Eine Religionsphilosophie. Aus dem Schwedischen übersetzt und herausgegeben von Christian Tapp, unter Mitarbeit von Elisa Neuschulz
HerausgeberIn: Christian Tapp
Rainer Carls bietet in diesem Lehrbuch eine Philosophische Theologie von einem klassisch katholischen Standpunkt. Religion und Glaube werden aus der Perspektive der Vernunft in den Blick genommen.
Wichtige Fragen des Buches sind, wie wir über Gott sprechen können, ob es ihn gibt und was wir darüber wissen können. Gottesbegriffe wie der des allervollkommensten Wesens, der ersten Ursache oder des absoluten Geistes werden vorgestellt und diskutiert. Schließlich werden Aspekte von Gottes Beziehung zur Schöpfung besprochen: sein Verhältnis zum Bösen in der Welt, zur Freiheit des Menschen und zur Weltgeschichte. Ein längeres Kapitel zur Geschichte der natürlichen Theologie rundet die Darstellung ab.
Was ist Selbstbewusstsein? Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, dass Selbstbewusstsein ein Fall von intentionalem und repräsentationalem Bewusstsein ist, entwickelt dieses Buch ein alternatives Modell: Selbstbewusstsein ist ein Phänomen sui generis und besteht in einem performativen Akt.
Lässt sich Selbstbewusstsein mit den begrifflichen Mitteln intentionaler und repräsentationaler Theorien des Selbstbewusstseins vollständig erklären? Die provokante These dieser Untersuchung lautet: Intentionales Selbstbewusstsein setzt präreflexives Selbstbewusstsein voraus, das im Rahmen repräsentationaler Theorien nicht erklärt werden kann. Als neuer Leitbegriff der Theorie der Subjektivität wird der Begriff der Performativität vorgeschlagen.
Handlungstheoretische Ethikbegründung im Ausgang von Gewirth und Korsgaard
In der jüngeren praktischen Philosophie sind verschiedene Theorien entwickelt worden, die das Problem der Rechtfertigung von praktischer Normativität mittels Rekurs auf handlungstheoretische Reflexionen zu lösen versuchen. In vorliegender Studie werden diese Theorien kritisch rekonstruiert.
Im Mittelpunkt der Analysen stehen vor allem die beiden Ansätze von Alan Gewirth und Christine Korsgaard. Sie dienen als Ausgangspunkte für weiterführende Argumente, die für die allgemeine Tragfähigkeit der Idee praktischer Ethikbegründungen entwickelt werden.
Neu bearbeitet und herausgegeben von Stefan Majetschak
HerausgeberIn: Stefan Majetschak
Das Buch „Kunst“ von Clive Bell, das 1914 erschien, ist ein Klassiker der Kunsttheorie, der noch heute starke Beachtung findet und moderne Strömungen der Kunsttheorie inspiriert. Clive Bell war als bedeutender Kunstkritiker Mitglied der legendären Bloomsbury Group, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts die kulturelle Modernisierung Englands vorantrieb. Bell geht es in seinem Buch um die Frage, welche Eigenschaft ein Werk zu einem Kunstwerk macht. Seine Antwort: Es ist die „signifikante Form“, die allen Kunstwerken gemeinsam ist und die unser ästhetisches Gefühl auslöst. Diese auf die Form bezogene essentialistische Kunstauffassung ist nicht unwidersprochen geblieben, ist aber bis heute ein wichtiges Dokument einer formalistischen Ästhetik, die zu ihrer Zeit den post-impressionistischen Malern wie Cézanne, Matisse und Picasso in der angelsächsischen Welt zum Durchbruch verhalf.Die zuletzt im Jahr 1922 erschienene deutsche Übersetzung von Paul Westheim wird hier in einer vollständig überarbeiteten Fassung neu vorgelegt.
The Text and its History
HerausgeberIn: Christian Erbacher
Every student of the twentieth century has heard both of the great Viennese economist Friedrich von Hayek and of the equally great philosopher Ludwig Wittgenstein. But what isn’t well known is that the two were distant cousins and that, shortly after Wittgenstein’s death in 1951, Hayek set out to write a biography of his cousin. The project was derailed by Wittgenstein family members, who felt it was to soon to publish such a work. But Hayek’s draft acquired an underground readership, and Wittgenstein’s biographers have used it extensively.Here finally, is the text of that work itself. Hayek’s account has the great merit of being close to its subject; the draft, moreover sheds light, not only on Wittgenstein but on Hayek as well. Allan Janik’s elegant afterword makes these links clear. Anyone interested in Wittgenstein or, for that matter, in the thought and culture of the earlier twentieth century, will want to read Christian Erbacher’s excellent edition of Hayek’s draft biography. – Marjorie Perloff
Über den Ausstieg aus kulturellen und religiösen Gruppen
Als Bürger liberaler Rechtsstaaten begreifen wir die Möglichkeit, eine Gruppe zu verlassen, der wir nicht länger angehören möchten, als Teil unseres alltäglichen Lebens. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob bzw. in welcher Weise ein Ausstieg aus religiösen und kulturellen Gruppen möglich ist und welche Verantwortlichkeiten sich für den oder die Ausstiegswillige/n selbst, die betroffene Gruppe und vor allem den liberalen Rechtsstaat ergeben.Hintergrund ist die Tatsache, dass Fälle denkbar sind, in denen die durch Minderheitenrechte institutionell gesicherte Autorität der kulturellen oder religiösen Gruppe für gruppeninterne Minderheiten ein Problem wird.
Philosophische Theorie der Angst und Übung in philosophischer Freiheit
Was ist Angst? Was sagt die Tatsache, dass wir bestimmte Ängste empfinden, über unser Selbstverständnis als Personen aus? Das Buch bietet eine differenzierte philosophische Analyse des Gefühls der Angst, die Einsichten der zeitgenössischen Debatte ebenso aufgreift wie Gedanken der existenzphilosophischen Tradition. Im Zentrum stehen die ebenso alltäglichen wie faszinierenden Phänomene selbstreflexiver und stimmungsmäßiger Angst. In Sprache und Stil ist das Buch analytisch, in Inhalt und Geist jedoch existenziell. Es versteht sich selbst als Übung in philosophischer Freiheit, in der es wesentlich auch darum geht, Klarheit über das jeweils eigene Philosophieverständnis zu erlangen.
Denken darstellen
HerausgeberInnen: Alexander Fischer und Annett Wienmeister
Nichtsprachliche Darstellungsformen in der Kunst finden als Medien der Vergegenwärtigung und Vermittlung philosophischer Fragestellungen gesteigerte Aufmerksamkeit. Dieser Band widmet sich aus erkenntnistheoretischer Perspektive der Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen künstlerischer Darstellungen philosophischen Denkens.
Experten der Disziplinen Kunsttheorie und Philosophie wie Elke Bippus, Horst Bredekamp, Dieter Mersch, Klaus Sachs-Hombach u. a. setzen dabei einen Fokus auf Bilder, Filme, Ausstellungspraktiken und Architektur. Die einzelnen Texte sind auch durch Graphic Recordings des Zeichners Sebastian Lörscher festgehalten, wodurch die Forschungsbeiträge selbst im Dialog mit einer künstlerischen Darstellungsform stehen.
Philosophie auf der Grenze
Erst kommt das Leben, dann der Tod, denken viele. Doch schon das Verweilen vor einem Grab eröffnet einen Dialog, der das Band zwischen dem Vergangenen und Gegenwärtigen spürbar werden lässt: Das Band der Kommunikation zwischen den Toten und den Lebenden scheint unzerreißbar. Der Tod – der eigene und der der anderen - ist eine Kategorie des Lebens, die jeden von uns zur Auseinandersetzung zwingt. Das Buch von Jean-Pierre Wils ist seit langer Zeit der erste, großangelegte Versuch einer Lehre vom Tod, einer Thanatologie, die ein umfassendes Panorama entfaltet: Todesarten, Todesangst, Todeszeitpunkt werden zum Thema ebenso wie die Frage nach der Unsterblichkeit, dem angemessenen Trösten und den Riten der Bestattung. Angesichts des Todes kommt die Philosophie an ihre Grenze – darum holt der Autor der Philosophie eine „Weggefährtin auf der Erkundungsfahrt zum Tod“ an die Seite, nämlich die Literatur. So wird das Buch zu einem einmaligen Grenzgang zwischen Philosophie und Literatur, zwischen Reflexion und Narration und beglaubigt den Satz von Saint-Exupéry: „Es wird aussehen, als wäre ich tot, und das wird nicht wahr sein.“
Assessing causal and moral responsibility for the things we fail to do
This book empirically investigates the social practice of ascribing moral responsibility to others for the things they failed to do, and it discusses the philosophical relevance of this practice. In our everyday life, we often blame others for things they failed to do. For instance, we might blame our neighbour for not watering our plants during our vacation. Interestingly, the attribution of blame is typically accompanied by the attribution of causal responsibility. We do not only blame our neighbour for not watering our plants, but we do so because we believe that not watering the plants caused them to dry up and die. In this book, I investigate how we make moral and causal judgments about omissions. I discuss different philosophical perspectives on this matter, and I outline to what extent the actual social practice is in line with philosophical theories.