Der Begriff der Person wird häufig im Bereich der biomedizinischen Ethik angewandt, wie vor allem in der Abtreibungsdebatte. Es wird immer noch kontrovers darüber diskutiert, ob ein Embryo als Person anzusehen ist.
Dieses Buch zeigt einerseits auf, dass der Begriff der Person keinen Beitrag zur Antwort nach dem moralischen Status eines menschlichen Wesens am Lebensbeginn leisten kann. Andererseits wird jedoch deutlich, dass dieser Begriff für den Respekt gegenüber menschlichen Wesen am Lebensende hilfreich ist. Was bedeutet Respekt vor der Autonomie von Personen bei der Sterbehilfe und was bedeutet Respekt gegenüber dementen Personen, die nicht mehr autonom sind? Bei der Beantwortung dieser Fragen spielt der Begriff der Person eine entscheidende Rolle. Dieses Buch soll einen Beitrag zur Verdeutlichung der Grenzen und Gültigkeit des Begriffs der Person in der biomedizinischen Ethik leisten.
Philosophy of Religion Meets Philosophy of Mind
Panpsychism has become a highly attractive position in the philosophy of mind. On panpsychism, both the physical and the mental are inseparable and fundamental features of reality. Panentheism has also become immensely popular in the philo-sophy of religion. Panentheism strives for a higher reconciliation of an atheistic pantheism, on which the universe itself is causa sui, and the ontological dualism of necessarily existing, eternal creator and contingent, fi nite creation. Historically and systematically, panpsychism and panentheism often went together as essential parts of an all-embracing metaphysical theory of Being.
The present collection of essays analyses the relation between panpsychism and panentheism and provides critical reflections on the significance of panpsychistic and panentheistic thinking for recent debates in philosophy and theology.
An integrated account of joint action
Without joint action, man’s cultural, scientific and everyday achievements would be unthinkable. What special cognitive abilities make it possible for this to happen so often and in so many ways? Dancing, waging war, building a castle together in the sandbox - joint action is a central component of everyday life and the success of mankind. This ability is based on special socio-cognitive abilities, the scope and interplay of which characterize the human species. Literature often focuses on the large and complex forms of joint action.
This book represents an attempt to present a philosophical reconstruction of joint action through an interdisciplinary investigation of small forms with few actors. This is suitable for explaining the behavior of children and adults, as well as for taking into account empirical results from related disciplines, especially developmental psychology.
A Plea for the Promotion of a Collective Solution
What ought individual agents do with regard to climate change? This book challenges the common intuition that every individual agent is morally required to do her bit by refraining from individual polluting actions and still does not leave individuals off the hook. Climate change requires an extremely ambitious, collective solution. This book defends the primacy of promotional duties and focuses on getting individuals as members of society involved. By taking a rights-based approach, it provides a profound normative basis to lead a heated discussion e.g. with regard to what can reasonably be demanded of individuals. Next to addressing duties of specific groups of agents such as young parents, this book aims to derive concrete recommendations for action. But, more broadly, it aims to empower individual agents to finally be able to make a meaningful difference in the global fought against climate change.
Eine wissenschaftstheoretische Untersuchung zu Intervention, Invarianz und Prognose
Sind die Wirtschaftswissenschaften eine Wissenschaft? Benedikt Fait stellt sich auf Grundlage kausaltheoretischer Überlegungen dieser Sichtweise entgegen und kommt zu einem überraschenden Ergebnis.
Ziel des Buches ist die Anwendung der zurzeit viel diskutierten interventionistischen Kausaltheorie (James Woodward) auf die Ökonomik. Diese Anwendung kommt zu dem Ergebnis, dass Kausalurteile in der Ökonomik nur unzureichend zu begründen sind. Auf Grundlage wissenschaftstheoretischer Überlegungen wird daher eine neue Perspektive auf die Ökonomik vorgeschlagen: Statt sich primär an den Naturwissenschaften zu orientieren, sollte sich die Ökonomik vielmehr als eine Art abstrakte Kunst oder abstraktes Handwerk begreifen, das in der handelnden Auseinandersetzung mit seinem Gegenstand – der Ökonomie – ein tendenziell idiographisches und daher nur bedingt verallgemeinerbares Erfahrungswissen eruiert.
Fünf Disziplinen - eine Familie?
HerausgeberInnen: Heiner Raspe, Hans Georg Hofer und Ulrich Krohs
Praxis und Wissenschaft – wie hängen sie zusammen, wenn man ihr Verhältnis von der Praxis her denkt? Welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede ergeben sich hierzu zwischen klinischer Medizin, Psychotherapie, Rechtspflege, Seelsorge und Pädagogik? Alle fünf Disziplinen haben es seit jeher mit der „gebrechlichen Einrichtung der Welt“ zu tun. Ihr Umgang mit den ihnen aufgegebenen Patienten, Klienten, Mandanten, Trostsuchenden, Auszubildenden hat sich zunehmend verwissenschaftlicht, beschleunigt seit Mitte des 19. Jahrhunderts. Zum einen nehmen sie fortlaufend Ergebnisse diverser Bezugswissenschaften in sich auf. Zum anderen ist und war ihre Praxis immer auch ein Ort eigenständiger empirischer Forschung und Theoriebildung. Eingeleitet wird der Band durch einen historisch-genealogischen Beitrag; den Schluss bildet ein wissenschaftstheoretischer, der sich noch einmal der Familienähnlichkeit der Disziplinen widmet.
Zur Idee und Ethik von Gamification
Gamification, smarte Technologien und eine persistente digitale Erreichbarkeit führen dazu, dass immer mehr Lebensbereiche mit Aspekten von Spielen angereichert werden. Doch was zeichnet das Spiel eigentlich aus? Und ist es überhaupt möglich und ethisch legitim, das ganze Leben in ein Spiel zu verwandeln?
Vor dem Hintergrund einer humanistischen Anthropologie, die dem Menschen zutraut und zugleich zumutet, selbst Autor*in des eigenen Lebens zu sein, wird Gamification als durchaus problematische Manipulationsstrategie beschrieben, die kaum etwas mit dem Spiel zu tun hat und deren Einsatz nur unter bestimmten Bedingungen ethisch legitim ist. Denn, verabschieden wir uns nicht ein Stück weit von unserem Menschsein, wenn wir uns zurücklehnen und unser Leben in die Hände gamifizierter Anwendungen und Systeme legen, die uns durch ihre Spielmechanismen und Algorithmen gewissermaßen darauf programmieren, erwünschte Verhaltensweisen an den Tag zu legen? Schließlich sollten wir als autonome Subjekte in der Lage sein, selbst herauszufinden und umzusetzen, was wir für richtig und erstrebenswert halten.

Interdisziplinäre Perspektiven zwischen Philosophie und Praxis
Wissenschaftsreflexion: eine neue interdisziplinäre Perspektive auf die Geschichte, Theorie und Ethik der Wissenschaften sowie auf die praktischen Auswirkungen von wissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis. Die Wissenschaften sehen sich gegenwärtig mit Blick auf ihre Geltungs- und Wahrheitsansprüche, ihre Vertrauenswürdigkeit und ihre Rolle in der Gesellschaft vor grundlegende Herausforderungen gestellt. Die Diskussionen betreffen dabei so unterschiedliche Themen wie Unsicherheit, Scheitern oder „Fake News“ in den Wissenschaften, Klimawandel, Gentechnik, Impfungen und Alternativmedizin oder Evolutionstheorien. Nur eine interdisziplinär angelegte Reflexion über die Rolle der Wissenschaften, ihren Erkenntnisanspruch und ihre Methoden wird diesen neuen Herausforderungen gerecht.
Mit dem vorliegenden Band wird erstmals der Begriff der Wissenschaftsreflexion differenziert eingeführt und interdisziplinär diskutiert. Der Band umfasst vielfältige Beiträge zu Grundlagen- und Anwendungsfragen aus unterschiedlichen Disziplinen, die gemeinsam eine pluralistische Perspektive eröffnen und konkrete Lösungsmöglichkeiten aufzeigen.

Ist die drohende Klimakatastrophe überhaupt noch abwendbar – und mit welchen politischen Mitteln? Extreme Dürre, Hungersnöte, Massenmigration und die exorbitanten Folgekosten des Klimawandels – all das ist Teil der wissenschaftlichen Diskussion über die möglichen Konsequenzen des anthropogenen Klimawandels. Diese Prognosen werfen zahlreiche normativ-ethische Fragen auf: Wer trägt eigentlich die Verantwortung für den Klimawandel? Was sind die Kosten und wie sollen sie gerecht verteilt werden? Lassen sich die dringend erforderlichen Maßnahmen zur Verringerung der Treibhausemissionen überhaupt im Rahmen nationaler Demokratien durchsetzen oder bedarf es starker internationaler Institutionen mit besonderen Machtbefugnissen? Der Band macht wichtige Beiträge zur Klimaethik erstmals in deutscher Sprache zugänglich. Neben zentralen Texten aus der internationalen Forschung finden sich die Debatte weiterführende Originalbeiträge.
Gottlob Frege wider den Zeitgeist
G9–84–92–93–02. Diesen fünfstelligen Schlüssel kennt der philosophische Kanon. Mit ihm erschließt sich das intellektuelle Wirken Gottlob Freges, verfasst in der Sprache der Logik. Doch wer kennt die Folge 82–87–99–06–08? Mit ihr öffnet sich der Subtext im Leben des Logikers, verfasst in der Sprache der Rhetorik. Die polemische Tonspur wurde zur autobiographischen Textur eines streitbaren Daseins wider den Zeitgeist, das mit einem Missverständnis seinen Anfang nahm und im Schweigen endete. Es ist dies die Geschichte Freges im Schatten seiner epochalen Werke. Hier wird sie erzählt.