Volume Editor: Dirk Hartmann
Blick ins Buch

Band I des Werkes „Neues System der philosophischen Wissenschaften im Grundriss“ behandelt zentrale erkenntnistheoretische Probleme in ihrem Zusammenhang: „Was ist Wissen?“, „Ist Wissen überhaupt möglich?“, „Gibt es Formen substanzieller nicht-empirischer Wahrheit?“, „Gibt es eine ideale Sprache?“, „Lässt sich eine Logik begründen?“ und „Was ist Wissenschaft?“
Da es sich um den ersten Band des Gesamtsystems handelt, wird zu Beginn zudem die Frage „Was ist Philosophie?“ aufgeworfen und dargelegt, weshalb die Philosophie mit der Erkenntnistheorie (im weitesten Sinn) beginnen sollte. Außerdem wird das leitende Sinnprinzip des Gesamtwerkes, das Prinzip der Wissbarkeit, begründet und gegen einschlägige Einwände verteidigt.
Gerechtigkeit hat eine zeitliche Dimension. Sie mag eine ewige Idee sein, als Zustand ist sie aber nicht von Dauer. Denn Gerechtigkeit lässt sich nicht ein für alle Mal herstellen, sondern nur für konkrete Zeitpunkte und Zeiträume konstatieren. Für unser Urteil darüber, was in einer bestimmten Situation oder in einer bestimmten Hinsicht gerecht ist, spielt das Verstreichen von Zeit deshalb eine entscheidende Rolle: Wie lange sind menschliche Willensäußerungen als verbindlich anzusehen? Wie weit in die Zukunft und wie weit in die Vergangenheit reicht die Verantwortung, die wir für unsere Handlungen haben? Ist es plausibel, dass die Verantwortung für eine Handlung verjährt? Und welche Bedeutung kommt dem Verstreichen von Zeit bei der Allokation knapper Güter und für die Gewährleistung von Chancengleichheit zu?
Der Band veranschaulicht die zeitliche Dimension der Gerechtigkeit, die in der Ethik bisher kaum beachtet worden ist, aus philosophischer, rechtswissenschaftlicher und sozialwissenschaftlicher Perspektive. Dabei zeigt sich, dass jede Theorie gerechter Verteilung dem Verstreichen von Zeit Rechnung tragen muss und Zukunftsethik sich nicht nur auf das Verteilungsparadigma stützen kann.
Die Beiträge stammen von Jan Niklas Bunnenberg, Thomas Gutmann, Sören Hilbrich, Ortrud Leßmann, Thomas Meyer, Johannes Müller-Salo, Esther Neuhann und Nadia Primc.
Untersuchungen zur Form des Denkens und Sprechens
Die Untersuchung zielt auf eine systematische Begründung der von Frege und Wittgenstein initiierten sprachphilosophischen Wende. Ihr zentrales Thema ist das Verhältnis zwischen Gedanken und ihrem Ausdruck. Entwickelt wird eine neuartige Begründung dafür, dass wir im Denken nicht zufällig auf den Gebrauch von Ausdrücken angewiesen sind. Vielmehr sind Gedanken notwendig an Ausdruck gekoppelt, ohne sich mit diesem gleichsetzen zu lassen. Dabei wird die logisch-philosophische Wende zur Sprache zu einer Wende zum Ausdruck verallgemeinert: Dem sprachlich artikulierten Denken muss ein vorsprachliches Denken vorangehen, dessen Ausdruck etwa gestisch-mimischer Art sein kann. Allerdings weist das vorsprachliche Denken aufgrund seiner eigenen Beschränktheit über sich hinaus. Die Untersuchung erweist die Sprache so als Leistung der Vernunft statt als bloß naturhafte Voraussetzung von deren Ausübung.

Studien zu David Humes Semantik, Begriffslehre und Metaphysik
Dieses Buch untersucht Humes revolutionäre Theorie des begrifflichen Denkens. Das begriffliche Denken ist eine wichtige Tätigkeit des Geistes. Was genau geschieht im Geist, wenn wir diese Tätigkeit ausüben? Im Vergleich zu anderen Philosophen der Frühen Neuzeit hat Hume bei der Beantwortung dieser Frage eine größere Schwierigkeit: Humesche Ideen sind (anders als bei Descartes und Locke) rein phänomenaler Natur. Sie sind geistige „Bildchen“ ohne begriffliche Struktur. Wie soll das begriffliche Denken mit Hilfe derartiger Ideen möglich sein? Hume reagierte auf diese Herausforderung mit einem völlig neuartigen Ansatz und wurde zum Bahnbrecher einer moderneren Theorie des Denkens. Eine klare Einsicht in diesen Teil der Humeschen Philosophie ist zudem unentbehrlich für ein adäquates Verständnis seines Agnostizismus bezüglich der kausalen Kraft und seiner Metaphysik der Existenz.
Was ist Intuition? Gibt es intuitive Erkenntnis? Intuition beschäftigt Philosophie, Psychologie und Alltagsdenken. Einschätzungen reichen dabei von „höchste Erkenntnisart“ bis „höchst unzuverlässig“.
Cyrill Mamin zeichnet zentrale Bestimmungen der Intuition in Philosophie und Psychologie nach. Wesentliche Fragen sind dabei: Wie ist es, eine Intuition zu haben? Wie kommt eine Intuition zustande? Auf dieser Grundlage bestimmt Mamin Intuition als maßgeblich nicht-propositionale Erkenntnisart, welche unsere intuitiven Überzeugungen rechtfertigen kann. Im Zentrum steht ein neuartiges Modell der intuitiven Rechtfertigung, das psychologische mit erkenntnistheoretischen Elementen verbindet. Dadurch lässt sich Intuition im Verhältnis zu anderen mentalen Akten (u.a. Wahrnehmung, Imagination, Delusion) näher bestimmen sowie ein kritischer Blick auf die philosophische Intuitionsdebatte werfen.

Outline of an Analytic Transcendental Philosophy
In his book, Peter Rohs develops a dualism of process-types founded in a theory of time: a type of mental processes belonging to a time-theoretical ontology and a type of physical processes belonging to a timeless ontology (the ontology of physics). This dualism should be proved as a basis for a non-naturalistic philosophy of mind, through which a libertarian concept of freedom and of personal autonomy can be defended. This theory is, as Rohs tries to demonstrate, compatible with the theory of evolution.