Eine Philosophie der Philosophie
Dieses Buch hat nicht die Form einer Monographie. Es ist ein philosophisches und zugleich literarisches Buch: Die fiktiven Philosophen Bill Headstrong und Wilhelm Kornblum ringen leidenschaftlich um ihren Lieblingsautor William James (1842-1910) und die eigentliche Bedeutung der Philosophie.
Ihre Arbeit an einem gemeinsamen Buch fußt auf bestimmten philosophischen Grundsätzen: So gehen beide davon aus, dass nur ein wahrer Mensch auch ein guter Philosoph sein kann, und dass philosophische Wahrheiten sich nur durch den ganzen Menschen samt seinen emotionalen Fähigkeiten erkennen lassen. Im Laufe ihrer Zusammenarbeit müssen Headstrong und Kornblum allerdings feststellen, wie verschieden sie diese Grundsätze auffassen. Letztlich wird ihr Buch in der ursprünglich geplanten Form nie erscheinen. Stattdessen präsentiert Vernunft und Temperament die von beiden Philosophen jeweils beigesteuerten Kapitel, in denen wesentliche existentielle Fragen behandelt werden, zusammen mit ihrem kontrovers geführten Briefwechsel.
Interdisziplinäre Perspektiven zwischen Philosophie und Praxis
Wissenschaftsreflexion: Eine neue und interdisziplinäre Perspektive auf die Geschichte, Theorie, Ethik und auf die praktischen Auswirkungen wissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis.
Die Wissenschaften sehen sich gegenwärtig mit starken Debatten über ihre Geltungs‐ und Wahrheitsansprüche, ihre Vertrauenswürdigkeit sowie über ihre Rolle in der Gesellschaft konfrontiert. Diese Diskussionen umfassen solch unterschiedliche Themen wie etwa Klimawandel, Gentechnik, Impfungen und ‚Alternativmedizin‘ oder Evolutionstheorien. Mit diesem Band wird erstmals der Begriff der Wissenschaftsreflexion vorgestellt und eingeführt. Er umfasst interdisziplinäre Beiträge zu Grundlagen- und Anwendungsfragen, die gemeinsam eine pluralistische Perspektive eröffnen und auch konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.
HerausgeberIn: Roman Mikulas
Metaphern begleiten unseren Alltag auf Schritt und Tritt, sie prägen unsere Wirklichkeit. Im metaphorischen Vollzug wird sichtbar, in welcher Weise unsere Orientierungsräume entstehen. In diesem Band wird dieser Vollzug aus mehreren disziplinären Perspektiven beleuchtet.
An und in Metaphern können wir den kommunikativ-konstruktiven Charakter der Wirklichkeit erkennen. Daher ist es angebracht, nach der Leistung der Metaphern zu fragen und danach, wie Metaphern unser Denken und Handeln ermöglichen und (re)strukturieren. Sie werden daher nicht als sprachliche System-Phänomene aufgefasst, sondern als eine besondere Art der Kopplung zwischen Kognition und Kommunikation. In dieser interdisziplinären Perspektive wird untersucht, wie Metaphern im Spannungsfeld zwischen Kognition und Kommunikation operieren und wie sie an dem, was wir Wirklichkeit nennen, konstitutiv beteiligt sind.
Gottlob Frege wider den Zeitgeist
Gottlob Frege, dem größten Logiker nach Aristoteles und Begründer der modernen Logik, blieb zu Lebzeiten die gebührende akademische Anerkennung versagt. Matthias Wille erzählt die ergreifende Geschichte Freges im Schatten seiner epochalen Werke, die geprägt ist von wachsender Polemik wider den Zeitgeist, der ihn schließlich verstummen lässt.
Matthias Wille ist heute einer der besten Kenner von Freges Leben und Werk. Mit diesem Buch lässt Wille dem Band ›Largely unknown‹, in dem er die Geschichte des posthumen Ruhms Freges akribisch rekonstruiert hat, einen Parallelband folgen, der den z.T. verzweifelten Bemühungen Freges nachgeht, durch Publikationen die Aufmerksamkeit der Community für die Ergebnisse seiner Forschung zu gewinnen. Die Vergeblichkeit dessen hat nicht nur zu persönlichen Krisen, sondern in seinen Schriften auch zu Reaktionen geführt, deren Schärfe für Freges Persönlichkeit als charakteristisch gelten. Diese in der Fregeliteratur vielfach als witzig, oft aber auch als peinlich empfundenen Passagen erschließt Wille durch ebenso einfühlsame wie kritische Analysen nun einem angemesseneren Verständnis.
Personhood and personality are essential features of human persons. Following the debate concerning ‘personal identity’ the metaphysical and the practical dimension of our personal lifeform are made explicit.The search for criteria for personal identity on the one hand and for person-making characteristics on the other hand are at the center of the philosophy of person. In this book the various dimensions of the personal lifeform of human beings which have been debated in analytical philosophy are examined. Thereby a new systematic conception is unfolded in which the metaphysical and the practical aspects of our personal lifeform are made explicit as a complex unity.
Ist die drohende Klimakatastrophe überhaupt noch abwendbar – und mit welchen politischen Mitteln? Extreme Dürre, Hungersnöte, Massenmigration und die exorbitanten Folgekosten des Klimawandels – all das ist Teil der wissenschaftlichen Diskussion über die möglichen Konsequenzen des anthropogenen Klimawandels. Diese Prognosen werfen zahlreiche normativ-ethische Fragen auf: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für den Klimawandel? Was sind die Kosten und wie sollen sie gerecht verteilt werden? Lassen sich die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausemissionen überhaupt im Rahmen nationaler Demokratien durchsetzen oder bedarf es starker internationaler Institutionen mit besonderen Machtbefugnissen? Der Band macht wichtige Beiträge zur Klimaethik erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Neben zentralen Texten aus der internationalen Forschung finden sich die Debatte weiterführende Originalbeiträge.
Philosophy of Religion Meets Philosophy of Mind
Panpsychism has become a highly attractive position in the philosophy of mind. On panpsychism, both the physi-cal and the mental are inseparable and fundamental features of reality. Panentheism has also become immensely popular in the philosophy of religion. Panentheism strives for a higher reconciliation of an atheistic pantheism, on which the universe itself is causa sui, and the ontological dualism of necessarily existing, eternal creator and contingent, finite creation. Historically and systematically, panpsychism and panentheism often went together as essential parts of an all-embracing metaphysical theory of Being. The present collection of essays analyses the relation between panpsychism and panentheism and provides critical reflections on the significance of panpsychistic and panentheistic thinking for recent debates in philosophy and theology.
Do Animals Have a Time-Relative Interest in Continuing to Live?
Are animals mentally stuck in the present, unable to think beyond the here and now, or are they mental time travelers, capable of planning ahead in time? And why should this matter to us?
Planning for the Future provides a thorough conceptual clarification of the most important but ambiguously used concepts in the debate and differentiates between two types of planning. In analyzing several influential studies with birds and apes, the book concludes that there is indeed evidence for anticipatory planning in some animals, but not for strategic planning so far. In a chapter of its own, ethical consequences regarding the wrongness of killing animals from utilitarian and animal rights perspectives are laid out. Do at least some animals have a strong interest in continuing to live? Should they even be ascribed with a right not to be killed? And why might the awareness of our own mortality hinder us in finding answers?
Strukturen des Wettens und seiner literarischen Darstellung
Wetten kennen wir als alltäglich spielerische Möglichkeit, mit Ungewissheit und Meinungsstreit umzugehen. Doch ein genauer Blick auf die Struktur solcher Abmachungen legt manche Hintergründigkeit offen. Literarische Beispiele erzählen die Wette meist als Scheitern einer naiven Haltung zu Entscheidungs- und Konfliktsituationen.
Für Kant war die Wette der „Probierstein“, um die eigene Überzeugung einer Prüfung zu unterziehen. Die Frage, ob man wohl das „Glück des ganzen Lebens verwetten“ würde, mache auch den „stutzig“, der zunächst jeden Irrtum ausschließt. Als Element literarischer Handlung bietet die Wette zwar ästhetisch reizvolle Möglichkeiten. Doch Figuren, die sich ihrer als Werkzeug der Reflexion und Erkenntnis bedienen, scheinen mit ihr durchgängig krachend an der Unberechenbarkeit der Welt und des Mitmenschen zu scheitern – wäre da nicht Goethes Faust, der sich in eine listige Wette mit dem Teufel flüchtet, am Ende aber gerade durch ihren Verlust gerettet wird.
An Exemplary Discussion of Deontic Restrictions' Place, Point, and Justifiability
Is it permissible to kill an innocent person against her will in order to prevent several other innocent persons from being killed against their will? The answer to which this essay comes after extensive discussion is – under certain conditions and limitations – affirmative.
On the way to this answer, the book offers a comprehensive in-depth discussion of so-called deontic restrictions – that is, the idea of an action’s being prohibited in circumstances in which performing it once would be the only way to prevent its being performed multiple times. It offers a comprehensive in-depth discussion of existing approaches to justify deontic restrictions – where many of these approaches undergo a deeper critical examination for the first time ever. In addition, the book clarifies some adjoining questions, such as why deontic restrictions are often perceived as problematic or how the concept of agent-relativity should best be understood and formalized. Put into broader perspective, the conclusions offered should have a bearing on a number of debates in normative ethics, not least on the debate between deontologists and consequentialist.