexen "allgemeinen Kalkül" der Begriffslogik entwickelt, der nicht nur die bis dahin geltende aristotelische Syllogistik weit übertraf, sondern der auch wichtige GeSetze der modernen Prädikatenlogik sowie der Modallogik antizipierte. Der wichtigste Teil seines Calculus Universalis besteht aus einer (vollständig axiomatisierten) Algebra der Begriffe, die sich als äquivalent mit der im 19. Jahrhundert "erfundenen" Booleschen Mengenalgebra nachweisen lässt. Ferner nimmt Leibniz' Theorie der "unbestimmten Begriffe" viele Prinzipien der heutigen Quantorenlogik vorweg. Schließlich gelingt Leibniz mittels einer genialen "ÜberSetzung" der Begriffsalgebra in die Algebra der Propositionen eine Frühfassung der ansonsten erst im 20. Jahrhundert "wiederentdeckten" Logik alethischer und deontischer Modalitäten. Die original Leibnizschen Arbeiten zur "intensionalen" Begriffslogik werden - samt ihrer Erweiterung in Richtung auf ontologische Begriffsbildungen - in insgesamt 14 separaten Aufsätzen sorgfältig rekonstruiert und mittels einer zeitgenössischen, extensionalen Interpretation als gültig nachgewiesen. Auf diese Weise bestätigt sich die These, dass Leibniz - ganz in Widerspruch zur üblichen Bewertung in der Historiographie - als wichtigster Logiker zwischen Aristoteles und Frege betrachtet werden sollte.
Author: Carsten Held
Gibt es ein einzelnes Problem, das mit Recht als das Grundproblem der Semantik bezeichnet werden kann? Der Titel dieses Buches behauptet es und unterstellt zugleich, Frege habe sich mit diesem Grundproblem auseinandergeSetzt. Die Aufgabe der Semantik besteht darin, die unterschiedlichen semantischen Funktionen verschiedener Ausdrücke darzustellen; sie wird zum Problem, weil unklar ist, wie sie begonnen werden soll. Einerseits sind die selbständigen Ausdrücke (meistens syntaktisch und immer semantisch) komplex, so dass scheinbar auch ihre Funktionen aus denen der einfacheren, die sie aufbauen, erklärt werden müssen; andererseits ist gerade dies unmöglich, weil die letzteren Funktionen sicher nicht von den ersteren abhängen. Freges Beitrag zur philosophischen Semantik besteht zunächst einmal in gegensätzlichen Vorschlägen - kompositionaler Charakter der Sätze bei gleichzeitiger Kontextualität der Aufbaustücke - die sich jedoch verständlich vereinbaren lassen, und eine Aufklärung jener Funktionen von den komplexen her, beispielsweise der des Behauptungssatzes, ermöglichen. Nun können auch Freges Überlegungen zur semantischen Funktion des Behauptungssatzes selbst fruchtbar gemacht werden, und von dorther wird schließlich auch seine Theorie der unterschiedlichen Funktionen der einfacheren Ausdrücke, insbesondere der EigenNamen und Prädikate, verständlich.
Author: Ulrich Pardey
Gottlob Frege ist der Begründer der modernen Logik und Sprachanalyse, seine Schriften gelten "wegen ihrer vorbildlichen Klarheit und ihres Scharfsinns [als] eine außerordentlich anregende Lektüre" (Kutschera) und seine philosophische Bedeutung wird in der "Vorbildlichkeit seiner Argumentationsweise" (Patzig) gesehen. In seinem berühmten Aufsatz "Der Gedanke" kritisiert Frege im dritten Absatz die Korrespondenztheorie der Wahrheit und kommt dabei zu dem Ergebnis, dass nicht nur der "Versuch, die Wahrheit als eine Übereinstimmung zu erklären", scheitere, sondern auch "jeder andere Versuch, das Wahrsein zu definieren." Angesichts der oben zitierten Wertschätzung ist es überraschend, in den heute vorherrschenden Interpretationen zu lesen, alle Argumente, die Frege in diesem Zusammenhang formuliere, seien ungültig - und zwar, wie sich für den Leser der Interpretationen herausstellt, aufgrund von Anfänger-Fehlern. In diesem Buch wird dagegen Freges gesamte Argumentation als in sich konsistent und gültig verteidigt. Das Buch wendet sich nicht nur an Frege-Spezialisten, sondern stellt zugleich eine exemplarische Einführung in die systematische Interpretation philosophischer Texte dar.