Nach Titel durchsuchen

Klassische Texte der Messtheorie von 1696 bis 1999
Die Anwendung der Mathematik in der Formulierung wissenschaftlicher GeSetzesaussagen und Theorien hängt von der Ausbildung phänomen-spezifischer Größenbegriffe ab. Die Messung ist daher ein Grundproblem der Wissenschaftsphilosophie. Die durchgehende Quantifizierung sodann auch in Physiologie, messender Psychologie, Wirtschaftswissenschaft und zunehmend in der Organisation des Alltags lässt sie aber zu einem Kulturphänomen in einem viel weiteren Sinne werden. Dementsprechend war die Ausweitung der quantitativen Methode auch immer von scharfen Diskussionen begleitet, die sich in einer spannenden Literatur niederschlugen. In diesem Band sind facettenreiche Aufsätze zur Messtheorie aus dreihun-dert Jahren versammelt. Er bietet damit einen Überblick über eine teilweise wenig bekannte Literatur gleichwohl prominenter Autoren wie Leibniz, d'Alembert, Gauß und Mach. Einige der Texte liegen erstmals in deutscher Sprache vor. Jedem der Texte ist eine kurze erläuternde Einführung beigegeben. Der Band dient damit als Quellensammlung, kann aber auch als historische Einführung in die Messtheorie gelesen und als Grundlage zur Gestaltung von Seminaren herangezogen werden.
Eine kritische Untersuchung deflationärer Wahrheitskonzeptionen
Deflationäre Wahrheitskonzeptionen genießen in der gegenwärtigen analytischen Philosophie große Aufmerksamkeit. Dieses Buch versucht einen kritischen Beitrag zur aktuellen Debatte über diese Wahrheitskonzeptionen zu leisten. Es wird zunächst das Ziel verfolgt, deflationäre Wahrheitskonzeptionen von anderen Wahrheitskonzeptionen möglichst klar abzugrenzen. Daran anschließend werden drei sehr verbreitete Versionen deflationärer Wahrheitskonzeptionen detailliert dargelegt und einer kritischen Überprüfung unterzogen. Im dritten Teil des Buches wird eine Konzeption der Wahrheit verteidigt, die wesentliche Einsichten deflationärer Wahrheitskonzeptionen aufnimmt, jedoch in einigen entscheidenden Punkten über diese hinausgeht. Die hier vertretene Konzeption beinhaltet einerseits eine Bestimmung der Eigenschaft der Wahrheit mittels einer Generalisierung des Schemas 'Die Proposition, dass p, ist wahr genau dann, wenn p', und sie legt andererseits die Einsicht nahe, dass die Auffassung der Wahrheit selbst grundsätzlich nicht bestimmt werden kann.
Philosophische Aufsätze für Georg Meggle
Menschen sprechen und werfen Bomben, philosophieren und steigen auf Berge. Dieser Band versammelt dreiundzwanzig Versuche, diese Hand-lungen – und das Handeln überhaupt – zu beleuchten. Besonderen Raum nimmt das Verstehen von Handlungen ein, mit denen etwas zu verstehen gegeben werden soll; und das Bewerten von Handlun-gen, gewaltsamen und anderen, als vernünftig oder unvernünftig, als gut oder schlecht. Mit Beiträgen von Christoph Fehige, Günther Grewendorf, Ted Honde-rich, Beatrice Kobow und Fitzgerald, Nikola Kompa, Wolfgang Lenzen, Weyma Lübbe, Christoph Lumer, Daniel Messelken, Julian Nida-Rümelin, Igor Primoratz, Richard Raatzsch, Peter Rohs, Oliver R. Scholz, Rudolf Schüssler, Peter Singer, Wolfgang Spohn, Pirmin Stekeler-Weithofer, Raimo Tuomela, Franz von Kutschera, Ulla Wessels und Véronique Zanetti.
Die Philosophie des Geistes ist heute eine der aktivsten philosophischen Disziplinen. Doch dieser Aktivismus steht in einem merkwürdigen Kontrast zur Beschränkung des Horizonts der Disziplin. Die Philosophie des Geistes ist von Hegel eröffnet worden. Er hat das Geistige vor allem von seinen großen Schöpfungen her in den Blick genommen wie Sprache, Recht, Moral, Kunst, Wissenschaft und Religion. Die heutige Philosophie des Geistes beschränkt sich dagegen meist auf das Studium etwa jenes psychischen Lebens, das wir mit Maulwürfen teilen. Dieses Buch ist ein leidenschaftliches Plädoyer für die Rückgewinnung der Vielfalt und Dimensionen des menschlichen Geistes, mit denen es die Philosophie immer schon zu tun hatte. Der erste Teil des Buches beschäftigt sich mit der Eigenart der seelisch-geistigen Wirklichkeit. Einen Schwerpunkt bildet dabei unsere Fähigkeit zur Reflexion, zur Thematisierung sowohl mentaler Akte wie ihrer Produkte, der abstrakten Gegenstände wie Begriffe, Propositionen, Mengen, Zahlen, Theorien, Normen usw. - all dessen also, was Gottlob Freges "drittes Reich" und Karl Poppers "dritte Welt" ausmacht. Im zweiten Teil geht es um das Leib-Seele-Problem, das Verhältnis von Psychischem zu Physischem. Drei klassische Positionen zum Leib-Seele-Problem werden diskutiert: Materialismus, Idealismus und Dualismus. Dabei erweist sich eine Form des Dualismus, der Polare Dualismus, als die am besten begründete Position. Abschließend wird das dritte große Thema der Philosophie des Geistes diskutiert: Was tragen ihre Überlegungen zu unserem Menschenbild bei? Und wie stellt sich von ihnen her insbesondere die klassische Vorstellung vom Menschen als Vernunftwesen dar?
Reihe: nachGedacht
Thomas Kuhn prägte maßgeblich die wissenschaftsgeschichtliche Wende in der Wissenschaftstheorie. Wissenschaft ist demnach als ein historischer Prozess zu charakterisieren, der zwei Perioden umfasst: Paradigmageleitete Normalwissenschaft sowie durch Krise und (mögliche) Revolution gekennzeichnete außerordentliche Forschung. Damit wendet sich Kuhn in zwei Hinsichten gegen reine Rechtfertigungstheorien wie Logischer Empirismus und Kritischer Rationalismus: Erstens werden in der Normalwissenschaft keine Theorien getestet – weder zum Zwecke der Bestätigung noch kritisch in Falsifikationsversuchen. Vielmehr wird lediglich ein Paradigma als Instrument des 'Rätsellösens' angewendet. Zweitens ist die Theorienwahl in Revolutionen nicht nur logisch bzw. rational gesteuert, sondern auch durch soziologische und individualpsychologische Faktoren. Wie aber steht es dann um die kritische Haltung der Wissenschaftler? Worin besteht der Fortschritt bei Revolutionen, wenn wechselnde Paradigmen gar 'inkommensurabel' sind? Die Diskussion dieser Fragen steht im Zentrum des Bandes. Nach einer biographischen Einführung werden Kuhns Positionen aus ihrem philosophiehistorischen Kontext heraus entwickelt und die wichtigsten Begriffe diskutiert. Die Wirkung von Kuhns Konzeption zeigt sich sodann in der Kontroverse mit Popper, Lakatos und Feyerabend. Abschließend werden aktuelle Tendenzen der Wissenschaftstheorie mit Kuhn konfrontiert.
Ascertaining the nature and scope of a priori knowledge is of key import to philosophical thought. Philosophers do not merely ponder this issue in order to solve an epistemological puzzle. Philosophers do also strive to understand the a priori in order to understand what doing philosophy amounts to. So what is the nature of a priori knowledge? And is philosophy an a priori endeavour? Starting off from such epistemological and meta-philosophical considerations, the papers here collected trace the import and role of a priori knowledge through the diverse disciplines of philosophy - from metaphysics to ethics, and from the philosophy of Language to the philosophy of science. The Contributors A. Burri, S. Psillos and D. Christopoulou, G. Ernst, H.-J. Glock., S. Häggqvist, P. Horwich, N. Kompa, C. Misselhorn, C. Nimtz, G. Rey, O. Scholz, W. Spohn, I. Stojanovic, N. Strobach, C. Suhm
Gibt es Regeln des Findens? In der Wissenschaftstheorie scheiden sich in diesem Punkt die Geister: vor allem kritische Rationalisten betrachten den context of discovery in erster Linie als ein Feld genialer, kreativer Einfälle, das allenfalls Thema einer Psychologie sein kann, für die Frage der logischen Rechtfertigung jedoch keine Rolle spielt. Dagegen werden in diesem Buch Bausteine einer rationalen Heuristik in der vormodernen Logik bei J. H. Lambert, J. F. Fries und B. Bolzano aufgewiesen. Die Problemgeschichte der logischen Methodenlehre zeigt, 1. dass die Lehre vom Finden (Heuristik) es nicht mit endgültiger Rechtfertigung, sondern mit begründeter Zustimmung unter Vorbehalt zu tun hat, 2. dass sich im Bereich begründeter Vermutungen nicht trennscharf zwischen Genese und Geltung der Erkenntnis unterscheiden lässt, 3. dass am Leitfaden einer Unterscheidung zwischen verschiedenen Folgerungstypen in Logik, Wahrscheinlichkeitsrechnung und Rhetorik Regeln des Findens bestimmt werden können, 4. dass für begründete Vermutungen nicht dieselbe behauptende Kraft verlangt werden darf, die logisch gerechtfertigte Aussagen aufweisen.
Zur Wahrnehmung und Modellierung der geschichtlichen Welt
Interkulturelle Philosophie legt den historisch kontingenten und insofern mit dem partikulären Risiko der Fehlinterpretation behafteten und mithin dem Irrtum ausgesetzten Charakter einer philosophisch-historiographischen Praxis bloß, die alle nicht-europäischen philosophischen Traditionen nur vom Standpunkt der europäischen Philosophie(n) aus thematisiert und das tertium comparationis ausschließlich nur bei sich selbst dingfest macht. Diese Problemlage ist besonders auch für Logiken aufzuarbeiten. Logik ist nicht ein und für allemal gewählt und bleibt dann künftig unverändert erhalten. Vielmehr ist sie selbst geschichtlich verfaßt: Das Denken ist nicht nur das, was über alles, was es gibt und nicht gibt, denkt, es denkt auch insbesondere über sich selbst. Daher verändern sich nicht nur die Inhalte, über die gedacht wird, sondern es verändert sich auch die jeweilige geschichtliche Denkform, was fragen läßt: Können Erforschungen der Logik(en) zu Deutungen der kulturellen Geschichte(n) beitragen und umgekehrt Erforschungen der Geschichte(n) zu Deutungen der Logik(en)?
Libertäre politische Philosophie ist ihrem Selbstverständnis nach freiheitsradikal. Abgesehen von einem Minimalstaat, der das Leben und Eigentum seiner Bürger schützt, soll in allen Bereichen der Gesellschaft laissez-faire herrschen. Aber ist ein solches Gesellschaftsmodell tatsächlich im Namen der Freiheit zu verteidigen? Das ist die erste Leitfrage dieses Buches. Zu ihrer Beantwortung analysiert der Autor zunächst den Begriff der Freiheit und den Begriff eines moralischen Rechts, um danach den Versuch zu unternehmen, mit diesen Begriffen eine allein auf einem moralischen Recht auf Freiheit basierende libertäre politische Philosophie zu rekonstruieren. Die erste Leitfrage wird letztlich affirmativ beantwortet: Der Libertarismus ist die reinste Philosophie der Freiheit. Doch stellt sich noch eine zweite zentrale Frage: Gibt es gute Gründe, sich diese Philosophie auch zu eigen zu machen? Es werden drei Begründungsversuche des Libertarismus diskutiert und am Ende als nicht erfolgreich zurückgewiesen. Das Buch schließt mit einem Ausblick, in dem für die Aufnahme eines starken Rechts auf Freiheit in eine pluralistische politische Philosophie geworben wird.
Sinneskanäle, Hirnwindungen und Grenzen der Wahrnehmung
HerausgeberIn: Rainer Rosenzweig
Ist was wir wahrnehmen … … nicht wahr? Informationen, die wir über unsere Sinnesorgane erhalten, reichen in der Regel nicht aus, um ein vernünftiges Bild von der Außenwelt bereit zu stellen. Unser Gehirn filtert, selektiert und deutet die eintreffenden Sinnesdaten. Bewusst wird uns nur das Ergebnis dieses Prozesses. Dieses Wahrnehmungsergebnis beruht auf Hypothesen des Gehirns. Ist eine dieser Hypothesen falsch, kommt es zu einer Wahrnehmungstäuschung. Was wir wahrnehmen ist also … … nicht (immer) wahr! Täuschungen als bloße „Fehlleistungen“ abzutun, wäre aber verfehlt: Sie sind ein Triumph über ein auf den ersten Blick zwar nahe liegendes, aber letztlich wenig hilfreiches Konzept, die Welt einfach nur so genau wie möglich über die Sinne abzubilden. Relevant (etwa fürs Überleben) ist nicht in erster Linie, was „wahr“ ist, sondern was uns in die Lage versetzt, effektiv und sinnvoll auf unsere Umwelt zu reagieren. Wie kommt die Welt in den Kopf? Was macht das Gehirn daraus? Und welche Bedeutung hat all das für die menschliche Erkenntnisfähigkeit? Aktuelle Forschungsergebnisse liefern Grundlagen für die Debatte um das moderne Selbstverständnis des Menschen. Mit Beiträgen von Michael Bach, Heinrich H. Bülthoff, Hubert R. Dinse, Hinderk M. Emrich & Markus Zedler & Wolfgang Dillo, Karl R. Gegenfurtner & Alexander C. Schütz & Doris I. Braun, Hanns Hatt, Mirja Hubert & Peter Kenning, Birger Kollmeier, Bernd Lingelbach & Walter H. Ehrenstein jr., Michael Pauen, Wolf Singer