Philosophische Überlegungen zum Verhältnis von sprachlichem und nicht-sprachlichem Verstehen
Author: Dirk Schröder
Was heißt es, etwas zu verstehen? Dieses Buch verfolgt das Ziel, einen Beitrag zu einer Theorie des Verstehens zu leisten, indem es einen Ausschnitt aus dem Bereich der Objekte und Formen des Verstehens untersucht.
Die Schwerpunkte liegen dabei auf dem Verstehen einer Sprache und dem Verstehen nicht-sprachlicher Praktiken. Der Autor setzt sich mit einer Reihe von Positionen und Argumenten aus der neueren, insbesondere analytischen Philosophie der Sprache, des Geistes und der Erkenntnis auseinander, greift aber auch Gedanken aus der klassischen sowie philosophischen Hermeneutik auf. Gegen verbreitete Ansichten argumentiert er, dass Verstehen von Wissen zu unterscheiden und grundsätzlich als Fähigkeit zu erklären ist, die im Rahmen sprachlicher, aber auch sprachunabhängiger Praktiken ausgeübt werden kann. Verstehen begreift er als praktische Form der Erkenntnis, die auf sprachlichen und nicht-sprachlichen Sinn zielt.
The Sorites Paradox and the Nature and Logic of Vague Language
Author: Inga Bones
This book examines philosophical approaches to linguistic vagueness, a puzzling feature of natural language that gives rise to the ancient Sorites Paradox and challenges classical logic and semantics.
The Sorites, or Paradox of the Heap, consists in three claims: (1) One grain of sand does not make a heap. (2) One billion grains of sand do make a heap. (3) For any two amounts of sand differing by at most one grain: either both are heaps of sand, or neither one is. The third claim is rendered plausible by an initial conviction that vague predicates like ‘heap’ tolerate small changes. However, the repeated application of a tolerance principle to the second claim yields the further proposition that one grain of sand does make a heap – which contradicts claim number one. Consequently, many philosophers reject or modify tolerance principles for vague predicates.
Inga Bones reassesses prominent responses to the Sorites and defends a Wittgensteinian dissolution of the paradox. She argues that vague predicates are, indeed, tolerant and discusses how this finding relates to the paradox itself, to the notion of validity and to the concept of a borderline case.
Ein Kommentar des Vorworts, des Nachworts und der einleitenden Paragrafen
In seinem Hauptwerk »Grundgesetze der Arithmetik« stellt Gottlob Frege sein Logizistisches Programm – ausgearbeitet in der Philosophie der Mathematik – dar. Er leitet die Axiome der Arithmetik allein mit Beweismitteln der Logik aus logischen Wahrheiten, den Grundgesetzen der Arithmetik, ab. Rainer Stuhlmann-Laeisz leitet ein in Gottlob Freges Philosophie der Logik und der Mathematik und kommentiert das Vorwort, das Nachwort sowie die einleitenden Paragrafen der »Grundgesetze«. Ebenfalls aufgenommen in den Band sind in leicht überschaubarer Zuordnung die kommentierten Fregeschen Texte. Das Buch ist auch für die akademische Lehre in den Anfangssemestern geeignet.

Eine Verteidigung gegen zeitgenössische Einwände
Author: Nicole Rathgeb
Die »Ordinary Language-Philosophie«, nach der die klassischen Probleme der theoretischen Philosophie nicht substanzieller, sondern begrifflicher Natur sind, gilt heute in weiten Teilen der analytischen Philosophie als überholt. Zu Unrecht, wie Nicole Rathgeb argumentiert.
Sie verteidigt sie gegen Paul Grice, eine Reihe von zeitgenössischen Autoren und Vertreterinnen und Vertreter der Experimentellen Philosophie. Dabei geht es insbesondere darum, Argumente gegen die Existenz begrifflicher Wahrheiten zu entkräften, zu zeigen, wie wir auf der Grundlage unserer Sprachkompetenz nicht-triviale Erkenntnisse gewinnen können, und dafür zu argumentieren, dass wir in der Philosophie nicht auf Umfragen oder andere empirische Studien zurückgreifen müssen.
Essays zu Ehren von Christian Thiel
2017 beging der Philosoph und Wissenschaftshistoriker Christian Thiel seinen 80. Geburtstag, der seit mehr als einem halben Jahrhundert im Besonderen die internationale Fregeforschung maßgeblich mitgestaltet hat.
Zu seinen Ehren veranstalteten Freunde, Weggefährten und Schüler ein wissenschaftliches Kolloquium, das aus der Vielfalt an Fregeschen Themen schöpfte. Dieser Band vereint die Essays, die aus diesem Anlass verfasst wurden.
Author: Tabea Rohr
Frege ist bekannt für seinen Versuch, die Arithmetik aus der Logik herzuleiten. Doch welcher Begriff von Logik liegt diesem Projekt zugrunde?
Wenn Logik die Grundlage der Arithmetik ist und die Arithmetik über Inhalte verfestigt, so muss die Logik selbst eine Wissenschaft mit eigenen Inhalten sein. Die Autorin zeigt, wie Frege logische Zeichen zu eigenständigen Begriffen aufwertet und dadurch eine inhaltliche Logikkonzeption überhaupt erst ermöglicht. In einem weiteren Schritt wird ein Kriterium vorgestellt, mit dessen Hilfe Frege logische Inhalte von den Inhalten anderer Wissenschaften abgrenzt. Dabei wird jedoch deutlich, dass Frege bis in die 1890er Jahre braucht, um sich vollständig vom Kantischen Diktum zu lösen, die Logik sei nur ein negativer Probierstein der Wahrheit. Die Suche nach dem Grund, der Frege zu einer inhaltlichen Konzeption von Logik zwang, führt in die Geometriegeschichte des 19. Jahrhunderts. Vor ihrem Hintergrund werden schließlich die Anfangsparagraphen der Grundlagen der Arithmetik in einem neuen Licht interpretiert.
Ludwig Wittgenstein selbst hielt seine Überlegungen zur Mathematik für seinen bedeutendsten Beitrag zur Philosophie. So beabsichtigte er zunächst, dem Thema einen zentralen Teil seiner Philosophischen Untersuchungen zu widmen. Tatsächlich wird kaum irgendwo sonst in Wittgensteins Werk so deutlich, wie radikal die Konsequenzen seines Denkens eigentlich sind. Vermutlich deshalb haben Wittgensteins Bemerkungen zur Mathematik unter all seinen Schriften auch den größten Widerstand provoziert: Seine Bemerkungen zu den Gödel’schen Unvollständigkeitssätzen bezeichnete Gödel selbst als Nonsens, und Alan Turing warf Wittgenstein vor, dass aufgrund seiner scheinbar toleranten Haltung gegenüber Widersprüchen Brücken einstürzen könnten, die Mithilfe mathematischer Berechnungen in Wittgensteins Sinne errichtet würden. Die Beiträge des Bandes erklären zentrale Überlegungen Wittgensteins zur Mathematik, räumen weit verbreitete Missverständnisse aus und analysieren kritisch Wittgensteins Bedeutung für die traditionelle Philosophie der Mathematik. Ebenfalls wird die Frage verfolgt, inwieweit Wittgensteins Bemerkungen zur Philosophie der Mathematik über seine Philosophischen Untersuchungen hinausführen.
Series Editors: Uwe Meixner and Albert Newen
From 2020 on, Philosophiegeschichte und logische Analyse / Logical Analysis and History of Philosophy will be continued as the biannual journal History of Philosophy & Logical Analysis. The thematic and methodological aims will remain the same.