Das Werk behandelt in sieben Bänden die philosophischen Probleme in ihrem Zusammenhang. Das heißt, die klassischen philosophischen Problemstellungen wie etwa „Was können wir wissen?“, „Was ist Wissenschaft und wie lässt sie sich methodisch beginnen?“, „Wie verhalten sich Körper und Geist?“, „Ist der Wille frei?“ „Warum gibt es überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“, „Lassen sich moralische Normen objektiv begründen?“, „Gibt es universelle Menschenrechte?“, „Hat das Dasein der Welt einen Sinn und ein Ziel?“, „Gibt es einen Gott?“ usw. werden nicht einfach katalogisch nacheinander und voneinander unabhängig abgehandelt, sondern vielmehr konsequent auseinander entwickelt und entsprechend beantwortet.
Daher handelt es sich hier um ein philosophisches System und seine Absicht und Anspruch ist die philosophische Behandlung des Ganzen. Hiermit befindet sich der Autor im Gegensatz zu der sich seit dem Zusammenbruch des Hegelschen Systems auch in der Philosophie immer stärker durchsetzenden Tendenz der Spezialisierung und Fokussierung auf Einzelfragen.
Das Werk steht insgesamt in der Tradition der Transzendentalphilosophie Kants und des Deutschen Idealismus von Fichte, Schelling und Hegel, der Phänomenologie Husserls, der sprachkritischen Philosophie Freges und Wittgensteins und der konstruktiven und methodisch-kulturalistischen Wissenschaftstheorie.


Eine ontologische Studie
Wir handeln, um gezielt in den Lauf der Welt einzugreifen und diesen zu verändern. Als handelnde Wesen verstehen wir uns als unmittelbare kausale Urheber solcher Veränderungen. Agenskausalität greift diese Intuition der unmittelbaren kausalen Urheberschaft auf.Viele Philosophen sind allerdings der Ansicht, dass ein solches Kausalitätskonzept rätselhaft, obskur und unverständlich ist. In diesem Buch wird Agenskausalität auf die ontologischen Voraussetzungen hin untersucht. Es wird dafür argumentiert, dass diese Form der Verursachung kohärent ausbuchstabiert werden kann, wenn entsprechende ontologische Rahmenbedingungen mitberücksichtigt werden. Dabei ist Agenskausalität aber nicht auf freies menschliches Handeln zu beschränken, sondern allgemein auf Subjekte anzuwenden, die „von sich aus“ tätig werden können.
Die Zeit der „philosophischen Systeme“ scheint seit Kant und Hegel endgültig vorbei. Darum ist das Erscheinen des Werkes „Neues System der philosophischen Wissenschaften im Grundriss“ ein geradezu spektakuläres philosophisches Ereignis: Dirk Hartmann schließt mit seinem Werktitel bewusst an Hegels „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse“ von 1817 an, um Absicht und Anspruch seines opus magnum deutlich zu machen: Im Gegensatz zur verstärkten Fragmentarisierung und Spezialisierung der Philosophie im 20. Jahrhundert geht Hartmann auf die philosophische Behandlung des Ganzen: In sieben Bänden erörtert er die klassischen philosophischen Problemstellungen in ihrem Zusammenhang – gleichermaßen für die Natur- wie die Geisteswissenschaften – nicht katalogisch nacheinander, sondern indem er sie konsequent auseinander entwickelt.
Als ein für das gesamte Werk grundlegendes Prinzip, das Hartmann als Sinnprinzip begründet, erweist sich das Prinzip der Wissbarkeit – dass das Wahre prinzipiell gewusst werden kann. In diesem antirealistischen Prinzip – der „einen Idee“, von der Kant spricht - manifestiert sich der Idealismus in seiner modernen, zeitgemäßen Form.

Dieses Referenzwerk ist auch online auf der Major Reference Works-Plattform von Brill erhältlich.

The time of „philosophical systems“ seems to be definitively over since Kant and Hegel. On this background, the publication of the work „Neues System der philosophischen Wissenschaften im Grundriss“ (New System of Philosophical Sciences in Ground Plan) is a truly spectacular philosophical event: Dirk Hartmann deliberately follows Hegel‘s „Enzyklopädie der philosophischen Wissenschaften im Grundrisse“ of 1817 in the title of his work, in order to make clear the intention and claim of his opus magnum: In contrast to the increased fragmentation and specialization of philosophy in the 20th century, Hartmann focuses on the philosophical treatment of the whole: In seven volumes, he discusses the classical philosophical problems in their interdependent context, not cataloguing them one after the other, but by consistently developing them from one another.

This reference work is also available online on the Major Reference Works platform by Brill.
Universitätsphilosophie in Münster
Philosophiert und Philosophie gelehrt wurde an der Universität Münster von Anfang an im Spannungsfeld von Pietät und Weltbezug. Sind es einerseits die Pietät gegenüber der christlichen, in Münster vor allem katholisch geprägten Religion und der Respekt vor der Geschichtlichkeit des menschlichen Denkens wie der menschlichen Existenz überhaupt, die die Münsteraner Universitätsphilosophie prägen, dokumentiert deren Geschichte zugleich immer neue Facetten philosophischen Weltbezugs – und eine erstaunliche Offenheit für neue Impulse, wie sie beispielsweise im zwanzigsten Jahrhundert von der formalen Logik, der analytischen Philosophie und der Erneuerung der praktischen Philosophie ausgegangen sind. Aus Anlass der Eröffnung des neuen Philosophikums der Universität Münster versammelt dieser Band Studien zur Geschichte der Münsterschen Universitätsphilosophie von der Universitätsgründung 1780 bis zur Ausgliederung der Naturwissenschaften aus der Philosophischen Fakultät 1948 und zu den drei Philosophen, die Münsters Universitätsphilosophie im zwanzigsten Jahrhundert nachhaltig geprägt haben: Heinrich Scholz, Joachim Ritter und Hans Blumenberg. Die Beiträger: Margarita Kranz, Johannes Müller-Salo, Birgit Recki, Reinold Schmücker, Niko Strobach
Ein deutsch-japanischer Dialog
Der Band bringt deutsche wie japanische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammen, die sich dem Begriff der Person in seinen Dimensionen und vielfältigen Debattenkontexten sowie seinen historischen Prägungen widmen. Die Beiträge des Bandes gehen den historischen Konturen sowie systematischen Potenzialen des Begriffs nach. So werden die zahlreichen Kontexte theoretischer wie praktischer, klassischer wie zeitgenössischer Philosophie explizit, für die der Begriff der Person eine zentrale Rolle spielt.
Philosophische Theorie der Angst und Übung in philosophischer Freiheit
Was ist Angst? Was sagt die Tatsache, dass wir bestimmte Ängste empfinden, über unser Selbstverständnis als Personen aus? Das Buch bietet eine differenzierte philosophische Analyse des Gefühls der Angst, die Einsichten der zeitgenössischen Debatte ebenso aufgreift wie Gedanken der existenzphilosophischen Tradition. Im Zentrum stehen die ebenso alltäglichen wie faszinierenden Phänomene selbstreflexiver und stimmungsmäßiger Angst. In Sprache und Stil ist das Buch analytisch, in Inhalt und Geist jedoch existenziell. Es versteht sich selbst als Übung in philosophischer Freiheit, in der es wesentlich auch darum geht, Klarheit über das jeweils eigene Philosophieverständnis zu erlangen.
Der Teppich der Kultur und Sprache, der Praxen und Normen, der Ideen, Geschichte und Wissenschaften, der den Hintergrund unserer Gegenwart bildet, ist an vielen Stellen zerschlissen und in einem Zustand der Auflösung begriffen. Unser ganzes Handeln ist darauf gerichtet, diesen Teppich zu restaurieren.
Vor welchem Hintergrund ist Handeln uns möglich und wie ist dieser Handlungshintergrund offen für unsere handelnde Einflussnahme? Dieses Buch untersucht Als-ob-Strukturen nach Hans Vaihinger und fügt sie ein in die Rekonstruktion gesellschaftlicher Wirklichkeit nach John R. Searle, denn ein heuristischer Fiktionsbegriff ist zur Erklärung des Handlungshintergrundes unerlässlich.
Zum Zusammenhang von Denken und Wissen bei Wilfrid Sellars
Wie ist Wissen begründet? Wie bezieht sich Geist auf die Welt? Nach der hier ausgearbeiteten neuen Interpretation von Wilfrid Sellars’ Kritik am „Mythos des Gegebenen“ gehören beide Fragen zusammen.
Dieses Buch möchte zeigen, dass sich fundamentalistische Antworten auf beide Fragen der Idee des Gegebenen bedienen, eine gemeinsame Struktur besitzen und aus den gleichen Gründen zurückzuweisen sind. Die Autorin vertritt eine weite Lesart des Mythos vom Gegebenen und entwickelt im Ausgang von Sellars ein neues Argument gegen das Gegebene. Auch diskutiert sie mit Sellars’ Theorie sprachlicher Bedeutung eine alternative Antwort auf die Frage nach der Beziehung zwischen Geist und Welt.
Logische, rhetorische, ästhetische und literarische Erkenntnisformen
Erkenntnis wird weitgehend mit propositionalem Wissen gleichgesetzt und damit am Begriff der begründeten wahren Aussage festgemacht. Diesem Wissensbegriff werden weitere Erkenntnisformen an die Seite gestellt. Die Entfaltung eines derartigen pluralistischen Erkenntnisbegriffs besagt, dass es unterschiedliche Erkenntnisformen gibt, die einander zu einer umfassenden Weltorientierung ergänzen. Ein solcher Pluralismus ist daher kein Relativismus, sondern ein Komplementarismus. Die einzelnen Erkenntnissweisen werden in ihren jeweiligen Besonderheiten untersucht. Die Bandbreite reicht von präziser logischer Argumentation bis hin zu prägnanter ästhetischer Vergegenwärtigung – im spannungsreichen Feld von Logik, Rhetorik, Ästhetik und Poetik.

Aus der Presse:
„Die große Leistung […] besteht darin, dass der Autor wie noch keiner zuvor die Komplementarität unterschiedlicher Darstellungs- und Erkenntnisformen systematisch darstellt und hermeneutisch vertieft einsichtig macht.“ (Wolfgang G. Müller in Anglia, 138.2, 2020)
Probleme und Perspektiven der gegenwärtigen Forschung
Series:  ethica, Volume: 33
Der philosophische Begriff der Person ist komplex, da er verschiedene Dimensionen in sich vereint. Neben der theoretischen Dimension von Personen – ihrer Ontologie, Identität und Persistenz – ist es gerade die praktische Dimension – ihre Autonomie und Würde –, die Personen auszeichnet. Ontologische und praktische Dimension hängen im Begriff der Person aufs Engste zusammen, so dass sie sich eigentlich nur schwer isolieren und unabhängig voneinander betrachten lassen. Ein umfassender und integrativer Personbegriff, der beide Dimensionen in einen systematischen Bezug setzt und in ihrem Verhältnis transparent macht, darf nach wie vor als ein Desiderat der philosophischen Forschung gelten. Dieser Band vereint Beiträge der neueren internationalen Debatte, die sich der verschiedenen Dimensionen des Personbegriffs annehmen, und bringt sie in ein systematisches Gespräch.