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From 2020 on, Philosophiegeschichte und logische Analyse / Logical Analysis and History of Philosophy will be continued as the biannual journal History of Philosophy & Logical Analysis. The thematic and methodological aims will remain the same.
Die Reihe „Perspektiven der analytischen Philosophie“, zunächst von Georg Meggle und Julian Nida-Rümelin und seit 2021 von Jochen Briesen und Ulla Wessels herausgegeben, umfasst bislang mehr als 35 Bände. Sie ist offen für alle Forschungsarbeiten, die sich aus systematischer Perspektive mit Problemen der theoretischen oder praktischen Philosophie auseinandersetzen und eigene Akzente setzen. Sie ist dem Ideal verpflichtet, Voraussetzungen, Argumente und Schlussfolgerungen sorgfältig und präzise anzuführen, um so ein hohes Maß an Klarheit, Kritisierbarkeit sowie Anbindbarkeit an andere Disziplinen zu gewährleisten. Die Expertise des Herausgeber-Teams sowie die qualitätssichernde Begutachtung – auch unter Zuhilfenahme wissenschaftlicher Beraterinnen und Berater – gewährleisten eine hohe wissenschaftliche Qualität der Publikationen.
Sprachen: Deutsch, Englisch
Der Weg der Literaturwissenschaft im letzten halben Jahrhundert führte von der Werkimmanenz zur Diskursimmanenz. Die Anbindung an die Sozialgeschichte blieb Episode, weil sie teils ein neutraler Name für marxistisch inspirierte Kapitalismus-Kritik, teils positivistische Durchforstung des Umraums von Literatur blieb und nur selten die Linien bis ins Zentrum des Literarischen zog. Die neuerdings vollzogene Wendung zur Kulturwissenschaft könnte hier Abhilfe schaffen. Literatur wird eingestellt in das Geflecht von Bedingungen und Funktionen, das sie ermöglicht und erzwingt. Das Programm einer empirischen Anthropologie der Literatur bedarf jedoch weiterer Erläuterung: „Empirisch“ soll das Spektrum nicht eingrenzen auf jene Prozeduren kontrollierter Beobachtungen, wie sie in den empirischen Humanwissenschaften üblich sind. Aber es soll auf die Notwendigkeit hinweisen, dass die verwendeten Kategorien jedenfalls kompatibel sein sollen mit intersubjektiv vermittelbarer Erfahrung. „Anthropologie“ bedeutet den gesamten Kontext der menschlichen Aktivität des Literarischen: Sowohl psychische als auch soziale Faktoren, die in Korrelation zum Literarischen zu setzen sind. Daraus ergibt sich ein starker interdisziplinärer Akzent, und zwar bis zu den Naturwissenschaften, insbesondere zur biologischen Anthropologie, zur Humanethologie und zur Evolutionären Psychologie. Die anthropologisch ausgerichtete Analyse protopoetischer Formen und poetogener Strukturen fragt nach den biologischen Dispositionen, auf denen sie aufruhen, die sozialgeschichtliche Analyse nach den kulturellen Faktoren, welche die konkreten historischen Manifestationen des menschlichen Kunstverhaltens bestimmen. Die Bücher dieser Reihe müssen nicht ausschließlich literaturwissenschaftlich und von Literaturwissenschaftlern sein, sondern die Reihe soll allen Unternehmungen offenstehen, die Literatur und Kunst im Wechselspiel mit ihrem biologischen und/oder kulturellen Kontext untersuchen und damit die Grenzen bloßer Diskursimmanenz überschreiten.