Wir erleben heute einen deutlichen Wandel in den Interessen und im Selbstverständnis der Philosophie. Diese Geschichte der Philosophie ist eine Geschichte der philosophischen Erkenntnis und keine narrative Darstellung von philosophischen Epochen oder Schulen. Damit trägt sie dem gegenwärtigen Interesse an analytischer Durchdringung zentraler philosophischer Fragen Rechnung und unterscheidet sich von vorliegenden Philosophiegeschichten.
Im Rückblick auf die lange Tradition der Philosophie wird die Genese wichtiger Einsichten und ihre Weiterführung in Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Religionsphilosophie, Ethik u.a. dargestellt. So verbindet sich das systematische mit dem historischen Interesse: Es werden die großen Zusammenhänge, Tendenzen, Parallelen und Unterschiede herausgearbeitet. Der systematische Standpunkt kann nur der der Gegenwart sein, und so fordert diese Philosophiegeschichte den Leser zur kritischen Prüfung von Gewicht und Tragfähigkeit der entwickelten Argumente und Einsichten auf.
The Text and its History
Contributor: Allan Janik
Every student of the twentieth century has heard both of the great Viennese economist Friedrich von Hayek and of the equally great philosopher Ludwig Wittgenstein. But what isn’t well known is that the two were distant cousins and that, shortly after Wittgenstein’s death in 1951, Hayek set out to write a biography of his cousin. The project was derailed by Wittgenstein family members, who felt it was to soon to publish such a work. But Hayek’s draft acquired an underground readership, and Wittgenstein’s biographers have used it extensively.Here finally, is the text of that work itself. Hayek’s account has the great merit of being close to its subject; the draft, moreover sheds light, not only on Wittgenstein but on Hayek as well. Allan Janik’s elegant afterword makes these links clear. Anyone interested in Wittgenstein or, for that matter, in the thought and culture of the earlier twentieth century, will want to read Christian Erbacher’s excellent edition of Hayek’s draft biography. – Marjorie Perloff
Handlungstheoretische Ethikbegründung im Ausgang von Gewirth und Korsgaard
In der jüngeren praktischen Philosophie sind verschiedene Theorien entwickelt worden, die das Problem der Rechtfertigung von praktischer Normativität mittels Rekurs auf handlungstheoretische Reflexionen zu lösen versuchen. In vorliegender Studie werden diese Theorien kritisch rekonstruiert.
Im Mittelpunkt der Analysen stehen vor allem die beiden Ansätze von Alan Gewirth und Christine Korsgaard. Sie dienen als Ausgangspunkte für weiterführende Argumente, die für die allgemeine Tragfähigkeit der Idee praktischer Ethikbegründungen entwickelt werden.
Eine kritische Untersuchung von Freges Konzeption der Existenz
Author: Dolf Rami
Freges Konzeption der Existenz zählt zu seinen einflussreichsten und originellsten Beiträgen zur Philosophie. In diesem Buch wird Freges Konzeption neu interpretiert, historisch eingeordnet, mit den wichtigsten verwandten Konzeptionen verglichen und einer detaillierten systematischen Kritik unterzogen. „Die sogenannte ‘Frege-Russell-Theorie der Existenz’, dass Existenz eine Eigenschaft von Eigenschaften ist, gilt als eine der wichtigsten Errungenschaften der analytischen Philosophie. Angesichts der philosophischen Bedeutung der Frege-Russell Theorie ist es überraschend, dass es bisher keine Monographie gibt, die sich ihrer Entwicklung und den Argumenten für sie widmet. Ramis Buch füllt eben diese Lücke. Es wirft neues Licht auf Freges Texte und entwickelt eine originelle, Frege-inspirierte Theorie der Existenz.“ - Mark Textor „Dieses Buch stellt eine neue Konzeption der Existenz vor, die sich aus der Kritik an Freges Auffassung herleitet: Das Kernstück ist eine neue und sehr differenzierte Interpretation, der zufolge Frege zwischen einem Begriff erster Stufe und einem Begriff zweiter Stufe der Existenz unterscheidet.“ - Dirk Greimann
Author: Michael Quante
Hegel’s philosophy of mind is a systematically current conception due to its consistent anti-scientism and its multifaceted rejection of all forms of philosophical scepticism and its being a conception that has many references to pragmatism.

In its detailed examination of Hegelian texts this book offers various systematic references to current philosophy of mind. From the starting point of a basis of action theory the specific moves of Hegel’s concept of mind are developed: The antidualistic synthesis of corporality and spirituality and the genuine sociability of the human mind create the framework in which Hegel develops a modern conception of concrete freedom.
The primary goal of this book is to turn Hegel’s philosophy of mind into fertile terrain for the addressing of central problems of the present by bringing his systematic views into a dialogue with philosophical positions which have proponents today.

“Quante’s Hegel deserves to play a significant role in discussions of the most important contemporary issue in philosophy: the nature and importance of human freedom.” (Robert Pippin)
Vom Verhältnis zwischen Objektivität und Subjektivität in den historischen Wissenschaften
Die klassische Wissenschaftstheorie konzentriert sich oft auf die Naturwissenschaften und hat für die historischen Disziplinen nicht viel Raum. Dabei bieten sowohl die fachinternen Debatten der geschichtlichen Wissenschaften als auch die modernen philosophischen Ansätze gemeinsam einen fruchtbaren Boden, um zusammen neue Erkenntnisse zu schaffen. In diesem Band nähern sich Philosophen und Historiker aus verschiedenen Perspektiven dem Fragenkomplex, ob und inwiefern die historischen Disziplinen objektiv sind und was wir aus diesen Fragen lernen können.
Author: Sven Walter
Editor: Sven Walter
Die Debatte um „das“ Problem der Willensfreiheit, die in jüngster Zeit auch in empirische Nachbardisziplinen, das Feuilleton und sogar die Belletristik auszustrahlen begann, dreht sich um ein Sammelsurium an Fragen, die uns bereits die gesamte Philosophiegeschichte hindurch begleiten. Im Kern geht es dabei immer um die Frage, was es bedeutet, wenn man uns attestiert, über einen freien Willen zu verfügen und für unser Verhalten (moralisch) verantwortlich zu sein.
Dieser Grundkurs, als Lehrbuch konzipiert, bietet 13 zentrale Texte zur Entwicklung der Willensfreiheitsdebatte im angelsächsischen Raum in deutscher Übersetzung. Die Übersetzungen werden von didaktischen Elementen flankiert: So werden wichtige Zusatzinformationen zum Autor, vertiefende Zitate und Beispiele, ein Glossar und abschließende Kontroll- und Diskussionsfragen angeboten.
Eine Auswahl aus seinen Schriften
Kants Texte zur Philosophie der Mathematik sind über sein ganzes Werk verteilt. In diesem Band wird zum ersten Mal eine chronologisch geordnete Auswahl angeboten, die die wichtigsten Textstücke zusammenstellt. So ermöglicht diese zusammenhängende und umfangreiche Textbasis einen synoptischen Blick auf Kants Positionen zur Philosophie der Mathematik und erlaubt die Bearbeitung auch heute noch relevanter mathematischer Fragestellungen: Ein Standardwerk!
Kant hat sich sein ganzes akademisches Leben mit der Philosophie der Mathematik befasst. Er hat aber nie ein zusammenhängendes Werk dazu geschrieben; dennoch gibt es in fast allen seinen Schriften und Vorlesungen Überlegungen zu Themen der Mathematik.
Eine philosophische Studie zu Autorität, Selbstkonstitution und Autonomie
Warum und in welchem Sinne sollen wir „selbst denken“? In dieser philosophischen Studie wird anhand von Überlegungen zu Autorität, Autonomie und der Selbstkonstitution von Personen gezeigt: Wir haben uns selbst gegenüber die Pflicht, uns letztinstanzliche Autorität zuzuschreiben.
Unser menschliches Selbstverständnis ist geprägt von dem Anspruch, selbst zu denken und zu entscheiden. Dem steht ein menschlicher Hang zu Autoritätshörigkeit und Verantwortungsabgabe gegenüber. Doch Hörigkeit, so lässt sich anhand von Überlegungen zur Selbstorganisation von Personen zeigen, ist Selbstboykott: Wer sich nicht selbst als letztinstanzliche Autorität begreift, nimmt sich die Möglichkeit des Lernens und damit der Selbstbildung zu einer Person mit einem eigenen, funktionalen Wertesystem. Wir müssen in einem bestimmten Verhältnis zu uns selbst und zu unseren Einstellungen stehen, um an sozialen Verbindlichkeiten Anteil nehmen und Adressaten von Pflichten und Normen sein zu können.
Zur Widerlegung einer populären These
Dieses Buch vertritt eine provokative neue These: Kant befand sich bis kurz vor seinem Tode durchaus im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte. Die detaillierte Analyse seiner Schreibstrategien und die Interpretation zweier hier erstmals Kant zugeschriebenen Schriften belegen dies eindrucksvoll.
Im Verlauf der Interpretationsgeschichte der kantischen Werke wurde zunehmend die Einschätzung kolportiert, Kant habe sich in der letzten Phase seines Lebens aus Altersschwäche zurückgezogen und sei senil gewesen. Maja Schepelmann weist demgegenüber detailliert auf, dass bestimmte Äußerungen Kants vor dem Hintergrund seiner methodischen Skepsis in Werk und Selbstverständnis als ironische, satirische und parodierende Äußerungen zu lesen sind: Kant präsentiert sich in seinen späten Schriften und vor allem in den Briefen, die bisher als Belege für seine Senilität galten, als rhetorisch und literarisch sehr geschickter, teils subtil ironischer Autor.
So gelingt es Kant in zwei umfangreicheren Schriften, die die Autorin aufgrund ihrer souveränen Kant-Kenntnis erstmals Kant zuschreiben kann, seine Philosophie überzeugend gegen Anfeindungen und Unverstand zu verteidigen. Sein Ziel, dass die Philosophie insgesamt durch die Fähigkeit der Vernunft zur Selbstkritik zu einer systematischen Geschlossenheit finden solle, wurde allerdings seit 1795 durch das Aufkommen einer kriegerischen Stimmung unter den Philosophen in Deutschland massiv torpediert. Ihr Gezänk und lautes Gebaren stand in einem bislang nie analysierten Kontrast zu dem durch Ironie und in Form von anonymen Veröffentlichungen eher stillen Protest Kants. Dieser Kontrast entfaltete eine nachhaltige Wirkung auf die Arbeit der Philosophiehistoriker im 19. Jahrhundert, was die unhaltbare These der Senilität Kants befestigen half.