Strukturen des Wettens und seiner literarischen Darstellung
Wetten kennen wir als alltäglich spielerische Möglichkeit, mit Ungewissheit und Meinungsstreit umzugehen. Doch ein genauer Blick auf die Struktur solcher Abmachungen legt manche Hintergründigkeit offen. Literarische Beispiele erzählen die Wette meist als Scheitern einer naiven Haltung zu Entscheidungs- und Konfliktsituationen. Für Kant war die Wette der „Probierstein“, um die eigene Überzeugung einer Prüfung zu unterziehen. Die Frage, ob man wohl das „Glück des ganzen Lebens verwetten“ würde, mache auch den „stutzig“, der zunächst jeden Irrtum ausschließt. Als Element literarischer Handlung bietet die Wette zwar ästhetisch reizvolle Möglichkeiten. Doch Figuren, die sich ihrer als Werkzeug der Reflexion und Erkenntnis bedienen, scheinen mit ihr durchgängig krachend an der Unberechenbarkeit der Welt und des Mitmenschen zu scheitern – wäre da nicht Goethes Faust, der sich in eine listige Wette mit dem Teufel flüchtet, am Ende aber gerade durch ihren Verlust gerettet wird.
Interpretationen
Der Band führt in das lyrische Gesamtwerk von Ulrike Draesner ein. Eine Reihe von Interpretationen zu einzelnen Gedichten und Gedichtgruppen folgt seiner chronologischen Entwicklung und vermittelt so einen Überblick, lässt thematische Schwerpunkte erkennen und zeigt seine fakturiellen Besonderheiten.
Die Interpretationen verdeutlichen dabei die Verwurzelung von Draesners Lyrik in literarischen Traditionen ebenso wie den selbständigen und innovativen Charakter ihrer experimentellen lyrischen Fakturen. Der Band will die Geschichte und das Gestaltungsspektrum des Werkzusammenhangs anhand von exemplarischen Gedichtinterpretationen nachzeichnen und zudem einen Beitrag zur Gegenwartsliteraturforschung im Allgemeinen wie zur Lyrikologie im Besonderen leisten.
Ist die drohende Klimakatastrophe überhaupt noch abwendbar – und mit welchen politischen Mitteln? Extreme Dürre, Hungersnöte, Massenmigration und die exorbitanten Folgekosten des Klimawandels – all das ist Teil der wissenschaftlichen Diskussion über die möglichen Konsequenzen des anthropogenen Klimawandels. Diese Prognosen werfen zahlreiche normativ-ethische Fragen auf: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für den Klimawandel? Was sind die Kosten und wie sollen sie gerecht verteilt werden? Lassen sich die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausemissionen überhaupt im Rahmen nationaler Demokratien durchsetzen oder bedarf es starker internationaler Institutionen mit besonderen Machtbefugnissen? Der Band macht wichtige Beiträge zur Klimaethik erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Neben zentralen Texten aus der internationalen Forschung finden sich die Debatte weiterführende Originalbeiträge.
Gottlob Frege wider den Zeitgeist
G9–84–92–93–02. Diesen fünfstelligen Schlüssel kennt der philosophische Kanon. Mit ihm erschließt sich das intellektuelle Wirken Gottlob Freges, verfasst in der Sprache der Logik. Doch wer kennt die Folge 82–87–99–06–08? Mit ihr öffnet sich der Subtext im Leben des Logikers, verfasst in der Sprache der Rhetorik. Die polemische Tonspur wurde zur autobiographischen Textur eines streitbaren Daseins wider den Zeitgeist, das mit einem Missverständnis seinen Anfang nahm und im Schweigen endete. Es ist dies die Geschichte Freges im Schatten seiner epochalen Werke. Hier wird sie erzählt.
Ein deutsch-japanischer Dialog
Der Band bringt deutsche wie japanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich dem Begriff der Person in seinen Dimensionen und vielfältigen Debattenkontexten sowie seinen historischen Prägungen widmen. Die Beiträge des Bandes gehen den historischen Konturen sowie systematischen Potenzialen des Begriffs nach. So werden die zahlreichen Kontexte theoretischer wie praktischer, klassischer wie zeitgenössischer Philosophie explizit, für die der Begriff der Person eine zentrale Rolle spielt.
Personhood and personality are essential features of human persons. Following the debate concerning ‘personal identity’ the metaphysical and the practical dimension of our personal lifeform are made explicit.The search for criteria for personal identity on the one hand and for person-making characteristics on the other hand are at the center of the philosophy of person. In this book the various dimensions of the personal lifeform of human beings which have been debated in analytical philosophy are examined. Thereby a new systematic conception is unfolded in which the metaphysical and the practical aspects of our personal lifeform are made explicit as a complex unity.
Do Animals Have a Time-Relative Interest in Continuing to Live?
Are animals mentally stuck in the present, unable to think beyond the here and now, or are they mental time travelers, capable of planning ahead in time? And why should this matter to us?
“Planning for the Future” provides a thorough conceptual clarification of the most important but ambiguously used concepts in the debate and differentiates between two types of planning. In analyzing several influential studies with birds and apes, the book concludes that there is indeed evidence for anticipatory planning in some animals, but not for strategic planning so far. In a chapter of its own, ethical consequences regarding the wrongness of killing animals from utilitarian and animal rights perspectives are laid out. Do at least some animals have a strong interest in continuing to live? Should they even be ascribed with a right not to be killed? And why might the awareness of our own mortality hinder us in finding answers?
An Exemplary Discussion of Deontic Restrictions' Place, Point, and Justifiability
Is it permissible to kill an innocent person against her will in order to prevent several other innocent persons from being killed against their will? The answer to which this essay comes after extensive discussion is – under certain conditions and limitations – affirmative.
On the way to this answer, the book offers a comprehensive in-depth discussion of so-called deontic restrictions – that is, the idea of an action’s being prohibited in circumstances in which performing it once would be the only way to prevent its being performed multiple times. The book’s leading question is whether there is a plausible rationale for deontic restrictions. To this effect, a taxonomy and critical discussions of the most important approaches to justify deontic restrictions are provided – where many of these approaches undergo a deeper examination for the first time ever. In addition, the book clarifies some adjoining questions, such as why deontic restrictions are often perceived as being problematic or how the concept of agent-relativity should best be understood and formalized. Put into broader perspective, the conclusions offered should have a bearing on a number of debates in normative ethics, not least on the debate between deontologists and consequentialist.
Ein Kommentar des Vorworts, des Nachworts und der einleitenden Paragrafen
In seinem Hauptwerk »Grundgesetze der Arithmetik« stellt Gottlob Frege sein Logizistisches Programm – ausgearbeitet in der Philosophie der Mathematik – dar. Er leitet die Axiome der Arithmetik allein mit Beweismitteln der Logik aus logischen Wahrheiten, den Grundgesetzen der Arithmetik, ab. Rainer Stuhlmann-Laeisz leitet ein in Gottlob Freges Philosophie der Logik und der Mathematik und kommentiert das Vorwort, das Nachwort sowie die einleitenden Paragrafen der »Grundgesetze«. Ebenfalls aufgenommen in den Band sind in leicht überschaubarer Zuordnung die kommentierten Fregeschen Texte. Das Buch ist auch für die akademische Lehre in den Anfangssemestern geeignet.

Was ist Intuition? Gibt es intuitive Erkenntnis? Intuition beschäftigt Philosophie, Psychologie und Alltagsdenken. Einschätzungen reichen dabei von „höchste Erkenntnisart“ bis „höchst unzuverlässig“.
Cyrill Mamin zeichnet zentrale Bestimmungen der Intuition in Philosophie und Psychologie nach. Wesentliche Fragen sind dabei: Wie ist es, eine Intuition zu haben? Wie kommt eine Intuition zustande? Auf dieser Grundlage bestimmt Mamin Intuition als maßgeblich nicht-propositionale Erkenntnisart, welche unsere intuitiven Überzeugungen rechtfertigen kann. Im Zentrum steht ein neuartiges Modell der intuitiven Rechtfertigung, das psychologische mit erkenntnistheoretischen Elementen verbindet. Dadurch lässt sich Intuition im Verhältnis zu anderen mentalen Akten (u.a. Wahrnehmung, Imagination, Delusion) näher bestimmen sowie ein kritischer Blick auf die philosophische Intuitionsdebatte werfen.