Kapitel 7 Phänomenale Inadäquatheit: Leugnung oder Vernachlässigung des Explanandums

In: Phänomenale Adäquatheit und Irreduzibilität des Bewusstseins
Author:
Edwin Egeter
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Im Zusammenhang mit meinem Fokus auf die phänomenale Achse der Problemoptik werde ich in Abschnitt 7.1 zuerst auf diejenigen Theorien des Geistes eingehen, die Phänomenales als Explanandum gar nicht beachten. Weil sich Dennetts Eliminativismus besonders explizit gegen phänomenale Zustände richtet,1 gehe ich kurz auf einige zentrale Argumente von Dennett ein. Im Abschnitt 7.2 werde ich unter dem Stichwort ›phänomenale Indifferenz‹ auf eine Auswahl von Theorien des Geistes eingehen, die Phänomenales nicht hinreichend berücksichtigen. Es gibt viele Varianten solcher Theorien, die Phänomenales zwar nicht explizit leugnen, es aber trotzdem mehr oder weniger marginal als Explanandum einbeziehen oder es sogar fast vollständig ignorieren. In diesem Kapitel werde ich jedoch nur auf diejenigen Varianten identitätstheoretischer, funktionalistischer und repräsentationaler Theorien des Geistes eingehen, die aufgrund ihrer phänomenalen Indifferenz den Bezug zum Explanandum des hard problem nicht herstellen können.

Hier soll insbesondere der Mangel an phänomenaler Adäquatheit, unabhängig von dem in diesen Positionen vorkommenden viel zu engen Qualia-Begriff, bereits schon skizziert werden. Die unzureichende phänomenale Adäquatheit, die in diesem Kapitel ausgewiesen werden soll, besteht entweder in einer vollständig-expliziten (Abschnitt 7.1) oder versteckten, eher impliziten, vielleicht nicht einmal vollständig bewussten Ignorierung des Explanandums bewussten Erlebens (Abschnitt 7.2).

7.1 Phänomenaler Antirealismus: Explizite Leugnung des Explanandums

Positionen in der Philosophie des Geistes, die bewusstes Erleben erstens als nicht-existierend, zweitens nicht als Explanandum des hard problem betrachten und es somit drittens gar nicht berücksichtigen, subsumiere ich unter die Kategorie des phänomenalen Antirealismus.2

Im Prinzip kann man alle Positionen, die eine bestimmte Klasse von Phänomenen leugnen, als ›eliminativistisch‹ bzw. ›antirealistisch‹ im Hinblick auf jene, angeblich ›nicht-existierende‹ Kategorie von Phänomenen bezeichnen: »In principle, anyone denying the existence of some type of thing is an eliminativist with regard to that type of thing«.3 So gelten auch harte Deterministen als Eliminativisten im Hinblick auf die Konzeption eines freien Willens; denn für sie korrespondiert mit der Idee eines freien Willens keine reale bzw. psychologische Eigenschaft des Menschen.4 Derjenige Eliminativismus (bzw. phänomenale Antirealismus) für den qualitatives bzw. bewusstes Erleben kein reales, existierendes Phänomen sein kann, ist jedoch eine relativ neue Theorie mit einer sehr kurzen Geschichte.5

Die Herkunft des eliminativen Materialismus sieht Ramsey in den Arbeiten von Sellars, Quine, Feyerabend und Rorty.6 Sellars entwarf die These, dass unsere Konzeption des Mentalen nicht etwa vom subjektiven Erleben mentaler Phänomene, sondern von einem ›primitiven‹ theoretischen Gebilde stamme, welches wir von unseren Vorfahren mitbekommen hätten.7

Diese Umdeutung8 des Explanandums ›Erleben‹ in die Frage, wie wir Erleben theoretisch konzipieren, hatte dann einen Einfluss auf spätere Vertreter des Eliminativismus wie z.B. Feyerabend. Er folgerte (auf der Grundlage dieser Umdeutung), dass die Diskrepanz alltagspsychologischer und physikalistischer Begriffe über mentale Zustände zur Folge habe, dass es kein Erleben, d.h. keine mentalen Zustände im üblichen Sinne geben könne, wenn man ausserdem von einem reduktionistischen, physikalistischen Monismus ausgehe.9 Quine ging ebenfalls davon aus, dass Konzeptionen mentaler Zustände identisch mit dem Erleben mentaler Zustände seien. Darauf aufbauend glaubte er, dass nicht nur Alltagsbegriffe des Mentalen durch physiologisch ›genauere‹ Begriffe ersetzt werden können, sondern dass zudem ausschliesslich physikalische Zustände existieren: »[…] bodily states exist anyway; why add the others?«.10 Ähnlich argumentieren Patricia und Paul Churchland, die Erleben einerseits auf »Introspektion«11 zu reduzieren scheinen und andererseits behaupten, dass letztere grösstenteils durch die Konzeptionen einer fehlerhaften »Volkspsychologie«12 determiniert sei.13 Paul Churchland vermengt zudem eigentümliche Gehalte ›introspektiver‹ Überzeugungen (wie bspw. der Glaube an dämonische Geister) mit der Feststellung, dass Erleben – unabhängig von dessen Gehalt – ein Explanandum darstellt. Das heisst, er leitet aus der Fehlbarkeit der ›Volkspsychologie‹ und eigenartigen Überzeugungen, die seiner Meinung nach durch »Introspektion«14 entstehen sollen, eine spekulative Behauptung über die angebliche Nicht-Existenz aller mentalen Zustände (im Sinne von Erleben) ab.15 Diese empirisch weder verifizier- noch falsifizierbare, spekulative Behauptung könnte jedoch, um Churchlands Terminologie gleich anzuwenden, nicht minder als eine »introspektive« Überzeugung verstanden werden.

Dennetts Eliminativismus richtet sich noch expliziter gegen phänomenale Zustände.16 Nach ihm ist unsere Qualia-Konzeption, bspw. von Schmerz, fundamental falsch, weil Schmerz nicht infallibel und auch nicht zwingend intrinsisch unangenehm ist. Unter Einwirkung von Morphin bzw. einer reaktiven Dissoziation17 ist es möglich, dass Schmerzen gar nicht mehr als unangenehm empfunden werden. Weil Dennett »Infallibilität« und intrinsische »Schrecklichkeit« (»awfulness«)18 als »essentielle«19 Eigenschaften von Schmerzen interpretiert, folgert er daraus, dass unsere Konzeption von Schmerz auf »nichts Reales« referieren würden.20 Aus dem Phänomen der reaktiven Dissoziation lässt sich jedoch nur schliessen, dass Schmerz ein komplizierteres Phänomen ist, als allgemein angenommen wird, nicht jedoch, dass das Phänomen des Erlebens von Schmerz »nichts Reales« ist.21

In seinem viel beachteten Aufsatz »Quining Qualia«22 der sich vor allem auf angeblich »essenzielle«23 Qualia-Eigenschaften wie ›Infallibilität‹, ›Introspektivität‹ und ›Privatheit‹ bezieht, versuchte Dennett später aufzuzeigen, dass nicht nur unsere Konzeptionen über Schmerz-Qualia, sondern alle Ansichten über Qualia den Funktionsweisen unseres kognitiven Systems widersprechen.24 Analog zu Feyerabend und den Churchlands bezieht sich Dennett dabei auf so genannte »vortheoretische«25 Konzepte der »Volkspsychologie«,26 die seiner Ansicht nach auch den technisch-philosophischen resp. theoretischen Qualia-Begriffen zugrunde liegen.27 Diese These über die Falschheit aller Qualia-Konzeptionen versuchte Dennett zu stützen, indem er u.a. gedankenexperimentelle Fälle beschrieb, bei denen nicht klar ist, ob sich im Laufe der Zeit eine bestimmte Geschmackswahrnehmung oder nur der Bewertungsmassstab bezüglich dieses Geschmackes verändert hat.28 Weil es schwierig oder sogar unmöglich ist, eine Erinnerung an einen erlebten Geschmack exakt abzurufen, ist dies durch Introspektion auch nicht entscheidbar. Daraus schliesst Dennett zu Recht, dass Urteile über (in der Vergangenheit erlebte) Qualia nicht infallibel sind.29 Aus diesen und anderen, analogen Argumenten30 folgert er dann, dass es die seiner Meinung nach »essenziellen«31 Eigenschaften (nicht-begrifflich, intrinsisch, privat, unmittelbar) von Qualia nicht gibt.32 Aus der Diskrepanz zwischen diesen, von ihm postulierten »essenziellen«33 Konzeptionen über eine kleine Auswahl von Qualia und auch nur einer Qualia-Gattung, nämlich sinnesphysiologischen Qualia,34 und unserer Erinnerungsfähigkeit bzw. unseren Urteilen über Qualia schliesst Dennett jedoch zusätzlich, dass es »einfach«35 keine Qualia gibt.36 So behauptet er ebenfalls, dass es keine mentalen Zustände im Sinne von »[…] ›raw feels‹, […] ›phenomenal qualities‹, ›intrinsic properties of conscious experiences‹, the ›qualitative content of mental states‹ […]«37 gibt38 – es »scheine«39 nur so, dass es sie gebe. Somit besteht für Dennett das einzige Explanandum seiner heterophänomenologischen Theorie des Geistes in der Frage, warum es für ein Subjekt so »scheint«, dass es Erlebnisse hat.40

Der sich auf Phänomenales bezogene Eliminativismus hat demnach eine fiktionalistische Auffassung von Qualia. Für diese Behauptung wird bspw. das Gelb eines Nachbildes bemüht, welches denselben ontologischen Status wie der Bart des heiligen Nikolaus haben soll: beides existiere nur laut einem Bericht, ansonsten ›existiere‹ dieses Gelb nicht.41 Vertreter eines phänomenalen Antirealismus glauben demzufolge, dass die in einem Bericht geäusserten phänomenalen Begriffe auf keine Eigenschaften (und daher auf »nichts«) referieren und es deshalb keine phänomenalen Zustände »gibt«;42 mithin seien letztere nur Produkte von linguistischem Verhalten.43

Diese zunächst eher subtile Weise der Elimination des Explanandums durch Rekurrieren auf einen angeblich fehlgeleiteten Sprach- oder Theoriengebrauch lässt sich durch eine Passage in Beckermanns Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes44 gut veranschaulichen. Zuerst bezieht sich Beckermann auf Dennett, der behauptet, dass dispositionelle Eigenschaften von »diskriminatorischen Zuständen« völlig ausreichen würden, um »[…] alle Wirkungen [unserer Erlebens] zu erklären […] sowohl auf das äussere Verhalten […] als auch auf das ›innere Verhalten‹ […]«.45 Intrinsisch bewusste, qualitative Eigenschaften seien deshalb »ein Artefakt fehlgeleiteten Theoretisierens«.46 So »scheint«47 es nach Dennett nur so, als ob wir vor unserem inneren Auge Farbeigenschaften vergleichen könnten. Nach Beckermann könne es sich bei bewusstem Farberleben aber genauso um »[…] physische Eigenschaften der diskriminatorischen Zustände handeln«.48 Daraus wiederum folgert Beckermann, dass sehr viel dafür spreche, dass bspw. auch ein Roboter mit Hilfe der Parameter Farbton, Sättigung und Helligkeit bestimmte Farbeindrücke »für ähnlicher hält«49 als andere. Das Tripel jener drei Parameter sei durch »diskriminatorische Zustände«50 im Roboter physisch realisiert. Und wenn man annehme, dass diese diskriminatorischen Zustände des Roboters »[…] genau die gleichen dispositionellen Eigenschaften haben, die Farbeindrücke in uns haben, dann unterscheiden sie sich in nichts von unseren Farbeindrücken«.51 So kommt Beckermann zu einem Fazit, das im Hinblick auf das Desiderat phänomenaler Adäquatheit ziemlich überrascht: »Was für den Roboter gilt, gilt aber auch für uns. Wenn die physischen und dispositionellen Eigenschaften unserer diskriminatorischen Zustände zur Erklärung dessen völlig ausreichen, wofür wir ansonsten Qualia verantwortlich machen, dann gibt es keinen Grund mehr zu der Annnahme […]«52 von intrinsischen Eigenschaften. Hier mag man sich fragen, wie Beckermann auf die Idee kommt, dass »diskriminatorische Zustände«53 eines Roboters »völlig ausreichen«54 würden, um Erleben zu erklären.

Schaut man jedoch genauer auf den Wortlaut dieser Passage, wird klar, dass Beckermann sich gar nicht auf das Explanandum ›Erleben‹ bezieht, sondern nur auf das, wofür wir Qualia »verantwortlich machen«55 – und damit meint er wohl die Fähigkeit eines Roboters (oder eines Menschen), die Information von Farbparametern funktional nutzbar zu machen (bspw. für das Aussortieren von Gegenständen). Beckermann vergisst hier auf eine typische Weise, dass das Explanandum nicht darin besteht, wie bspw. Farbparameter funktional nutzbar gemacht werden können. Auch mit einem lichtempfindlichen Widerstand können die Parameter Licht und Dunkelheit funktional nutzbar gemacht werden, heisst das aber, dass der Widerstand hell versus dunkel erlebt? Bei dieser eher subtilen Form des Eliminativismus wird das Explanandum phänomenalen Erlebens nicht in Erwägung gezogen, weil es, so die Annahme, nur Produkt eines falschen linguistischen Verhaltens sei.

Der Eliminativismus kann aber sogar soweit gehen, dass er nicht nur dem Phänomenalen, sondern dem Mentalen insgesamt die Existenz abspricht. So ist für Rorty der Begriff des ›Mentalen‹ nur ein akademisches Sprachspiel, das weder auf eine natürliche Art noch auf eine Eigenschaft verweise.56 Eine solche Konzeption des Mentalen bezeichnet Pierre Jacob denn auch als ein »radikal irrealistisches Bild des Mentalen« (»radical irrealist picture of the mind«).57 Man könnte sie deshalb nicht nur der Kategorie des phänomenalen Antirealismus, sondern einer noch stärkeren Form, nämlich einem mentalen Antirealismus zuordnen.

Eliminativistische Positionen verlieren den Bezug zum Explanandum deshalb, weil sie aus theoretischen Gründen auf die behauptete Nicht-›Existenz‹ von Erleben angewiesen sind. Folglich besteht für Dennett das Explanandum gar nicht darin, eine Erklärung für das Erleben phänomenaler Bewusstseinszustände zu finden. Seine Theorie beschränkt sich stattdessen auf die der Dritten-Person-Perspektive zugänglichen Sprachäusserungen von Personen, die über phänomenale Zustände berichten.58 Zur Begründung dieser Transformation des Explanandums macht Dennett taktische Erwägungen geltend.59 Doch wie wir in Abschnitt 6.5 feststellen konnten, gilt für jede brauchbare Erklärung, dass sie dem Prinzip der »Rettung«60 derjenigen Phänomene, die erklärt werden sollen, gerecht werden muss – eine explanatorische Taktik wird eine ›Erklärung‹, die ihr Explanandum ignoriert, also nicht besser machen können. Folgerichtig ist nach Chalmers die Konsequenz solcher Formen des Eliminativismus, dass wir alle (phänomenal) »bewusstlos« sind: »On this view, there are no positive facts about conscious experience. Nobody is conscious in the phenomenal sense«.61 Neben diesem, durch die eliminative Strategie entstehenden Verlust des Explanandums, lassen sich bei Eliminativisten ausserdem Probleme mit phänomenaler Adäquatheit ausweisen, da sie, wie ich in den Abschnitten 8.1 und 9 ausweisen werde, von einem phänomenal inadäquaten Qualia-Begriff ausgehen. In diesem Zusammenhang werden von ihnen Qualia-Eigenschaften widerlegt, die bei einem phänomenal adäquaten Qualia-Begriff gar nicht relevant und auch keine notwendige Voraussetzung für bewusstes Erleben darstellen.62

7.2 Phänomenale Indifferenz: Vernachlässigung und Transformation des Explanandums

Positionen in der Philosophie des Geistes, die Phänomenales zwar erstens nicht explizit leugnen, es zweitens aber auch nicht hinreichend als Explanandum berücksichtigen, subsumiere ich unter die Kategorie der phänomenalen Indifferenz. Theorien des Geistes dieser Kategorie gehen von der Reduzierbarkeit von subjektiven Phänomenen der Erste-Person-Perspektive auf physikalische Prozesse bzw. Funktionen aus, wie sie von ReduktionsskeptikerInnen nur beim easy problem eingestanden werden. Durch solche Herangehensweisen verschiebt sich jedoch der theoretische Fokus, weg vom Phänomen des Erlebens, auf leichter zu beantwortende Explananda: »The most common factor in such theories [materialistische Theorien des Geistes] is the attempt to explicate the nature of mind and consciousness in terms of their ability to directly or indirectly modify behaviour […]«.63 Die »Natur des Geistes«64 mit dessen Fähigkeit, unser Verhalten beeinflussen zu können, zu erklären, kann als typisches Beispiel für die Transformation phänomenaler in nicht-phänomenale Explananda gesehen werden.65 Die Gemeinsamkeit von Theorien des Geistes mit phänomenaler Indifferenz kann demnach als ein Rückzug auf die Behauptung gesehen werden, dass es mentale Zustände zwar gibt, diese aber ›letztlich‹ einfach nur physikalische Zustände seien, auch wenn dies dem Phänomen des Erlebens dieser Zustände widerspreche: »Materialist views say that, despite appearances to the contrary, mental states are just physical states«.66

Das Widersprüchliche bei Theorien des Geistes, die ich dieser Kategorie zuordne, besteht also darin, dass sie einerseits bewusstes Erleben als Explanandum anerkennen. Andererseits müssen sie ihrer Behauptung genügen, dass bewusste mentale Zustände ›letztlich‹ auf physikalische Zustände reduziert werden können, weil sie angeblich durch diese vollständig erklärt werden können.67 Wenn aber Erleben letztlich nur etwas Physikalisches ist, warum bedarf es dann einer Erklärung – d.h. ist es dann ein existierendes Explanandum? Wenn Erleben dagegen als ein eigenständiges Explanandum behandelt werden soll, wie kann es dann identisch mit etwas ›nur‹ Physikalischem sein? Dieses Dilemma entsteht dadurch, dass die Gleichung ›Schmerz = C-Faser‹, wenn die Identitätstheorie empirisch wahr sein soll, und wenn Schmerz als existierend erachtet wird, eigentlich eine Spielart des Dualismus ist, denn die Gleichung hat zwei Seiten:68

Entweder die Schmerzmerkmale sind subjektive, geistige […] Merkmale – oder sie sind es nicht. Wenn sie es sind, dann sind wir den Geist eigentlich noch nicht losgeworden. Wir haben es dann immer noch mit einer Spielart des Dualismus zu tun […].69

Wenn die Identitätstheorie dieses Dilemma loszuwerden versucht, indem sie auf eine, dem Eliminativismus analoge Weise, Erleben einfach ignoriert, dann ist ihr Versprechen, den von ihr (paradoxerweise zugegebenen) erlebnishaften Aspekt subjektiven Erlebens erklären zu können, nicht eingelöst worden:

Anderenfalls, wenn wir versuchen, das Wort Schmerz so zu verstehen, als bezeichne es kein subjektives geistiges Merkmal gewisser neurophysiologischer Ereignisse, dann bleibt die Bedeutung dieses Wortes vollständig geheimnisvoll und unerklärt.70

Können wir also, wenn wir Erleben als Explanandum akzeptieren, tatsächlich behaupten, die Eigenschaft, ein Schmerz zu sein, sei identisch mit der Eigenschaft, das Feuern von C-Fasern zu sein?71 Mit einem weniger anspruchsvollen Identitätsbegriff könnte man zwar sagen, dass der Organismus, der Schmerz erlebt, identisch mit dem Organismus ist, in dem C-Fasern feuern – doch mit dieser Identitätsbehauptung wäre die Frage wiederum nicht aus dem Weg geräumt, wie das Explanandum, das im Erleben der Vorgänge des Organismus besteht, dasselbe sein soll, wie der Organismus selbst.

Solche Probleme haben phänomenale Antirealisten zugegebenermassen nicht, da sie das Explanandum – bevor sie sich überhaupt auf das hard problem einlassen – leugnen.72 Weil phänomenale Antirealisten aber, ebenso wie phänomenal indifferente Positionen, von einervollständigen bzw. verlustlosen Reduzierbarkeit der Erste-Person-Perspektive auf die Dritte-Person-Perspektive ausgehen, und deshalb ebenfalls phänomenale in nicht-phänomenale Explananda umdeuten, sind sie im Hinblick auf die Beachtung des Explanandums ebenso phänomenal indifferent. Und weil die Probleme, die sich aus der Vernachlässigung des Explanandums ergeben, bei phänomenaler Indifferenz und beim phänomenalen Antirealismus die gleichen sind, trifft vieles, was über Positionen mit phänomenaler Indifferenz gesagt werden kann, auch auf solche mit phänomenalem Antirealismus zu – nicht aber umgekehrt.73

Theorien des Geistes, die ich der Kategorie phänomenaler Indifferenz zuordne, gehen aufgrund eines mangelnden Einbezuges phänomenaler Adäquatheit, auf ihr Versprechen, den (von ihnen ja zugegebenen) phänomenalen Aspekt subjektiven Erlebens erklären zu können, nicht hinreichend ein:

The relevant step in the explanation is usually passed over quickly, however, and usually ends up looking something like magic. After some details about information processing are given, experience suddenly enters the picture, but it is left obscure how these processes should suddenly give rise to experience. Perhaps it is simply taken for granted that it does […].74

Der letzte Teil dieses bemerkenswerten Zitates von Chalmers weist auf das Kernproblem der Zugänge hin, die ich als phänomenal indifferent bezeichne: das Phänomen, dass wir uns als ›erlebend‹ erleben, wird einfach vorausgesetzt; und sogleich beginnen die Erklärungen auf der Ebene von damit offenbar korrelierenden Informationsverarbeitungsprozessen bzw. des easy problem. In der impliziten Annahme, dass Phänomenales durch bestimmte Prozesse, die mit Erleben korrelieren, einfach mitgegeben (und auch erklärt) ist, besteht das phänomenal Indifferente solcher Theorien des Geistes. Mit anderen Worten: Weil phänomenale Adäquatheit bei solchen Theorien nicht hinreichend in der Theorienbildung berücksichtigt wird, wird der Schritt, sich auf das Explanandum zu besinnen, übersprungen und a priori davon ausgegangen, dass bewusstes Erleben irgendwie75 mit den entsprechenden physikalischen Prozessen mitgegeben ist: »This strategy is plausible but limited. At best, it takes the existence of experience for granted and accounts for some facts about its structure […]«.76

In den folgenden Abschnitten gehe ich auf einige Beispiele von Theorien des Geistes ein, die sich durch die Problemoptik der phänomenalen Achse, als phenomenal indifferent zeigen. Zudem werde ich ausweisen, worin deren Indifferenz gegenüber dem Phänomenalen besteht.

7.2.1 Strikte Identitätstheorien

Im Hinblick auf phänomenales Bewusstsein behauptet die Identitätstheorie von David Papineau, dass es überhaupt kein explanatorisches Problem zu lösen gibt. Papineau setzt aufgrund von Apriori-Überlegungen77 die ontologische Identität von phänomenalen und materiellen Eigenschaften voraus, wodurch die Forderung nach einer reduktiven Erklärung phänomenaler Eigenschaften und mit ihr das hard problem entfällt: »[…] identities need no explaining«.78 Folglich kann man bei strikten Identitätstheorien, wie der Typen-Identitätstheorie79 von einer subtilen Elimination des Explanandums sprechen. Bewusstem Erleben wird zwar nicht direkt die Existenz abgesprochen. Aber wenn behauptet wird, dass es nur als etwas Physikalisches existiert, ist das Explanandum nicht nur in einen neurophysiologischen Vorgang umgedeutet worden, sondern – insofern es ja bei ihm um bewusstes Erleben geht – auch eliminiert worden: »If having a qualitative conscious experience of phenomenal red just is being in a brain state with the relevant neurophysiological properties, then such experiential properties are real but their reality is a straight forwardly physical reality«.80 Hinter solchen Identitätsbehauptungen steckt die Idee einer Identitätsbeziehung, die Searle als »Nichts-als-Beziehung«81 kritisiert und die ihrerseits auf der Intuition fusst, dass Phänomenales einfach ›nichts anderes als‹ Nicht-Phänomenales sein muss. Dadurch wird sichtbar, dass eine Theorie mit einer derartigen Umdeutung des Explanandums auch der Kategorie des phänomenalen Antirealismus zugeordnet werden könnte; auch deshalb, weil sie fast so vollständig wie letzterer auf die Beachtung des Phänomenalen als Explanandum verzichtet. So existiert das Explanandum Erleben für strikte Typen-Identitätstheorien eigentlich nicht, weshalb es für sie auch kein explanatorisches Problem zu lösen gibt. Frühere Identitätstheorien, wie die von Place und Smart, versuchten demgegenüber jedoch gar nicht, Geist oder Bewusstsein als Explanandum zu eliminieren.82

Neben diesem phänomenalen Antirealismus, findet sich bei Papineau auch eine Form phänomenaler Indifferenz. Dies lässt sich am Beispiel seines »simulational model of phenomenal concepts«83 aufzeigen. Mit diesem Modell versucht er, in Reaktion auf epistemische Argumente zu erklären, warum wir einen phänomenalen Begriff84 erst aneignen können, nachdem wir das damit korrespondierende phänomenale Erlebnis hatten.85 Papineau führt dies darauf zurück, dass ein Subjekt, den mit dem phänomenalen Begriff korrespondierenden neuronalen Vorgang erst dann ›aktivieren‹ könne, wenn dieser vorher schon einmal durch eine »externe Quelle«, d.h. eine Sinneswahrnehmung aktiviert gewesen sei.86

Warum und wodurch der besagte neuronale Vorgang, der durch eine Sinneswahrnehmung ›aktiviert‹ wurde, die für einen phänomenalen Begriff konstitutive qualitative Erlebniskomponente haben soll, bleibt mit diesem Modell von Papineau ebenso unbeantwortet, wie die Frage, warum ein Erlebnis vollständig auf einen neuronalen Vorgang reduziert werden können soll, wenn letzterer einmal mit einem phänomenalen Erlebnis »korrespondiert«87 hat – obwohl dies die Ausgangsfragen und die zentralen Explananda des hard problem wären. Diese Nicht-Beachtung von Explananda, die im Zusammenhang mit dem Phänomenalen und dem hard problem zu beantworten sind, nenne ich phänomenale Indifferenz.

7.2.2 Reduktiver Funktionalismus

Die Grundintuition des reduktiven88 Funktionalismus besteht darin, dass mentale, mithin auch phänomenale Zustände als Teilmengen der funktionalen Zustände eines Systems funktional bzw. als physikalische Zustände realisiert89 sind.90 Physikalische Zustände sind aufgrund der multiplen Realisierbarkeit91 jedoch nicht generell, im Sinne einer strikten Type-Type-Identität, mit mentalen Zuständen identisch.92 Ein mentaler Zustand ist deshalb, dem Funktionalismus zufolge, nicht alleine durch die interne Konstitution seiner physischen Realisierung bestimmt, sondern durch die Funktion und kausale Rolle, welche diese Realisierung erfüllt.93

Entsprechend ihrer Forderung nach einer empirischen Plausibilisierung der Identitätsbehauptung beharren Vertreter des reduktiven Funktionalismus auf einer befriedigenden Antwort auf das Erklärungslückenargument Levines. So glauben bspw. Lewis94 und Armstrong95, dass eine kausale bzw. funktionale Analyse mentaler Zustände eine komplette Analyse darstellt, ohne dass eine unerklärte Lücke zwischen phänomenalen und funktionalen Zuständen übrig bleibe.96 Die wesentliche Aufgabe einer reduktiv-funktionalen Erklärung eines mentalen Zustandes bestehe nur darin, eine Realisierungsbasis für dessen spezifische kausale Rolle zu finden; und diese kausale Rolle individuiere wiederum einen funktonalen Zustand. So nimmt Pauen an, dass es möglich ist, Qualia zunächst funktional, d.h. durch ihre kausalen Rollen zu beschreiben und in einem weiteren Schritt diese als funktional charakterisierten Zustände neurophysiologisch zu explizieren.97 Das bedeutet, dass diese neurophysiologischen Zustände als funktionale, physische Realisierungen mentaler Zustände interpretiert werden. Der Funktionalismus behauptet also im Kern, dass Erleben, aus kausalen und funktionalen Rollen wie Inputs, Outputs und anderer interner Zustande besteht.98

Solche angeblichen Überwindungen der Erklärungslücke vermittels funktionaler Beschreibungen sind jedoch wiederum nur um den Preis einer Modifikation des zu lösenden Problems zu haben, insofern das Explanandum des phänomenalen Zustandes als funktionaler Zustand umgedeutet wird. Denn keine kausale oder funktionale Spezifikation von mentalen Zuständen kann dessen qualitativ-erlebnishaften Charakter erfassen. Der Funktionalismus wie auch die Identitätstheorie ignorieren demnach, analog zum phänomenalen Antirealismus, aufgrund einer Übergewichtung der ockhamschen Regel und der damit verbundenen, erwünschten ontologischen Einfachheit und einfacheren Explizierbarkeit, das von Stubenberg99 geforderte Desiderat phänomenaler Adäquatheit:

Even for those generally sympathetic to functionalism, there is one category of mental states that seems particularly resistant to functional characterization. Functionalist theories of all varieties – whether analytic or empirical, FSIT or functional specification – attempt to characterize mental states exclusively in relational, specifically causal, terms. A common and persistent objection, however, is that no such characterizations can capture the qualitative character, or ›qualia‹, of experiential states such as perceptions, emotions, and bodily sensations, since they would leave out certain of their essential properties, namely, ›what it’s like‹ (Nagel 1974) to have them.100

Auch wenn bewusste mentale Zustände vermutlich bestimmte kausale oder funktionale Rollen haben, so können sie nicht hinreichend durch diese bestimmt oder definiert werden. Nach Chalmers ist der qualitativ-erlebnishafte Charakter sogar derart fundamental, dass er das ist, was mentale Zustände überhaupt bewusst macht.101 Demzufolge ist der phänomenale Charakter mentaler Zustände »[…] not something that can be functionally defined away«.102 Der reduktive Funktionalismus trivialisiert deshalb das Problem des Bewusstseins: »Suddenly, all we have to do to explain consciousness is […] to perform certain sorts of discrimination, or to manifest some other capacity.«103 Etwas provokativer macht Searle auf das mit einer funktionalistischen Trivialisierung verbundene Problem des Verlustes des eigentlichen Explanandums aufmerksam:

[…] Something is a clock or a carburetor in virtue of what it does, of what its causal relations are, not in virtue of the materials it is composed of. Any material will do, provided it does the job […]. Something is a belief or a desire in virtue of what it does […]. […] none of these causes and effects is to be thought of as having any mental component.104

Mit dem reduktiven Funktionalismus wurde zwar der Versuch unternommen, die Probleme des Behaviorismus und der Identitätstheorie zu vermeiden und gleichzeitig deren Vorteile zu kombinieren. Aus den oben erwähnten Gründen ist er nach Searle dennoch »utterly implausible«105. Für den reduktiven Funktionalismus ist jedoch nicht nur die notorische Unterbestimmung von Erleben durch kausale oder funktionale Rollen ein Problem, sondern auch die alles andere als gelöste Frage, ob der erlebnishafte Charakter von bewusstem Erleben überhaupt eine kausale Funktion hat.106 Seine nichtsdestotrotz starke Verbreitung lässt sich jedoch durch dessen philosophiehistorische Situierung verstehen: den Dualismus wollte man um jeden Preis vermeiden, weil er unwissenschaftlich und inakzeptabel anmutet, doch auch Behaviorismus und Identitätstheorie zeigten und zeigen sich als sehr unbefriedigende Ansätze für eine Lösung des hard problem.107

Was den reduktiven Funktionalismus als Ansatz für die Erklärung von Erleben so unbefriedigend macht, ist der Umstand, dass phänomenale Bewusstseinszustände schon aus methodischen Gründen gar nicht zu den möglichen Gegenständen einer funktionalen (bzw. neurophysiologischen) Erklärung gehören.108 Aus diesem Grund kann es auch soweit kommen, dass aus dem funktionalistischem Paradigma eigentlich nur konsequent gefolgert wird, dass sehr viel dafür spreche, dass selbst ein einfachster Roboter mit Hilfe der Parameter Farbton, Sättigung und Helligkeit bestimmte Farbeindrücke »für ähnlicher hält«109 als andere. Durch die Problemoptik der phänomenalen Achse kritisch betrachtet, wäre eine solche Aussage, wenn man sie wörtlich nimmt, eine fast schon naive Projektion von Farberleben, Intentionalität und Überzeugungen auf simple Robotiksysteme. Wenn jedoch, wie der reduktive Funktionalismus behaupten muss, dispositionelle Eigenschaften von funktional-diskriminatorischen Zuständen zur Erklärung von bewusstem Erleben, völlig ausreichen,110 dann gilt es eben nur, eine Fertigkeit zu erklären. Eine Fertigkeit, wie z.B. das richtige Aussortieren von korrekt leuchtenden Taschenlampen (gegenüber zu wenig hell scheinenden) könnte allein schon über eine Anordnung von lichtempfindlichen Widerständen, einem Steuerungssystem und einem damit verbundenen Rotoberarm gewährleistet werden. Dem Funktionalismus stellt sich deshalb, wenn wir uns um phänomenale Adäquatheit bemühen, eine Frage, die dessen phänomenale Indifferenz sichtbar macht: Erlebt nun der lichtempfindliche Widerstand (oder das Steuerungssystem als ganzes) hell und dunkel oder ›hält‹ der lichtempfindliche Widerstand tatsächlich eine Lampe für ›heller‹ als die andere?111

Da solche Fragen für den reduktiven Funktionalismus eigentlich sinnlose Fragen sind, kann er gar nicht auf die, für eine Erklärung von Erleben geforderte phänomenaler Adäquatheit eingehen – ja, Erleben oder Bewusstsein kommen gar nicht erst als Explanandum in Frage. Nur schon aus methodischen Gründen kann der reduktive Funktionalismus das Explanandum des hard problem gar nicht berücksichtigen, sondern leider nur Explananda des easy problem.

7.2.3 Reduktiver Repräsentationalismus

Obschon der Repräsentationalismus nicht zwingend reduktiv im Hinblick auf (phänomenales) Erleben sein muss, wird er zumeist mit Behauptungen von dessen Reduzierbarkeit in Verbindung gebracht.112 Demgegenüber gibt es auch schwache,113 nicht-reduktive Formen des Repräsentationalismus, die ich jedoch nicht hier unter der Kategorie der phänomenalen Indifferenz aufführen werde, da sie auf der phänomenalen Achse dem Pol des phänomenalen Realismus zuzuordnen sind. Auch Pitt unterscheidet zwischen starken und schwachen Formen des Repräsentationalismus, wobei er Vertreter von schwachen Formen des Repräsentationalismus »Phänomenalisten«114 nennt. Eigentümlicherweise bezeichnet er beide Gruppen als »realists about phenomenal properties«.115 Demnach wären auch reduktionistische Varianten des Repräsentationalismus der Kategorie des phänomenalen Realismus zuzuordnen. Die evasive Weise, wie reduktionistische, nach Pitts Terminologie starke Repräsentationalisten, dem Explanandum des Phänomenalen ausweichen und ihre in diesem Abschnitt dargelegten Umdeutungen des Explanandums, zeigen jedoch auf, dass sie genau betrachtet weder als phänomenale Antirealisten noch als phänomenale Realisten gelten können. Auch wenn reduktive bzw. starke Formen des Repräsentationalismus das Phänomenale nicht explizit leugnen, lässt es sich, wie ich aufzeigen werde, gut begründen, sie mindestens unter die Kategorie phänomenaler Indifferenz zu subsumieren.

Starken bzw. reduktiven Formen des Repräsentationalismus (z.B. Dretske116, Tye117, Lycan118) ist die Ansicht gemeinsam, dass ein phänomenaler Gehalt auf eine spezifische Art von Gehalt reduzierbar ist: »[…] representation of a certain kind suffices for a quale […]«.119 Reduktive Formen des Repräsentationalismus können demzufolge als Varianten der Identitätstheorie gesehen werden: »Representationalism, as I have presented it so far, is an identity thesis with respect to qualia: qualia are supposedly one and the same as certain representational contents«.120 Der phänomenale Charakter bspw. eines Farberlebnisses gilt als identisch mit dem, dieses Erleben repräsentierenden bzw. repräsentationalen Gehaltes, der mithin als intentionaler Gehalt gesehen wird.121 Die Intentionalität einer mentalen Repräsentation besteht darin, dass sie ein Objekt, z.B. den blauen Himmel, repräsentiert. Eine mentale Repräsentation ist dreistellig und besteht aus einem Repräsentandum (Objekt, z.B. blauer Himmel), einem Repräsentat (Träger, Gehirnzustand) und dem System (Organismus, ganze Person mit Wahrnehmungsfähigkeit und Bewusstsein).122

Von den Varianten des einfachen Repräsentationalismus sollten wir zunächst diejenigen des Meta-Repräsentationalismus bzw. der HOR-Theorien (»›higher-order representation‹ theories«)123 unterscheiden. Diese Varianten versuchen phänomenales Erleben mit Formen von Intentionalität höherer Ordnung zu erklären und identifizieren.124 Ein intentionaler, nicht bewusster Gehalt erster Stufe wird demnach dann zu einem erlebten Gehalt, wenn sich ein intentionaler Zustand höherer Ordnung auf ihn richtet.125 HOR-Theorien treten in zwei Hauptvarianten, den higher-order perception-Theorien126 (HOP) und den higher-order thought-Theorien127 (HOT) auf. HOP-Theorien gehen, vereinfacht gesagt davon aus, dass bewusstes Erleben als eine spezifische Form der inneren Wahrnehmung (»inner sense«)128 von eigenen mentalen Prozessen zu begreifen ist.129 HOT-Theorien können wiederum zwischen aktualistischen und dispositionalistischen Varianten unterschieden werden.130 Aktualistische Varianten der HOT-Theorien sehen in höherstufigen Gedanken bzw. propositionalen Einstellungen über Wahrnehmungsgehalte die Grundlage von bewusstem Erleben. So entsteht nach Rosenthal phänomenales Erleben dann, wenn eine Wahrnehmung bzw. ein Gehalt erster Stufe in mir die höherstufige Überzeugung hervorruft, dass ich gerade jetzt eine Gelbwahrnehmung habe.131 Der höherstufige Gedanke – im Sinne eines aktuellen Urteils über einen Zustand – macht daher eine Wahrnehmung zu einer bewussten Wahrnehmung.132 Dispositionalistische Varianten der HOT-Theorien133 gehen demgegenüber davon aus, dass ein Wahrnehmungsgehalt auch dann bewusst sein kann, wenn mit ihm (aktuell) kein höherstufiger Gedanke einhergeht, jedoch eine Disposition zu letzterem vorhanden ist.134

Die Variante des einfachen135 Repräsentationalismus von Tye unterscheidet demgegenüber zwischen zwei Arten von intentionalem Gehalt, die im Prozess der Informationsverarbeitung zwei unterschiedlichen Ebenen zuzuordnen sind: Während die intentionalen Gehalte auf einer höheren, kognitiven Ebene ein begriffliches Format aufweisen, werden die intentionalen Gehalte auf der basalen, sensorischen Ebene intentionaler Gehalte nicht- begrifflich repräsentiert.136 Sinnesrepräsentationen gelten deshalb als nicht- propositionale Gehalte (»nonconceptual content«)137 und haben eher ein »bildliches Format« (»›pictorial‹ format«)138 als ein symbolisches Format von höherstufigen Repräsentationen. Mit dieser Konzeption nicht-begrifflicher bzw. sensorischer intentionaler Gehalte versucht Tye phänomenales Erleben in eine repräsentationale Theorie des Geistes zu integrieren, die unter dem Kürzel »PANIC«139 bekannt geworden ist: »[…] the phenomenal character of an experience is one and the same as its poised abstract non-conceptual intentional (or representational) content or its PANIC, for short […]«.140 Dass Tye, neben anderen Problemen seiner externalistischen Variante des Repräsentationalismus, nur den engen Ausschnitt sensorischer Formen von bewusstem Erleben in Betracht zieht, diskutiere ich weiter unten.

Dretske beruft sich (wie auch Dennett)141 in seiner Theorie der Teleosemantik142 zusätzlich auf die Evolutionstheorie, wobei der Gehalt eines mentalen Zustandes eine Funktion ist, die durch die Umwelt im Selektionsprozess gewissermassen ›geprüft‹ wird.143 Trotz dieser Unterschiede kann sowohl Dretskes wie auch Tyes Repräsentationalismus als intentionaler Externalismus bezeichnet werden. Schmerzerleben gilt einerseits als identisch mit einem nicht-begrifflichen, intentionalen Gehalt bzw. der Repräsentation des schmerzenden Körperteils.144 Andererseits ist für die von Tye und Dretske vertretene externalistische Variante des Repräsentationalismus (»wide content«)145 die Transparenzthese ein wichtiges Argument.146 Diese geht davon aus, dass wir uns nicht dem qualitativen Aspekt eines visuellen Erlebnisses bewusst seien, sondern dass wir vielmehr direkt auf die Eigenschaften der Objekte sehen würden. Ein Erlebnis sei deshalb gleichsam ›durchsichtig‹, weil wir nicht das Erlebnis selber sehen, sondern ›durch das subjektive Erlebnis hindurch‹ auf die Welt sähen. Dies wird damit begründet, dass wir keinen Unterschied feststellen könnten, wenn wir uns bspw. zuerst auf das »intrinsische«147 Grünerleben konzentrieren und nachher auf das Grün des gesehenen Löwenzahnblattes.148 Im Rückgriff auf die Transparenzthese geht der Externalismus deshalb davon aus, dass (bei normaler veridischer Wahrnehmung)149 die phänomenalen Eigenschaften, die erlebt werden, »nicht wirklich«150 existieren, sondern nur Eigenschaften »geistunabhängiger Objekte«151 seien:152 »These observations suggest that qualia, conceived of as the immediately ›felt‹ qualities of experiences of which we are cognizant when we attend to them introspectively, do not really exist«.153

Daraus resultiert die problematische154 Behauptung, dass bspw. der Gestank einer Mülltonne auf eine objektive Weise ›an‹ den Gegenständen in dieser Mülltonne oder der Gehalt eines Grünerlebnisses ›auf‹ dem Löwenzahnblatt ist. Demgemäss behauptet Dretske dass alles, dessen wir uns bewusst sind, auch für uns gleich wäre, wenn wir Zombies wären. Die Welt, die wir erleben, unterscheide sich mithin in Nichts von derjenigen eines Zombies.155 Die Aussagen, dass Qualia »nicht wirklich«156 existieren, dass phänomenale Eigenschaften, nur Eigenschaften von physikalischen »Objekte«157 seien und dass ein Zombie die Welt gleich erlebe wie wir, offenbaren eine starke Neigung zum Eliminativismus. Tye geht bei die Transformation des Explanandums sogar soweit, dass er, im Lichte der phänomenalen Problemoptik, auch als Eliminativist gesehen werden könnte, weil er davon ausgeht, dass Qualia nichts mit phänomenalem Erleben zu tun haben: »The point is that qualia are not qualities of experiences158

Dennoch leugnet Tye Qualia (angeblich) nicht: »This is not to say that experiences do not have qualia«.159 Wie stellt sich Tye nun vor, dass Erlebnisse zwar einerseits Qualia haben, aber andererseits Qualia keine Qualitäten von Erleben sind? Widerspruchsfrei lässt sich das nur so denken, dass Phänomenales in etwas Nicht-Phänomenales transformiert wird. Für Tye besteht nämlich, so seltsam dies auch klingt, der phänomenale Charakter eines Erlebnisses gar nicht darin, eine Erlebnisqualität zu sein:

[…] the representational content of an experience is something the experience has; just as meaning is something a word has. Moreover, just as the meaning of a word is not a quality the word possesses, so the phenomenal character of an experience is not a quality the experience possesses.160

Tyes Idee, dass die so genannten »repräsentierten Qualitäten des Erlebens« (»represented qualities of experiences«)161 ›in‹ die repräsentationalen Gehalte des Erlebens »eingehen«,162 lässt darauf schliessen, dass er, mindestens auf den ersten Blick, kein Eliminativist ist, da er damit eingesteht, dass es Erleben gibt: »[…] the obvious representational proposal is that qualia are really representational contents of experiences into which the represented qualities enter«.163 Zugleich zeigt es aber auf, dass sich Tye der Kategorie der phänomenalen Indifferenz zuordnen lässt. Denn er scheint sich nicht besonders stark mit der Problemstellung der phänomenalen Achse auseinander zu setzen, wenn er behauptet, dass eine Erlebnisqualität ›in‹ einen repräsentationalen Gehalt des Erlebens »eingehen«164 kann; diese Erlebnisqualität jedoch keine Qualität sei, die ein Erlebnis habe, weil diese Erlebnisqualität, wenn sie überhaupt zu etwas gehörten, ja nur zu externen Dingen gehören sollen:

[…] the only qualities revealed in introspection are qualities represented by experiences (qualities that, in the perceptual case, if they belong to anything, belong to external things) […].165

Weil die hier aufgeführten, externalistischen Formen des reduktiven Repräsentationalismus mindestens den Anspruch haben, nicht eliminativistisch zu sein, subsumiere ich sie nicht unter die Kategorie des phänomenalen Antirealismus; denn letzterer gesteht offen seine Strategie der Elimination166 des Phänomenalen ein. Selbst wenn die Behauptung, Qualia seien Eigenschaften von externen Objekten,167 eine so starke Transformationen des Explanandums darstellt, dass dies in einer (subtilen) Elimination des Phänomenalen resultiert, so ist es zugegebenermassen keine explizite (oder mindestens keine bewusste) Leugnung phänomenaler Bewusstseinszustände – aber sicher eine Form der phänomenalen Indifferenz: Bei der externalistisch-repräsentationalistischen Interpretation von Erlebnisqualitäten lässt sich insofern eine phänomenale Indifferenz nachweisen, als ein phänomenales Explanandum, wie z.B. ein Farberlebnis, mit einem leichter zu erklärenden, nicht-phänomenalen Explanandum, nämlich den Oberflächeneigenschaften eines Gegenstandes, identifiziert wird.168 Damit wird bewusst oder unbewusst eine der Explizierbarkeit dienliche Bedeutungsverschiebung von Qualia vorgenommen. Denn diese Form des Repräsentationalismus versucht das Problem phänomenalen Erlebens so zu lösen, indem sie Explananda aus der schwer zu erklärenden Erste-Person-Perspektive in leichter zu erklärende Explananda der Dritte-Person-Perspektive zu transformieren bzw. zu externalisieren versucht: »Representationalism tries do solve the problem of qualitative character by putting the qualia out in the world, so to speak.«169

Doch die für sinnlich-phänomenales Erleben konstitutiven Qualitäten können nicht jenseits des Sinnesbewusstseins ›an‹ den Objekten gefunden werden. Weder korrelieren die physikalischen Merkmale externer Reize mit typischen Eigenarten sinnlicher Qualitäten, noch erklären sie letztere.170 Abgesehen von der Problematik einer Transformation von phänomenalen in nicht-phänomenale Explananda, lässt sich die externalistische These, dass phänomenale Eigenschaften identisch mit physikalischen Eigenschaften seien, allein schon bei den noch etwas plausibleren immer wieder bemühten Beispielen visuellen Erlebens171 wissenschaftlich gar nicht halten; denn es lassen sich bedeutende Strukturdifferenzen zwischen phänomenalen Gehalten und physikalischen (Oberflächen-) Eigenschaften nachweisen.172 So zeigt bspw. das Phänomen der Metamere (für uns gleichfarbig Erscheinendes kann verschiedene Oberflächeneigenschaften haben) oder das Phänomen der Benham-Scheibe (eine in Drehung versetzte schwarz-weisse Scheibe, wird als farbig wahrgenommen), dass die externalistische Identifizierung von Farberlebnissen mit Oberflächeneigenschaften von Gegenständen dem Explanandum auch in empirischer173 Hinsicht nicht gerecht wird.174 Auch ganz alltägliche Phänomene, wie die Tatsache, dass Gegenstände in der Morgensonne ein ganz anderes Licht als in der Abendsonne reflektieren, sie uns dennoch in derselben Farbe erscheinen, sprechen dagegen, dass Farbwahrnehmung identisch mit externen physikalischen Eigenschaften sind.175 Ausserdem zeigt das Beispiel der Farbe Braun, dass die Remissionseigenschaften von Objektoberflächen Farberleben nicht erklären können: für Normalsichtige ist Braun ein eigener Farbton bzw. eine eigene Kategorie von Farbtönen, wie dies bei Rot- oder Blautönen der Fall ist. Braun ist jedoch keine Spektralfarbe, weshalb die für Brauntöne typischen Wellenlängen solche sind, die von orangefarbenen und gelben Oberflächen reflektiert werden. Eine Schokolade müsste uns, wenn Farbqualia mit Oberflächeneigenschaften identisch wären – oder auch nur eine zuverlässige Strukturähnlichkeit aufweisen würden – als etwas Orangefarbenes erscheinen.176 Zudem rufen ungleiche elektromagnetische Wellenlängen einmal ein phänomenales Erleben von Wärme, und ein anderes Mal Farberleben hervor, obschon sie sich nicht kategorial, sondern nur in ihrer Frequenz unterscheiden.177 Und dass Wärme- oder Kälteempfindungen irgendwie ›in‹ kinetischer Energie, ›ekelerregendes‹ Dufterleben nur ›in‹ physikalischen Eigenschaften bestimmter Substanzen oder das qualitative Hörerlebnis einer Symphonie nur ›in‹ Schallwellen sein sollen, ist noch weniger plausibel, als die von Externalisten meistens aufgeführten Beispiele angeblich externer Eigenschaften bei visuellem Erleben.178

So kommt Broad zum Schluss, dass die sich auf die Introspektion179 abstützende Transparenzthese und die damit verbundene Idee, dass phänomenale Erlebnisgehalte, aufgrund einer unmittelbaren mentalen Repräsentation von Oberflächeneigenschaften, ›auf‹ externen Objekten zu finden sind, naiv ist:

There is the naive view that we are in immediate cognitive contact with parts of the surfaces of external objects, and that the colours and temperatures which we perceive quite literally inhere in those surfaces independently of our minds and of our bodies.180

Würde der Repräsentationalismus das Desiderat phänomenaler Adäquatheit beachten, dann müsste er sich folgende Frage stellen: was ist das Verbindende zwischen einem phänomenalen Bewusstseinszustand und (s)einer Repräsentation? Diese Frage scheint jedoch von reduktiven Formen des Repräsentationalismus nicht gestellt zu werden.

Die repräsentationale Interpretation von phänomenalem Erleben erklärt, auch mit Hilfe von speziellen, nicht-begrifflichen Gehalten sensorischer Repräsentationen, das zur Frage stehende Explanandum nicht, sondern transformiert es nur. Denn ein repräsentationaler Unterschied von intentionalen Gehalten mit begrifflichem Format gegenüber intentionalen nicht-begrifflichen Gehalten zeigt höchstens auf, dass es verschiedene Gehalte gibt, um die wir wissen können: nämlich propositionale und nicht-propositionale (phänomenale) Gehalte.181 Die das hard problem konstituierende Frage, warum bestimmte repräsentationale Gehalte auf die für Qualia typische Weise überhaupt erlebt werden, bleibt deshalb nach wie vor offen.182

So lässt sich mit Slaby die Kritik anbringen, dass unausgewiesene Verwendungen des Begriffs »Repräsentation«, wie z.B. die Behauptung, eine spezifische Art von repräsentationalen Gehalt »genüge«183 für ein Quale, »Monstrositäten«184 sind, die über fundamentale Unklarheiten des Weltbezugs intelligenter Wesen hinwegtäuschen.185 Nach Chalmers kann die Verbindung zwischen Qualia und Repräsentation nur einigermassen plausibel gemacht werden, wenn unser Begriff von ›Repräsentation‹ in einem nicht- reduktiven, »inflationären«186 Sinne konzipiert wird, bei dem Phänomenales nicht vollständig auf eine Repräsentation reduzierbar ist.187 Starke Repräsentationalisten machen aber, weil sie einen »deflationären«188 Repräsentations-Begriff haben, gerade das Gegenteil. Deshalb wirkt Tyes oben dargelegter Versuch, Phänomenales mit Repräsentationen (und Eigenschaften von Objekten) zu identifizieren auch so widersprüchlich.189

Diese Kritik an einem allzu engen Repräsentationsbegriff kann auch auf internalistische Varianten (»narrow content«)190 des reduktiven Repräsentationalismus angewandt werden.191 Denn die Eigenschaften interner neuronaler Prozesse, die von ihren Vertretern als Repräsentationen – bspw. des Dufterlebens einer wohlriechenden Rose – gedeutet werden, sind als Basis für eine Rekonstruktion des (angenehmen) Erlebnischarakters dieses Duftes, aufgrund der Kluft zwischen Qualia und Repräsentation unbrauchbar.192 Die Transduktion der Umweltreize in Nervenerregungen ist nicht einmal derart, dass eine eindeutige Korrelation zwischen bestimmten Umweltreizen und bestimmten Nervenerregungen besteht: »Es gibt keine eindeutige Beziehung zwischen Umweltreizen und gehirninternen Prozessen«.193 Somit sind die Eigenschaften interner neuronaler Prozesse nicht einmal isomorphe mentale Repräsentationen von Umwelteigenschaften.

Die Transformation des Explanandums geschieht bei internalistischen Varianten des Repräsentationalismus (»narrow content«), im Unterschied zum Externalismus einfach so, dass Erleben als interne Repräsentation bzw. als ›Hirnzustand‹ umgedeutet wird.194 Auch in dieser Variante des Repräsentationalismus treten Fragen über das phänomenale Erleben in den Hintergrund. Ein phänomenal indifferenter Fokus auf Gehirnprozesse drängt dann den Explanandum-Status von Erleben in den Hintergrund. Auch bei Gerhard Roth lässt sich eine Tendenz zu einer dergestaltigen phänomenalen Indifferenz feststellen:

Meist wird argumentiert, psychische Zustände seien derart andersartig gegenüber physiologischen, daß eine Ersetzung der Beschreibung der einen durch eine Beschreibung der anderen prinzipiell unmöglich sei. Es ist aber keineswegs ausgeschlossen, daß man in der Lage sein wird, zumindest im Falle einfacher Wahrnehmungen anzugeben, was im Gehirn einer Person vor sich geht, z.B. wenn sie einen runden, roten, bewegten Gegenstand sieht.195

Der Verweis darauf, dass man herausfinden könne, »[…] was im Gehirn einer Person vor sich geht […]«,196 wenn sie etwas Rotes sieht, soll Fragen über das phänomenale Erleben in den Hintergrund drängen oder sie gar lösen. Das Explanandum, was im Gehirn vor sich geht ist nicht gleichbedeutend mit dem Explanandum phänomenalen Erlebens – dies wäre nur der Fall, wenn erwiesen wäre, dass beides identisch ist, aber gerade darin besteht ja die Ausgangsfrage des hard problem. Auch mit der Umdeutung von Erleben, als interne Repräsentation bzw. als neuronaler Zustand oder Prozess, bleibt die ›hard problem-Frage‹, warum bestimmte repräsentationale Gehalte auf die für Qualia typische Weise erlebt werden offen: »What is it that makes some representational states phenomenal states?«.197 Phänomenales Erleben findet man nicht ›im‹ Hirn ›in‹ einer Repräsentation. Drastisch formuliert dies Nagel, der darauf verweist, dass ein erlebter Schokoladengeschmack nicht als Qualia in der Eigenschaft einer Gehirn-Repräsentation zu finden ist: wenn wir an einem Gehirn von jemandem, der gerade Schokoladengeschmack erlebt, lecken würden, so erlebten wir keinen Schokoladengeschmack.198 Die Relation zwischen einer Wahrnehmung und der Veränderung von Eigenschaften derjenigen kortikalen Areale, die bei dieser Wahrnehmung beteiligt sind, ist nicht isomorph. Sekundäre Eigenschaften werden bei Wahrnehmungsprozessen nie konserviert; konkret heisst das: bei der Wahrnehmung eines roten Objektes färbt sich nirgendwo der occipitale Cortex rot199 – und um bei unserem Beispiel zu bleiben: auch der gustatorische Cortex schmeckt beim Essen einer Schokolade nirgends nach Schokoladengeschmack.200

Auch der Meta-Repräsentationalismus tritt als reduktiver Repräsentationalismus auf, wenn für ihn phänomenale Bewusstseinszustände auf höherstufige Repräsentationen reduzierbar sind.201 Hier lässt sich einwenden, dass auch höherstufige Repräsentationen nicht diejenige Frage, die im Lichte phänomenaler Adäquatheit unausweichlich und zentral ist, plausibel zu beantworten vermögen: die hard problem-Frage, wie es möglich ist, dass eine Repräsentation im Gegensatz zu anderen Repräsentationen – auch wenn sie noch so besonders und komplex ist202 – zu etwas wird, das erlebt wird – oder gar mit bewusstem Erleben identisch sein soll?203 Worin besteht das Phänomenale, wenn eine Repräsentation eine andere Repräsentation repräsentiert? Anders gefragt: warum soll ein nicht-phänomenaler Gehalt erster Stufe plötzlich zu einem bewussten, phänomenalen Gehalt werden, wenn er durch einen anderen Gehalt (auf einer zweiten Stufe) repräsentiert wird?204 Stubenberg formuliert das Problem, dieser auch durch den Meta-Repräsentationalismus nicht plausibel überbrückten Kluft zwischen Qualia und Repräsentation folgendermassen: »[…] neither the thinking of higher-order thoughts (HOT) nor the having of higher-order perceptions (HOP) can serve to switch on the inner light«.205 Auch Metzingers Theorie des »phänomenalen Selbstmodells«206 kann nicht erklären, warum ein Selbstmodell einer höheren Repräsentationsstufe eine (unbewusste) einfache Repräsentation in bewusstes Erleben transformieren soll. Das Selbstmodell kann nur bewusst erlebt werden, wenn ein Subjekt dieses Modell erlebt bzw. wenn Bewusstsein für die Theorie bereits vorausgesetzt wird. Insofern basiert die Theorie des phänomenalen Selbstmodells auf dem, was durch sie erklärt werden soll.207

Qualia sind weder ›im‹ Hirn noch ›in‹ einer externen Eigenschaft von Objekten zu finden. Das bedeutet, dass Qualia auch nicht durch Prozesse oder Strukturen im Gehirn oder externen Objekten ›repräsentiert‹ oder ›vergegenständlicht‹ sein können. Genau aus diesem Grund besteht eine weiteres Problem bei repräsentationstheoretischen Formen phänomenaler Indifferenz und der von ihnen versuchten Reduktion von Explananda der Ersten-Person-Perspektive in Explananda der Dritte-Person-Perspektive darin, dass Qualia, anstatt als etwas Subjektiv-Phänomenales, als etwas konkret Gegenständliches bzw. ›Dinghaftes‹ konzipiert, und insofern reifiziert208 werden. So basiert die oben erwähnte, im Rahmen des Gedankenexperiments von Lynch,209 von mir kritisierte Idee der Vorstellbarkeit von ›Qualia-Taschendieben‹ und die damit verbundene Intuition, dass wir einen solchen Diebstahl nicht ›merken‹ könnten, auf einer externalistischen Reifikation (bzw. objektivistischen Vergegenständlichung) des Phänomenalen und einem damit verbundenen Kategorienfehler. Aufgrund dieses Kategorienfehlers scheint es logisch möglich bzw. vorstellbar, dass das vermeintlich konkrete ›Ding‹ Erleben wie ein Geldbeutel ›gestohlen‹ werden könne, ohne dass wir dies ›merken‹. Mit anderen Worten: Lynch, Mandik und Weisberg nehmen irrtümlicherweise an, dass Phänomenales – wie ein wahrgenommenes Objekt – einen ›scheinbaren‹ Aspekt und einen ›realen‹ Aspekt haben könnte: »[…] though it isn’t apparent to him, his qualia do indeed dance […]«.210 Phänomenales wird dadurch als ein konkretes Objekt reifiziert, das vermeintlich ›richtig‹ oder ›falsch‹ wahrgenommen werden kann. Eine ›richtige‹ Wahrnehmung von Phänomenalem wäre diesem Konstrukt zufolge Phänomenales, wie es ›tatsächlich‹ ist.211

Und genau darin liegt dieser mit einem inadäquaten Qualia-Begriff zusammenhängende Denk- und Kategorienfehler: Eine phänomenal adäquate Begriffsverwendung von Qualia muss und darf jedoch gerade nur das umfassen, was ein Subjekt ›merkt‹ und was für das Subjekt unter den jeweiligen epistemischen Umständen ›scheinbar‹ ist – eben das, was das Subjekt erlebt. Selbst wenn also Phänomenales oder ein Teil davon ›gestohlen‹ werden könnte, so müsste sich das logisch zwingend in einem lückenhaften (z.B. einem Erleben ohne Rot-Töne) resp. einem entsprechend modifizierten Erleben zeigen.

Diese Transformation von Phänomenalem in konkrete Gegenstände kann nicht nur Repräsentationalisten, sondern auch Eliminativisten dazu dienen, ein hard in ein easy problem zu transformieren. Zum einen, weil Funktional-Gegenständliches ein einfacheres Explanandum darstellt als Subjektiv-Phänomenales. Zum anderen kann so die Idee ins Spiel gebracht werden, dass es denkbar sei, dass wir ›in Wirklichkeit‹ vielleicht sogar alle bewusstlos sind.212 Denn wenn Erleben zu einem Objekt mit Dritte-Person-Eigenschaften umgedeutet wird, dann scheint es freilich denkbar, dass es »unbemerkt«,213 vielleicht bereits jetzt schon ›gestohlen‹ wurde. Auf diese Weise lässt sich auch die oben erwähnte, im Lichte phänomenaler Adäquatheit ziemlich absurde Intuition verstehen, dass es sogar möglich sei, dass wir nicht »merken« würden, wenn uns ein ›Qualia-Taschendieb‹ Schritt für Schritt unser ganzes phänomenales Erleben klauen würde.214 Aufgrund des Diebstahls jener ›Qualia-Objekte‹ wären wir nach Lynch Zombies und hätten dennoch die ›Überzeugung‹,215 dass unsere Erlebnisse unverändert seien.216

Nehmen wir die Herausforderung einer adäquaten Beachtung des Phänomenalen jedoch an, dann lassen sich Qualia nicht mehr einfach in ein easy problem verwandeln, indem man sie als konkrete Objekte konzipiert. Nein, in einer dem Desiderat phänomenaler Adäquatheit hinreichenden Verwendung des Qualia-Begriffs, muss berücksichtig werden, das Phänomenales gerade darin besteht, was das Subjekt erlebt und nicht darin, welche auch noch so widersprüchlichen Urteile217 es über sein Erleben fällen könnte.218

Repräsentationalistische Interpretationen von Erleben werden meistens mit funktionalistischen oder teleofunktionalistischen kombiniert. Deshalb kann man den Repräsentationalismus auch als eine Variante des reduktiven Funktionalismus sehen: »[…] it becomes a variant of reductive functionalism and meets the usual problems«.219 Der Repräsentationalismus hat tatsächlich dasselbe Kardinalproblem mit phänomenaler Adäquatheit und mit dem hard problem wie der Funktionalismus: er leidet unter einer der Explizierbarkeit dienlichen Bedeutungsverschiebung von Qualia.220 Wenn aber Explananda des hard problem in Explananda des easy problem Umgedeutet werden, so entfernt sich der Erklärungsfokus leider weg von den zur Debatte stehenden Phänomenen. Weil dadurch das Explananda abhanden kommt, müssen derartige Beschreibungen des Menschen resp. seines Erlebens nach Jung und Heilinger auch scheitern.221 Das Explanans bezieht sich dann, aufgrund von vorausgesetzten Identitätsbehauptungen und Bedeutungsverschiebungen von Qualia, auf einen anderen Bereich von Explananda.222 Dies gleicht aber dem Wegdefinieren eines Problems: »One might as well define ›world peace‹ as a ›ham sandwich‹. Achieving world peace becomes much easier, but it is a hollow achievement«.223

1

Vgl. Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 3.3.

2

Zur Begründung für diese etwas ungewöhnliche Bezeichnung, vgl. Abschnitt 5.6

3

A.a.O., Abschnitt 1.0.

4

Vgl. dazu auch ebd.

5

Der Begriff ›eliminativer Materialismus‹ wurde erst 1968 von James Cornman in seinem Aufsatz »On the Elimination of ›Sensations‹ and Sensations« eingeführt. Cornman, James: »On the Elimination of ›Sensations‹ and Sensations«, The Review of Metaphysics, [1968] Vol. 22, No. 1, S. 15–35. Vgl. dazu Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 1.0. Die Grundidee für einen ›reinen Materialismus‹, der davon ausgeht, dass mentale Eigenschaften auf ›nichts‹ in der Welt referieren, geht zwar auf den 1925 erschienenen Klassiker von Broad The mind and its place in nature zurück. Broad selber sah jedoch die Widersprüchlichkeit einer solchen Konzeption darin, dass sie einerseits von der Nicht-Realität mentaler Zustände ausgehen muss, aber andererseits auch von der Realität falscher Urteile ausgeht. Ein falsches Urteil besteht bspw. in der Feststellung ›es gibt mentale Zustände‹. Da aber schwer zu leugnen ist, dass Urteile ebenfalls eine Klasse mentaler Zustände sind, dürfte dieses falsche Urteil in einem solchen ›reinen Materialismus‹ gar nicht vorkommen. Broad, Charles D.: The mind and its place in nature, London: Routledge & Kegan Paul 1925. Vgl. dazu auch Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 1.0.

6

(Besonders wichtig ist dabei das 1956 publizierte Werk von Wilfred Sellars Empiricism and the philosophy of mind. Vgl. Sellars, Wilfred: Empiricism and the philosophy of mind, Cambridge, Massachusetts & London: Harvard University Press [zuerst 1956]/1997.) Vgl. dazu Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 1.0. Vgl. ebenfalls Feyerabend, Paul K.: »Mental Events and the Brain«, Journal of Philosophy, [1963] Vol. 60, No. 11, S. 295–296. Vgl. auch Quine, Willard V. O.: Word and object, Cambridge, Massachusetts: Massachusetts Institute of Technology 1960.

7

Vgl. Sellars, Wilfred: Empiricism and the philosophy of mind, Cambridge, Massachusetts & London: Harvard University Press [zuerst 1956]/1997, S. 107–116.

8

Zum Problem der Umdeutung des Explanandums vgl. weiter unten.

9

Feyerabend, Paul K.: »Mental Events and the Brain«, Journal of Philosophy, [1963] Vol. 60, No. 11, S. 295.

10

Quine, Willard V. O.: Word and object, Cambridge, Massachusetts: Massachusetts Institute of Technology 1960, S. 264.

11

Churchland, Paul M.: »The Rediscovery of Light«, The Journal of Philosophy, [1996] Vol. 93, No. 5, S. 221, 226 und 227. Dass sich Erleben, Sinneswahrnehmung und Qualia nicht auf ›Introspektion‹ reduzieren lassen, diskutiere ich in den Abschnitten 8.2.1 und 9.2.3.

12

Selbst wenn es sich bei der Feststellung, dass wir bewusste Organismen sind, um das Resultat einer fehlerhaften »Volkspsychologie« handeln würde, so folgt daraus noch nicht, dass das Explanandum ›Bewusstsein‹ überhaupt nicht existiert. Etwas falsch zu konzipieren heisst ja nicht, dass der Gegenstand, über den man eine falsche Konzeption hat, überhaupt nicht vorhanden ist. Vgl. dazu Horgan, Terence / Woodward, James: »Folk Psychology is Here to Stay«, The Philosophical Review, [1985] Vol. 94, No. 2, S. 197–226. Zur Konzeption der »Volkspsychologie« von Paul Churchland, vgl. auch Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 3.0 bzw. 3.1.

13

Vgl. dazu Churchland, Patricia S.: Neurophilosophy. Toward a unified science of the mind-brain, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1986. Vgl. auch Churchland, Paul M.: »Eliminative Materialism and the Propositional Attitudes«, Journal of Philosophy, [1981] Vol. 78, No. 2, S. 67–90. Vgl. ebenfalls Churchland, Paul M.: Matter and consciousness. A contemporary introduction to the philosophy of mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1988.

14

Churchland, Paul M.: »The Rediscovery of Light«, The Journal of Philosophy, [1996] Vol. 93, No. 5, S. 221, 226 und 227.

15

Vgl. dazu Churchland, Paul M.: Matter and consciousness. A contemporary introduction to the philosophy of mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1988. Vgl. ebenfalls Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 3.1.

16

Vgl. a.a.O., Abschnitt 3.3.

17

Das Phänomen der reaktiven Dissoziation (»reactive disassociation«) besteht darin, dass Schmerzpatienten nach einer Einnahme von Distickstoffmonoxid bzw. morphinbasierten Analgetika (in sub-anästhetischen Dosen) berichten, dass sie zwar immer noch starke Schmerzen empfinden; interessanterweise wird der Schmerz jedoch nicht mehr als unangenehm empfunden. Vgl. Dennett, Daniel C.: »Why You Can’t Make a Computer That Feels Pain«, Synthese, [1978] Vol. 38, No. 3, S. 431.

18

A.a.O., S. 426.

19

A.a.O., S. 447.

20

Vgl. Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 3.3.

21

Ob sich aus dem Phänomen, dass Schmerz nicht immer als unangenehm empfunden werden muss, zudem eine Fallibilität im Hinblick auf das Erleben von Schmerzen ableiten lässt, ist nochmals eine andere Frage. Wenn jemand eine Empfindung erlebt, die er oder sie zwar als ›Schmerz‹ bezeichnen würde, diese Empfindung aber seltsamerweise nicht als ›unangenehm‹ erlebt, worüber soll sich denn diese Person eigentlich ›täuschen‹? Vielleicht darüber, dass sie glaubte, dass Schmerz immer unangenehm sein muss? Dann würde die Täuschung aber nur in ihrer vorgängig falschen Konzeption über Schmerz-Empfindungen liegen. Vgl. dazu auch ebd.

22

Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002.

23

A.a.O., S. 229.

24

Vgl. dazu auch Ramsey, William: »Eliminative Materialism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/sum2013/entries/materialism-eliminative/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 3.3.

25

Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 237.

26

Ebd.

27

A.a.O., S. 227.

28

Nachdem bspw. die hypothetischen Kaffeetester Chase und Sanborn den Kaffee »Maxwell House« plötzlich nicht mehr mögen, sind sie sich darin uneins, ob sich ihre Geschmacksqualia oder ihr Bewertungsmassstab für Kaffee geändert hat. Sanborn meint, dass sein Bewertungsmassstab für Kaffee unverändert sei, sich jedoch seine Geschmacksqualia geändert hätten. Chase behauptet demgegenüber, dass seine Geschmacksqualia vom Maxwell-Kaffee gleichgeblieben seien, sich jedoch sein Bewertungsmassstab veränderte. Vgl. a.a.O., S. 231–236.

29

A.a.O., S. 231. Vgl. auch Schröder, Jürgen: »Qualia und Physikalismus«, Journal for General Philosophy of Science, [1997] Vol. 28, No. 1, S. 172.

30

Bspw. aus der Veränderung im Erleben von Biergeschmack bei erfahrenen Biertrinker/innen, im Gegensatz zum Zeitpunkt bei dem diese das erste Mal Bier tranken, scheint es nicht klar zu sein, ob sich ihr Bewertungsmassstab oder ihr qualitatives Erleben von Bier veränderte. Vgl. Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 236.

31

A.a.O., S. 229.

32

Vgl. a.a.O., S. 229 und 244. Dennett folgert aus der Fallibilität bestimmter Überzeugungen über (vergangene) Sinnesqualia, dass es auch keinen privilegierten bzw. ›privaten‹ Zugang zu phänomenalem Erleben gibt, obwohl Unkorrigierbarkeit gar nicht im Begriff des privaten Zugangs enthalten sein muss. Vgl. dazu auch Schröder, Jürgen: »Qualia und Physikalismus«, Journal for General Philosophy of Science, [1997] Vol. 28, No. 1, S. 173.

33

Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 229.

34

Dennett beschränkt sich auf die als typisch geltenden qualitativen Eigenschaften von Sinneserfahrungen und berücksichtigt auch von diesen nur eine sehr kleine Auswahl, wie z.B. Bier- oder Blumenkohlgeschmack, vgl. a.a.O., S. 236–237. (Beziehungsweise auf den Geschmackssinn der hypothetischen Kaffeetester Chase und Sanborn, vgl. a.a.O., S. 231–236.) Zu seinen Beispielen von Farbwahrnehmung, vgl. a.a.O., S. 238–240. Zu Beispielen über die visuelle Wahrnehmung von ›oben‹ und ›unten‹, vgl. a.a.O., S. 238. Mehr über weitere, zu berücksichtigende Kategorien von Qualia vgl. Abschnitt 8.2.

35

A.a.O., S. 244.

36

Vgl. dazu auch Dennett, Daniel C.: »Lovely and Suspect Qualities«, 1991, Online: http://cogprints.org/263/1/lovely%26s.htm [zuletzt geprüft am 24.09.2018].

37

Dennett, Daniel C. [Hrsg.]: Brainchildren. Essays on designing minds, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1998, S. 141.

38

Wörtlich, an anderer Stelle: »I am denying there are any such Properties«. Dennett, Daniel C.: Consciousness explained, London: Lane 1991, S. 372.

39

Dennett, Daniel C. [Hrsg.]: Brainchildren. Essays on designing minds, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1998, S. 141. Dass Dennett, wenn er »wholeheartedly« zugibt, dass es aber so »scheine«, dass es Qualia gibt, zugleich das Vorhandensein von phänomenalem Erleben (indirekt) eingesteht, wird weiter unten besprochen. (Vgl. dazu auch Abschnitte 9.2.1 und 10.2.2)

40

Dennetts Heterophänomenologie geht denn auch davon aus, dass Erlebnisse gar nicht »existieren«. Vgl. dazu auch Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 50–51.

41

Vgl. dazu die Kritik von Lanz, Peter: Das phänomenale Bewusstsein. Eine Verteidigung, Frankfurt am Main: Klostermann 1996, S. 57–58. Weiter ist zu bedenken, dass sich Qualia bzw. phänomenales Erleben sicher nicht in Nachbildern erschöpfen. Ein anderes Problem dieser Argumentation ist, dass auch dann, wenn das Gelb eines Nachbildes nicht auf einen Gegenstand referiert, damit noch nicht begründet werden kann, dass das Erleben der optischen Täuschung eines Nachbildes als Erleben nicht existiert.

42

So sind Qualia für Dennett nur logische Konstrukte: »[…] a subject’s experience has the quale F if and only if the subject judges his experience to have quale F. […] judgings as constitutive acts, in effect, bringing the quale into existence […]«. Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 233. Vgl. dazu auch Balog, Katalin: »Phenomenal Concepts«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 294. Vgl. ebenfalls Brown, Richard: »Editorial Introduction: Philosophers Facing Phenomenal Consciousness«, Journal of Consciousness Studies, [2010] Vol. 17, No. 3–4, S. 8.

43

Vgl. dazu die Kritik der Gleichsetzung von Bewusstsein (bzw. bewusstem Erleben) mit linguistischen Fähigkeiten bei Dennetts Eliminativismus Schildknecht, Christiane: Sense and self. Perspectives on nonpropositionality, Paderborn: Mentis 2002, S. 197.

44

Beckermann, Ansgar: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes, Berlin: W. de Gruyter 2008.

45

Dennet, Daniel: Brainchildren. Essays on Designing Minds. Cambridge MA: MIT Press 1998, S. 143 [Hervorhebung im Original; Anmerkung in Klammern von E.E.; zitiert nach Beckermann, Ansgar: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes, Berlin: W. de Gruyter 2008, S. 455.]

46

Ebd.

47

A.a.O., S. 147.

48

Beckermann, Ansgar: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes, Berlin: W. de Gruyter 2008, S. 455 [Hervorhebung im Original].

49

A.a.O., S. 456.

50

Ebd.

51

Ebd.

52

Ebd.

53

A.a.O., S. 455.

54

Ebd.

55

A.a.O., S. 456.

56

Vgl. Rorty, Richard: Philosophy and the mirror of nature, Oxford: Blackwell 1979, S. 22.

57

Jacob, Pierre: »Intentionality«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2010, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2010/entries/intentionality/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 10.0. An anderer Stelle spricht Jacob auch von »Rorty’s irrealist attitude towards the mental«. Ebd.

58

Vgl. Dennett, Daniel C.: Consciousness explained, London: Lane 1991, S. 98.

59

»Far better, tactically, to declare that there simply are no qualia at all«. Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 227. Vgl. dazu auch Dennett, Daniel C.: The intentional stance, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1987, S. 5.

60

Vgl. Nagel, Thomas: »Consciousness and Objective Reality«, in: The mind-body problem. A guide to the current debate, Warner, Richard / Szubka, Tadeusz [Hrsg.], Cambridge, Massachusetts: Blackwell 1994, S. 67. Vgl. dazu auch Schildknecht, Christiane: »Der Dualismus und die Rettung der Phänomene«, in: Homo Sapiens und Homo Faber. Epistemische und technische Rationalität in Antike und Gegenwart. Festschrift für Jürgen Mittelstrass, Wolters, Gereon / Mittelstrass, Jürgen [Hrsg.], Berlin: W. de Gruyter 2005, S. 225. Vgl. ebenfalls Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 278.

61

Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 161.

62

Beispielsweise die oben erwähnte, angebliche ›Infallibilität‹ bestimmter Überzeugungen über (erinnerte) Sinnesqualia oder das Fehlen intrinsischer ›Schrecklichkeit‹ bei Schmerzen. Wir erleben jedoch Schmerzen, unabhängig davon, ob wir uns bspw. bei einem vereinfachten Urteil über Schmerzen insofern täuschen, dass sie nicht immer und unter allen Umständen ›intrinsisch schrecklich‹ sein müssen. An anderer Stelle werden, ebenso fragwürdige ›atomistische‹ oder ›homogene‹ Qualia-Begriffe bestritten, welche, selbst wenn sie das Qualia-Verständnis der philosophischen Tradition charakterisieren sollten, keine hinreichende theoretische Grundlage dafür sind, um zu entscheiden, ob Erleben existiert oder nicht. Denn das wäre nur der Fall, wenn jenes (enge) Qualia-Verständnis phänomenal adäquat wäre. Die Mangelhaftigkeit dieses verengten Qualia-Begriffs werde ich im Zusammenhang mit meiner Ausarbeitung eines phänomenal adäquaten Qualia-Begriff herausschälen. Vgl. dazu Abschnitte 8.1 und 8.2. Vgl. dazu auch Dennett, Daniel C.: »Why You Can’t Make a Computer That Feels Pain«, Synthese, [1978] Vol. 38, No. 3, S. 426. Vgl. ebenfalls Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 243.

63

Robinson, Howard: »Dualism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2013/entries/dualism/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 1.1 [Ergänzung in Klammern und Hervorhebung E. E.].

64

Ebd.

65

Ähnlich wie phänomenale Antirealisten gehen Positionen mit phänomenaler Indifferenz von einer vollständigen Reduzierbarkeit der Erste-Person-Perspektive auf die Dritte-Person-Perspektive aus. Damit eine Theorie des Geistes jedoch der Kategorie des phänomenalen Antirealismus zugeordnet werden kann, muss sie zusätzlich explizit die ›Existenz‹ des Phänomenalen leugnen, was andere, noch schwerwiegendere Probleme mit sich bringt.

66

Ebd.

67

So stellt Chalmers fest: »[…] some researchers claim to be explaining experience in the full sense. These researchers […] wish to take experience very seriously; they lay out their functional model or theory, and claim that it explains the full subjective quality of experience […]«. Chalmers, David J.: »Facing Up to the Problem of Consciousness«, Journal of Consciousness Studies, [1995] Vol. 2, No. 3, S. 206 [Hervorhebung im Original]. Strawson formuliert das Dilemma, in welchem sich solche Positionen befinden, wie folgt: »Some have been lulled into thinking that there is a comfortable and strictly materialist middle position […]. To see that this won’t do, one has to register fully the point that to be a materialist is to grant that these experiential properties, these natural (non-conventional) properties of physical beings like ourselves, are wholly physical properties«. Strawson, Galen: »The Experiential and the Non-experiential«, in: The mind-body problem. A guide to the current debate, Warner, Richard / Szubka, Tadeusz [Hrsg.], Cambridge, Massachusetts: Blackwell 1994, S. 74.

68

Vgl. dazu Searles Kritik an der Identitätstheorie, der feststellt, dass wenn die Identitätstheorie wahr sein soll, es bei jedem Phänomen, bei welchem wir diese Gleichung anwenden, zwei »[…] logisch voneinander unabhängige Merkmale […]« geben muss, die besagtes Phänomen auf den beiden Seiten der Identitätsaussage jedoch auf unterschiedliche Weise definieren. Searle, John R. / [Übers.: Gavagai, Harvey]: Die Wiederentdeckung des Geistes, München: Artemis-Verlag & Winkler [zuerst 1992, engl.]/1993, S. 52–53. Vgl. ebenfalls a.a.O., S. 53.

69

Ebd.

70

Ebd.

71

Vgl. dazu Thöle, Bernhard: »Bewusstsein und Erklärungslücken«, in: Begriff, Erklärung, Bewusstsein. Neue Beiträge zum Qualia-Problem, Pauen, Michael / Schütte, Michael / Staudacher, Alexander [Hrsg.], Paderborn: Mentis 2007, S. 230.

72

Dennett leugnet, wie erwähnt, das Explanandum aus taktischen Erwägungen. Vgl. dazu Dennett, Daniel C.: The intentional stance, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1987, S. 5.

73

Dies ist der Fall, weil im Unterschied zum phänomenalen Antirealismus, Theorien des Geistes mit phänomenaler Indifferenz auf eine explizite Leugnung des Explanandums verzichten. Deshalb kann letzteren nicht der Vorwurf einer Leugnung des Explanandums gemacht werden.

74

Chalmers, David J.: »Facing Up to the Problem of Consciousness«, Journal of Consciousness Studies, [1995] Vol. 2, No. 3, S. 206 [Hervorhebung kursiv im Original; Hervorhebung kursiv und unterstrichen von E.E.].

75

Diese Haltung erinnert an das, was Stubenberg »›trying on‹ the theory« nennt und was dem Anspruch, die zu erklärenden Phänomene in der Reduktion zu retten, nur schon deshalb nicht gerecht wird. Theorien, die auf solchen Annahmen beruhen, sollten folglich nach Stubenberg aufgegeben werden. Vgl. Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 278.

76

Chalmers, David J.: »Facing Up to the Problem of Consciousness«, Journal of Consciousness Studies, [1995] Vol. 2, No. 3, S. 206 [Hervorhebung E. E.].

77

Schildknecht eruiert drei Methoden bei Identitätsbehauptungen: 1. Theorienreduktion; 2. empirischer Nachweis psychophysischer Korrelation; 3. argumentativer Rekurs auf einen unhintergehbaren Grundsatz. Durch den empirischen Nachweis einer psychophysischen Korrelation wird zwar versucht die Identitätsbehauptung zu stützen. Dieser empirische Versuch, die Identitätsbehauptung zu stützen, rekurriert jedoch auf einer Apriori-Annahme der Identität von psychischen und physischen Eigenschaften bzw. auf dem in Punkt 3 erwähnten unhintergehbaren Grundsatz. Vgl. Schildknecht, Christiane: »Der Dualismus und die Rettung der Phänomene«, in: Homo Sapiens und Homo Faber. Epistemische und technische Rationalität in Antike und Gegenwart. Festschrift für Jürgen Mittelstrass, Wolters, Gereon / Mittelstrass, Jürgen [Hrsg.], Berlin: W. de Gruyter 2005, S. 226.

78

Papineau, David: »Mind the Gap«, Philosophical Perspectives, [1998] Vol. 12: Language, Mind, and Ontology, S. 379. Papineau behauptet zwar, dass er damit nicht die Phänomenalität (»what-it’s-likeness«) mentaler Zustände leugnen wolle, paradoxerweise stellt er im selben Abschnitt fest, dass das Fühlen von Schmerz identisch mit dem Feuern von »C-Fasern« sei. Vgl. ebd.

79

Bei Identitätstheorien unterscheidet man Varianten der Type- resp. Token-Identität. Während stärkere Type-Identitätstheorie, (z.B. Mc Laughlin oder Papineau) von einer Identität zwischen mentalen und physikalischen Eigenschaften ausgeht, berufen sich Token-Identitätstheorien, wie z.B. der anomale Monismus von Donald Davidson, nur auf eine Identität zwischen einzelnen mentalen und physischen Ereignissen und nicht auf eine strikte, gesetzesartige psychophysische Identität. Vgl. dazu Davidson, Donald: »Mental Events«, in: Essays on actions and events, Davidson, Donald [Hrsg.], Oxford: Clarendon Press [zuerst 1970]/2002, S. 207–224. Vgl. auch Yalowitz, Steven: »Anomalous Monism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2012, Online: https://plato.stanford.edu/entries/anomalous-monism/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen. Vgl. auch Alter, Torin / Nagasawa, Yujin: »What is Russellian Monism?«, Journal of Consciousness Studies, [2012] Vol. 19, No. 9–10, S. 68. Vgl. ebenfalls Van Gulick, Robert: »Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2014, Online: http://plato.stanford.edu/archives/spr2014/entries/consciousness/ [zuletzt geprüft am 17.09.2018], Abschnitt 8.2.

80

Ebd. [Hervorhebung im Original].

81

Searle, John R. / [Übers.: Gavagai, Harvey]: Die Wiederentdeckung des Geistes, München: Artemis-Verlag & Winkler [zuerst 1992, engl.]/1993, S. 131.

82

Wie Weekes bemerkt, lag das Ziel früher Identitätstheorien nur darin, Gehirn und Geist miteinander zu identifizieren, jedoch nicht darin, wie Weekes es nennt, ihre »reale« Verschiedenheit zu leugnen. Genau genommen läuft dies eigentlich auf eine Identitätstheorie im Sinne des neutralen Monismus hinaus: »A ›real distinction‹ means that neither relatum is the sort of thing that intrinsically needs the other in order to exist. It’s easy to spot this assumption in the original identity theory. For Place and Smart, it was an entirely contingent fact that certain events described in a mental language were identical to certain events described in a physical language. The whole point of the early identity theory was to find a way to identify mind and brain without denying the reality of their distinction«. Weekes, Anderson: »The Mind–Body Problem and Whitehead’s Non-reductive Monism«, Journal of Consciousness Studies, [2012] Vol. 19, No. 9–10, S. 41 [Hervorhebung E. E.].

83

Papineau, David: »Mind the Gap«, Philosophical Perspectives, [1998] Vol. 12: Language, Mind, and Ontology, S. 382.

84

Ein phänomenaler Begriff ist nach Papineau eine (phänomenale) Vorstellung, die wir haben, wenn wir an Schmerz denken, mit einer bestimmten »what-its-likeness«. Vgl. ebd.

85

Wir verstehen den phänomenalen Begriff ›rot‹ erst dann und nur dann im Hinblick auf seinen phänomenalen Erlebnischarakter, wenn wir zuvor mindestens einmal etwas wahrgenommen haben, das rot war. M.a.W.: ohne ein Roterlebnis ist der Begriff ›rot‹ phenomenal inhaltsleer.

86

Vgl. ebd.

87

Wörtlich: »corresponding experience«, vgl. Ebd.

88

In dieser Arbeit unterscheide ich, weil dies im Hinblick auf das Desiderat phänomenaler Adäquatheit von Bedeutung ist, den reduktiven vom nicht-reduktiven Funktionalismus. Der nicht-reduktive Funktionalismus ist dadurch bestimmt, dass er nicht davon ausgeht, Erleben (nach Block mindestens nicht in seinen qualitativen Formen) auf funktonale Rollen reduzieren zu können; sondern dass er nur eine Theorie über kognitive Prozesse ist. Vgl. Block, Ned J.: »Inverted Earth«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 121. Aufgrund dieses Verzichtes einer (vollständigen) Reduktion von Bewusstsein auf funktionale Rollen ist bspw. der nicht-reduktive Funktionalismus von Chalmers eine Kombination von Funktionalismus und Eigenschaftsdualismus: »[…] consciousness arises from functional organization but is not a functional state. The view that I advocate has this form – we might call it nonreductive functionalism«. Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 249 [Hervorhebung im Original]. Vgl. dazu auch a.a.O., S. 162, 248 und 274–275. Der reduktive Funktionalismus hat dagegen den Anspruch eine »theory of the whole of the mind« zu sein. Block, Ned J.: »Inverted Earth«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 121.

89

Zum für den Funktionalismus wichtigen Konzept der Realisation siehe auch Van Gulick, Robert: »Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2014, Online: http://plato.stanford.edu/archives/spr2014/entries/consciousness/ [zuletzt geprüft am 17.09.2018], Abschnitt 8.2.

90

Vgl. Metzinger, Thomas [Hrsg.]: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 3: Intentionalität und mentale Repräsentation, Paderborn: Mentis 2007, S. 21–22.

91

Multiple Realisierbarkeit bedeutet in diesem Kontext, dass gleiche mentale Zustände durch verschiedene funktionale Zustände eines Systems physikalisch realisiert sein können.

92

Vgl. ebd.

93

Vgl. Levin, Janet: »Functionalism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2013/entries/functionalism/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen. Vgl. auch a.a.O., Abschnitt 1.0.

94

Vgl. Lewis, David: »Psychophysical and theoretical identifications«, Australasian Journal of Philosophy, [1972] Vol. 50, No. 3, S. 249–258. Vgl. auch Lewis, David: »Reduction of Mind«, in: Papers in metaphysics and epistemology, Lewis, David [Hrsg.], Cambridge, Massachusetts: Cambridge University Press 1994, S. 291–324.

95

Vgl. Armstrong, David M.: The nature of mind, Brighton, Sussex: The Harvester Press 1980. Vgl. auch Armstrong, David M.: A materialist theory of the mind, London: Routledge & Kegan Paul 1968.

96

Vgl. dazu auch Mandik, Pete / Weisberg, Josh: »Type-q materialism«, 2008, Online: http://www.petemandik.com/philosophy/papers/typeq.pdf [zuletzt geprüft am 13.09.2018], S. 19.

97

Vgl. dazu Pauen, Michael: Das Rätsel des Bewusstseins. Eine Erklärungsstrategie, Paderborn: Mentis 2001, S. 174.

98

Vgl. Schröder, Jürgen: »Qualia und Physikalismus«, Journal for General Philosophy of Science, [1997] Vol. 28, No. 1, S. 172.

99

Vgl. Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 278.

100

Levin, Janet: »Functionalism«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2013, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2013/entries/functionalism/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 5.5.

101

Vgl. Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 105.

102

Ebd.

103

Ebd.

104

Searle, John R.: The mystery of consciousness, New York: New York Review Books 1997, S. 139.

105

A.a.O., S. 141.

106

So hat bspw. nach Brown Bewusstsein keine Funktion. Vgl. Brown, Richard: »Editorial Introduction: Philosophers Facing Phenomenal Consciousness«, Journal of Consciousness Studies, [2010] Vol. 17, No. 3–4, S. 7.

107

Vgl. Searle, John R.: The mystery of consciousness, New York: New York Review Books 1997, S. 141.

108

Vgl. Pauen, Michael: Das Rätsel des Bewusstseins. Eine Erklärungsstrategie, Paderborn: Mentis 2001, S. 197.

109

Beckermann, Ansgar: Analytische Einführung in die Philosophie des Geistes, Berlin: W. de Gruyter 2008, S. 456.

110

Vgl. dazu auch ebd.

111

Eine analoge Funktionalismus-Kritik dazu findet sich auch bei Elitzur: Obwohl ein Roboter, der Farben noch viel genauer als ein Mensch benennen kann, problemlos denkbar ist, muss man, wenn man das Explanandum des hard problem beachtet, fragen: hat nun dieser Roboter das phänomenale Erleben von Türkis oder Rosarot? Vgl. dazu Elitzur, Avshalom C.: »Consciousness makes a difference: A reluctant dualist’s confession«, 2009, Online: http://philpapers.org/archive/ELICMA.pdf [zuletzt geprüft am 13.09.2018], S. 6.

112

Vgl. dazu Pitt, David: »Mental Representation«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/mental-representation [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 4.0. Vgl. auch Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 375–379.

113

Im Hinblick auf die Relevanz bezüglich der Problemoptik der phänomenalen Achse ist es wichtig, in dieser Arbeit zwischen schwachen (nicht-reduktiven) und starken (reduktiven) Formen des Repräsentationalismus zu unterscheiden. Schwache Formen des Repräsentationalismus, wie z.B. die von Block, Chalmers, Loar und Peacocke sind dadurch definiert, dass sie davon ausgehen, dass phänomenale Eigenschaften bzw. Erleben nicht vollständig auf Repräsentationen reduzierbar sind. Für solche, nicht-reduktive Formen des Repräsentationalismus muss Erleben infolgedessen nicht identisch mit einer Repräsentation sein, das bedeutet für sie aber nicht, dass Qualia keinen repräsentationalen Gehalt haben. Vgl. dazu Pitt, David: »Mental Representation«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/mental-representation [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 4.0. Vgl. auch Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 377. Oder: Chalmers, David J.: »The Representational Character of Experience«, in: The future for philosophy, Leiter, Brian [Hrsg.], Oxford: Clarendon Press 2004. Oder: Block, Ned J.: »Mental Paint and Mental Latex«, Philosophical Issues, [1996] Vol. 7: Perception, S. 19–49.

114

Pitt, David: »Mental Representation«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/mental-representation [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 4.0.

115

Ebd. [Hervorhebung von E. E.].

116

Vgl. Dretske, Fred: Naturalizing the mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995.

117

Vgl. Tye, Michael: Ten problems of consciousness. A representational theory of the phenomenal mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995.

118

Vgl. Lycan, William G.: Consciousness, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1987.

119

Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 2.1.

120

Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 7.0 [Hervorhebung im Original].

121

Vgl. dazu Tye, Michael: »Representationalist Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 262. Vgl. auch Pitt, David: »Mental Representation«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/mental-representation [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 3.0. Vgl. ebenfalls Staudacher, Alexander: Phänomenales Bewusstsein als Problem für den Materialismus, Berlin: De Gruyter 2002, S. 312.

122

Vgl. dazu Metzinger, Thomas [Hrsg.]: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 3: Intentionalität und mentale Repräsentation, Paderborn: Mentis 2007, S. 24.

123

Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen.

124

Vgl. dazu z.B. Metzinger, Thomas: Being no one. The self-model theory of subjectivity, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 2003. Vgl. auch Metzinger, Thomas: Subjekt und Selbstmodell. Die Perspektivität phänomenalen Bewusstseins vor dem Hintergrund einer naturalistischen Theorie mentaler Repräsentation, Paderborn: Mentis 1999. Vgl. ebenfalls Rosenthal, David M.: »Higher-Order Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 239–252.

125

Vgl. Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen. Vgl. dazu auch Metzinger, Thomas [Hrsg.]: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 3: Intentionalität und mentale Repräsentation, Paderborn: Mentis 2007, S. 26.

126

Vgl. Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen.

127

Vgl. Rosenthal, David M.: »Higher-Order Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 239–252.

128

Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen.

129

Vgl. Armstrong, David M.: The nature of mind, Brighton, Sussex: The Harvester Press 1980. Vgl. dazu auch Güzeldere, Güven: »Ist Bewusstsein die Wahrnehmung dessen, was im eigenen Geist vorgeht?«, in: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 1: Phänomenales Bewusstsein, Metzinger, Thomas [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 1995, engl.]/2007, S. 349–378.

130

Vgl. Carruthers, Peter: »Higher-Order Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2016, Online: https://plato.stanford.edu/archives/fall2016/entries/consciousness-higher/ [zuletzt geprüft am 25.07.2017], Abschnitt 4.0–5.0.

131

Vgl. dazu Rosenthal, David M.: Consciousness and mind, Oxford: Clarendon Press 2005. Vgl. auch Carruthers, Peter: »Higher-Order Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2016, Online: https://plato.stanford.edu/archives/fall2016/entries/consciousness-higher/ [zuletzt geprüft am 25.07.2017], Abschnitt 4.0.

132

Während Wahrnehmungen, über die kein Gedanke höherer Ordnung existiert unbewusst bleiben: »So if I arrive at the belief that I am feeling cheerful by unconsciously noticing the spring in my own step and the smile on my own face and drawing an unconscious inference, my cheerfulness will thereby have been rendered conscious«. Ebd.

133

Vgl. dazu Carruthers, Peter: Consciousness. Essays from a higher-order perspective, Oxford: Clarendon Press 2005.

134

Das heisst, für eine bewusste Wahrnehmung braucht es dispositionalen Varianten der HOT-Theorien zufolge keinen aktualen damit einhergehenden Gedanken höherer Ordnung. Die Disposition, einen höherstufigen Gedanken zu einem bestimmten Wahrnehmungsgehalt bilden zu können, genügt für das bewusste Erleben einer Wahrnehmung. Vgl. dazu Carruthers, Peter: »Higher-Order Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2016, Online: https://plato.stanford.edu/archives/fall2016/entries/consciousness-higher/ [zuletzt geprüft am 25.07.2017], Abschnitt 5.0.

135

Einfach in dem Sinne, dass es sich nicht um einen Meta-Repräsentationalismus handelt.

136

Vgl. Tye, Michael: Ten problems of consciousness. A representational theory of the phenomenal mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995, S. 180.

137

Levine, Joseph: »Conscious Awareness and (Self-) Representation«, in: Self-representational approaches to consciousness, Kriegel, Uriah / Williford, Kenneth [Hrsg.], Cambridge, Massachusetts: MIT Press 2006, S. 174.

138

Ebd.

139

Dieser Kürzel erklärt sich wie folgt: Poised bedeutet, dass der repräsentationale Gehalt zur weiteren Verarbeitung zur Verfügung steht; Abstract weist darauf hin, dass der Gehalt abstrakt ist; Nonconceptual: phänomenale Gehalte werden als nicht-begriffliche Gehalte auf einer basalen, sensorischen Ebene interpretiert; Intentional (auf Objekte gerichtet); Content: die Repräsentation hat ein Gehalt bzw. einen Inhalt. Vgl. dazu Tye, Michael: »Representationalist Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 259. Vgl. auch Tye, Michael: Ten problems of consciousness. A representational theory of the phenomenal mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995. Vgl. ebenfalls Tye, Michael: Consciousness, color, and content, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 2000.

140

Tye, Michael: »Representationalist Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 259.

141

Vgl. Dennett, Daniel C.: »Evolution, Error and Intentionality«, in: The foundations of artificial intelligence. A sourcebook, Partridge, Derek / Wilks, Yorick [Hrsg.], Cambridge, New York: Cambridge University Press 2010, S. 190–211.

142

Mehr zur Teleosemantik vgl. Neander, Karen: »Teleological Theories of Mental Content«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2012, Online: http://plato.stanford.edu/entries/content-teleological/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018]. Vgl. auch Detel, Wolfgang: »Detel Teleosemantik. Ein neuer Blick auf den Geist«, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, [2001] Vol. 49, No. 3, S. 465–491.

143

Vgl. dazu Dretske, Fred: Naturalizing the mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995.

144

Vgl. Jacob, Pierre: »Intentionality«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2010, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2010/entries/intentionality/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 10.0.

145

Nach Lycan spricht man bei externalistischen Varianten des Repräsentationalismus von »weiten Gehalten« weil diese nicht – im Gegensatz zu internalistischen Varianten, die von »engen Gehalten« ausgehen – über den Repräsentationen im Gehirn eines Subjektes supervenieren. Vgl. Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 2.2. Vgl. auch Staudacher, Alexander: Phänomenales Bewusstsein als Problem für den Materialismus, Berlin: De Gruyter 2002, S. 312–315.

146

Vgl. Pitt, David: »Mental Representation«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/mental-representation [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 4.0.

147

Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0.

148

Etwas ausführlicher nach Tye: »Focus upon your awareness of the patch as opposed to the patch of which you are aware. Do you find yourself suddenly acquainted with new qualities, qualities that are intrinsic to your visual experience in the way that redness and roundness are qualities intrinsic to the patch of paint? According to some philosophers, the answer to this question is a resounding ›No‹. As you look at the patch, you are aware of certain features out there in the world. When you turn your attention inwards to your experience of those features, you are aware that you are having an experience of a certain sort but you aware of the very same features; no new features of your experience are revealed«. Ebd. [Hervorhebung im Original]. Vgl. dazu auch Tye, Michael: »Representationalist Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 260–262.

149

Veridisch heisst hier, solange es sich nicht um Halluzinationen oder Sinnestäuschungen handelt.

150

Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0.

151

Dretske, Fred: »Woher wissen Sie, dass Sie kein Zombie sind?«, in: Den eigenen Geist kennen. Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person, Newen, Albert / Vosgerau, Gottfried [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 2003, engl.]/2005, S. 102.

152

Vgl. dazu auch Harman, Gilbert: »The intrinsic quality of experience«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 110–113.

153

Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0 [Hervorhebung im Original].

154

Das Problem, dass sich externalistische Umdeutungen von Qualia, nur schon aufgrund bedeutender Strukturunähnlichkeiten zwischen phänomenalen Gehalten und physikalischen (Oberflächen-) Eigenschaften nicht aufrecht erhalten lassen, diskutiere ich weiter unten. Vgl. Schildknecht, Christiane: »Phänomenales Erleben in Kunst und Literatur«, in: Kunst denken, Burri, Alex [Hrsg.], Paderborn: Mentis 2007, S. 98. Mehrere Beispiele dieser Strukturdifferenzen, insbesondere bei visuellen Wahrnehmungen, finden sich vor allem bei Lanz, vlg. Lanz, Peter: Das phänomenale Bewusstsein. Eine Verteidigung, Frankfurt am Main: Klostermann 1996, S. 123, 126 und 139.

155

Vgl. dazu Dretske, Fred: »Woher wissen Sie, dass Sie kein Zombie sind?«, in: Den eigenen Geist kennen. Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person, Newen, Albert / Vosgerau, Gottfried [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 2003, engl.]/2005, S. 109.

156

Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0.

157

Dretske, Fred: »Woher wissen Sie, dass Sie kein Zombie sind?«, in: Den eigenen Geist kennen. Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person, Newen, Albert / Vosgerau, Gottfried [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 2003, engl.]/2005, S. 102.

158

Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0 [Hervorhebung von E. E.].

159

Ebd.

160

A.a.O., Abschnitt 7.0 [Hervorhebung E. E.].

161

Ebd.

162

Ebd.

163

Ebd. [Hervorhebung E. E.].

164

Ebd.

165

Ebd. [Hervorhebung E. E.].

166

Vgl. dazu Dennett, Daniel C.: The intentional stance, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1987, S. 5.

167

Vgl. Tye, Michael: »Representationalist Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 260–262. Vgl. auch Dretske, Fred: »Woher wissen Sie, dass Sie kein Zombie sind?«, in: Den eigenen Geist kennen. Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person, Newen, Albert / Vosgerau, Gottfried [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 2003, engl.]/2005, S. 102.

168

Vgl. Tye, Michael: »Representationalist Theories of Consciousness«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 256. Vgl. auch Harman, Gilbert: »The intrinsic quality of experience«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 110.

169

Levine, Joseph: »Conscious Awareness and (Self-) Representation«, in: Self-representational approaches to consciousness, Kriegel, Uriah / Williford, Kenneth [Hrsg.], Cambridge, Massachusetts: MIT Press 2006, S. 174. Vgl. diesbezüglich auch McDonald, die Dretskes externalistische Transformation des Explanandums »displaced-perception account« nennt. McDonald, Cynthia: »Introspection«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 757.

170

Vgl. dazu Lanz, Peter: Das phänomenale Bewusstsein. Eine Verteidigung, Frankfurt am Main: Klostermann 1996, S. 228.

171

Vgl. z.B. Harman, Gilbert: »The intrinsic quality of experience«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 110. Vgl. auch Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0.

172

Vgl. Lanz, Peter: Das phänomenale Bewusstsein. Eine Verteidigung, Frankfurt am Main: Klostermann 1996, S. 123, 126, 128 und 139.

173

Weitere Gründe, dass der Externalismus und die mit ihm verbundene Transparenzthese auch in empirischer Hinsicht nicht haltbar ist, finden wir bei Gerhard Roth, der konstatiert, dass nicht einmal so einfache Wahrnehmungen wir die Farben als ›Abbild‹ der Realität gelten können: »Alles, was wir überhaupt bewusst wahrnehmen können, ist ein Konstrukt unseres Gehirns und keine unmittelbare Widerspiegelung der Realität, und dies gilt auch für scheinbar einfache Gegebenheiten wie den Ort, die Form, die Bewegung und die Farbe eines visuellen Objekts«. Roth, Gerhard: Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994, S. 342.

174

Vgl. dazu auch Staudacher, Alexander: Phänomenales Bewusstsein als Problem für den Materialismus, Berlin: De Gruyter 2002, S. 324. Vgl. auch Schildknecht, Christiane: »Phänomenales Erleben in Kunst und Literatur«, in: Kunst denken, Burri, Alex [Hrsg.], Paderborn: Mentis 2007, S. 98. Vgl. auch Frank, Manfred: »Gibt es eine ›innere Wahrnehmung‹?«, in: Den eigenen Geist kennen. Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person, Newen, Albert / Vosgerau, Gottfried [Hrsg.], Paderborn: Mentis 2005, S. 56. Vgl. ebenfalls Russell, Bertrand: »Excerpt from ›Mind and matter‹«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 1: Foundations, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1956]/2011, S. 170 und 173.

175

Vgl. dazu auch Staudacher, Alexander: Phänomenales Bewusstsein als Problem für den Materialismus, Berlin: De Gruyter 2002, S. 322.

176

Vgl. Lanz, Peter: Das phänomenale Bewusstsein. Eine Verteidigung, Frankfurt am Main: Klostermann 1996, S. 154–155.

177

Inwiefern soll also eine niedere Frequenz Strukturähnlichkeit mit Wärmeerlebnissen oder eine höhere Frequenz Strukturähnlichkeit mit Blau-Erlebnissen haben? Physikalische Eigenschaften, wie die Frequenz der elektromagnetischen Strahlung sind, wie Albertazzi feststellt, gar nicht relevant für die phänomenale Eigenschaft der Farbe. Diesbezüglich stellt Albertazzi fest : »No physical properties of the radiations are relevant. For exactly the same radiation can elicit now one colour and now another, now an impression of object colour and now an impression of light, depending on the circumstances«. Albertazzi, Liliana: »Qualitative perceiving«, Journal of Consciousness Studies, [2012] Vol. 19, No. 11–12, S. 22. Vgl. dazu auch Blasche, Siegfried: »Qualität III (Neuzeit)«, in: Historisches Wörterbuch der Philosophie. Band 7: P-Q, Ritter, Joachim / Kranz, Margarita [Hrsg.], Darmstadt: Wissenschaftliche Buchgesellschaft 1971–2007, S. 1776.

178

So z.B. Harman: »When you see a tree, you do not experience any features as intrinsic features of your experience. […] I predict you will find that the only features there to turn your attention to will be features of the presented tree, including relational features of the tree ›from here‹«. Harman, Gilbert: »The intrinsic quality of experience«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 110.

179

Dass sich die Transparenzthese auf die Introspektion abzustützen scheint, zeigt sich in folgendem Zitat von Tye: »As you look at the patch, you are aware of certain features out there in the world. When you turn your attention inwards to your experience of those features, you are aware that you are having an experience of a certain sort but you [sic!] [are] aware of the very same features; no new features of your experience are revealed«. Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 6.0. [kursive Hervorhebung im Original; Hervorhebung kursiv und unterstrichen von E.E.; Ergänzung in Klammern von E.E.].

180

Broad, Charles D.: »Excerpt from ›Mechanism and its alternatives‹«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 1: Foundations, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1925]/2011, S. 54 [Hervorhebung von E. E.]. Eine weitere Kritik gegen die Transparenz- bzw. Externalismusthese besteht darin, dass sie distale Stimuli (Sinnesinputs aus der physischen Umwelt) und proximale Stimuli (Stimuli im Organismus) nicht von physikalischen Objekten unterscheidet. So kritisiert Albertazzi: »The distinction between proximal and distal stimulus should consequently be developed so as not to confuse distal stimulus and physical object. If one wants to consider a distal stimulus as a physical object, one must acknowledge that it does not have the characteristics of a perceptual object«. Albertazzi, Liliana: »Qualitative perceiving«, Journal of Consciousness Studies, [2012] Vol. 19, No. 11–12, S. 11 [Hervorhebung E. E.].

181

Mehr über nicht-propositionale Gehalte und phänomenale bzw. nicht-propositionale Wissensformen, vgl. Schildknecht, Christiane: Aspekte des Nichtpropositionalen, Bonn: Bouvier 1999, S. 11. Vgl. dazu auch Schildknecht, Christiane: Sense and self. Perspectives on nonpropositionality, Paderborn: Mentis 2002, S. 224.

182

Vgl. dazu auch die Kritik von Langsam, Langsam, Harold L.: »Experiences, Thoughts, and Qualia«, Philosophical Studies, [2000] Vol. 99, No. 3, S. 273. Sowie von Chalmers, Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 378.

183

Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 2.1.

184

Slaby, Jan: »Buchkritik – Welche Kritik der Neurowissenschaften?«, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, [2012] Vol. 60, No. 4, S. 628.

185

Vgl. dazu ebd.

186

Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 377.

187

Vgl. dazu ebd. Vgl. z.B. auch Block, Ned J.: »Inverted Earth«, in: Philosophy of mind. Critical concepts in philosophy. Volume 4: Consciousness, Crawford, Sean [Hrsg.], London: Routledge & Kegan Paul [zuerst 1990]/2011, S. 121. Vgl. auch Block, Ned J.: »Mental Paint and Mental Latex«, Philosophical Issues, [1996] Vol. 7: Perception, S. 19–49.

188

Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 377.

189

Die Widersprüchlichkeit besteht darin: Wie kann einerseits eine Erlebnisqualität etwas sein, das ›in‹ einen repräsentationalen Gehalt ›eingegangen‹ ist, aber andererseits keine Qualität des Erlebens sein, weil die Erlebnisqualität ja nur eine (repräsentierte) Eigenschaft externer Gegenstände sein soll? Vgl. dazu Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 7.0.

190

Der Begriff (»narrow content«) bezieht sich hier nicht in erster Linie auf einen engen Repräsentationsbegriff sondern wird im Zusammenhang mit internalistischen Varianten des Repräsentationalismus verwendet, der davon ausgeht, dass mentale Gehalte über den Repräsentationen im Gehirn eines Subjektes supervenieren, was bedeutet, dass molekular identische Personen zwingend dieselben Qualia erleben würden. Externalistische Varianten des Repräsentationalismus gehen demgegenüber davon aus, dass aufgrund von »weiten Gehalten« zwei molekular identische Personen verschiedene Gehalte bzw. Qualia haben könnten, weil diese auch durch Faktoren externer Eigenschaften mitbestimmt werden. Vgl. dazu Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt 2.2.

191

Zur These enger Repräsentationsgehalte bzw. internalistischen Varianten des Repräsentationalismus vgl. bspw. auch Shoemaker, Sydney: »Phenomenal Character«, Noûs, [1994] Vol. 28, No. 1, S. 21–38. Vgl. ebenfalls Kriegel, Uriah: »Phenomenal Content«, Erkenntnis, [2002] Vol. 57, No. 2, S. 175–198.

192

Vgl. dazu auch Staudacher, Alexander: Phänomenales Bewusstsein als Problem für den Materialismus, Berlin: De Gruyter 2002, S. 361.

193

Roth, Gerhard: Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994, S. 100 und 101. Eine weiteres, damit verbundenes Problem des starken Repräsentationalismus liegt darin, dass es immer einen Unterschied zwischen der Repräsentation (Repräsentat) und dem Repräsentierten (Objekt bzw. Repräsentand) gibt. Man kann nicht durch Eigenschaften des Repräsentierenden, die Eigenschaft des Repräsentierten herausfinden, weil beide Eigenschaften nie identisch sind. Wenn wir bspw. versuchen, herauszufinden, was ein Stoppzeichen repräsentiert, indem wir die Farbe, die Form und die Masse eines konkreten Stoppschildes untersuchen, können wir dadurch unmöglich herausfinden, was ein Stoppschild als Verkehrszeichen wirklich bedeutet. Vgl. dazu Güzeldere, Güven: »Ist Bewusstsein die Wahrnehmung dessen, was im eigenen Geist vorgeht?«, in: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 1: Phänomenales Bewusstsein, Metzinger, Thomas [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 1995, engl.]/2007, S. 370.

194

Vgl. Staudacher, Alexander: Phänomenales Bewusstsein als Problem für den Materialismus, Berlin: De Gruyter 2002, S. 329. Vgl. dazu auch Dretske, Fred: Naturalizing the mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995. Vgl. ebenfalls Tye, Michael: Ten problems of consciousness. A representational theory of the phenomenal mind, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1995.

195

Roth, Gerhard: Das Gehirn und seine Wirklichkeit. Kognitive Neurobiologie und ihre philosophischen Konsequenzen, Frankfurt am Main: Suhrkamp 1994, S. 290.

196

Ebd.

197

Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 377 und 378 [Hervorhebung im Original].

198

Auch wenn dies überspitzt formuliert ist, so zeigt Nagel dabei auf, dass das Phänomenale auch nicht identisch mit einer internen Repräsentation sein kann. Vgl. dazu Nagel, Thomas: Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie, Stuttgart: Reclam 2012, S. 33–34. Und wenn man sich eine isomorphe Repräsentation bei auditiven Wahrnehmungen vorstellen will, wird die Idee interner isomorpher Repräsentationen noch unplausibler.

199

Dieser Hinweis auf die Implausibilität eines »colored brain« kann als Kritik gegen den starken internen Repräsentationalismus verstanden werden. Vgl. dazu Güzeldere, Güven: »Ist Bewusstsein die Wahrnehmung dessen, was im eigenen Geist vorgeht?«, in: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 1: Phänomenales Bewusstsein, Metzinger, Thomas [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 1995, engl.]/2007, S. 372. Vgl. dazu ebenfalls Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 30.

200

Vgl. Nagel, Thomas: Was bedeutet das alles? Eine ganz kurze Einführung in die Philosophie, Stuttgart: Reclam 2012, S. 33–34.

201

Vgl. dazu Carruthers, Peter: »Higher-Order Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2016, Online: https://plato.stanford.edu/archives/fall2016/entries/consciousness-higher/ [zuletzt geprüft am 25.07.2017], Abschnitt 4.0. Vgl. auch Metzinger, Thomas [Hrsg.]: Grundkurs Philosophie des Geistes. Band 3: Intentionalität und mentale Repräsentation, Paderborn: Mentis 2007, S. 26. Vgl. ebenfalls Lycan, William: »Representational Theories of Consciousness«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2008, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2008/entries/consciousness-representational/ [zuletzt geprüft am 28.09.2018], Abschnitt einleitender Erläuterungen.

202

Vgl. dazu auch Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 377 und 378.

203

Levine sieht in der Bemühung, Bewusstsein in eine (meta-) repräsentationale Relation ›einzubauen‹, gar eine zirkuläre Konzeption. Vgl. Levine, Joseph: »The Explanatory Gap«, in: The Oxford Handbook of Philosophy of Mind, McLaughlin, Brian P. / Beckermann, Ansgar / Walter, Sven [Hrsg.], Oxford: Oxford University Press 2009, S. 288.

204

Vgl. dazu auch Goldman, Alvin: »Consciousness, Folk Psychology, and Cognitive Science«, in: The nature of consciousness. Philosophical debates, Block, Ned J. / Güzeldere, Güven / Flanagan, Owen J. [Hrsg.], Cambridge & London: MIT Press 1998, S. 366. Vgl. ebenfalls Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 187. Zur Kritik an HOR-Theorien als Erklärung für bewusstes Erleben, vgl. auch Zahavi, Dan: »First-person thoughts and embodied self-awareness: Some reflections on the relation between recent analytical philosophy and phenomenology«, Phenomenology and the Cognitive Sciences, [2002] Vol. 1, No. 1, S. 17.

205

Stubenberg, Leopold: Consciousness and qualia, Amsterdam: John Benjamins 1998, S. 60.

206

Metzinger, Thomas: Der Ego Tunnel. Eine neue Philosophie des Selbst: Von der Hirnforschung zur Bewusstseinsethik, Berlin: Berliner Taschenbuch Verlag [zuerst 2009, engl.]/2011, S. 16. Vgl. dazu Metzinger, Thomas: Being no one. The self-model theory of subjectivity, Cambridge, Massachusetts: MIT Press 2003.

207

Vgl. dazu Fuchs, Thomas: »Hirnwelt oder Lebenswelt? Zur Kritik des Neurokonstruktivismus«, Deutsche Zeitschrift für Philosophie, [2011] Vol. 59, No. 3, S. 352.

208

Dieser Vorwurf mag etwas seltsam anmuten, da gerade den so genannten Qualia-Freunden unter Umständen angelastet werden mag, dass sie Qualia, die angeblich nicht ›existieren‹, als etwas Existierendes deuten und somit reifizieren. Ich verwende den Begriff reifizieren im Gegenteiligen Sinne. Wenn ich externalistischen Varianten des Repräsentationalismus vorwerfe, dass sie Phänomenales reifizieren, bedeutet das, dass sie etwas Subjektiv-Erlebnishaftes als konkrete Einzeldinge vergegenständlichen. Wenn bspw. Dretske behauptet, es handle sich beim Gehalt eines Erlebnisses nur um objektive Eigenschaften physikalischer Gegenstände reifiziert er etwas Subjektiv-Phänomenales, indem er es als etwas Objektiv-Gegenständliches deutet. Vgl. Dretske, Fred: »Woher wissen Sie, dass Sie kein Zombie sind?«, in: Den eigenen Geist kennen. Selbstwissen, privilegierter Zugang und Autorität der ersten Person, Newen, Albert / Vosgerau, Gottfried [Hrsg.], Paderborn: Mentis [zuerst 2003, engl.]/2005, S. 102.

209

Vgl. Lynch, Michael P.: »Zombies and the Case of the Phenomenal Pickpocket«, Synthese, [2006] Vol. 149, No. 1. Vgl. ebenfalls Mandik, Pete / Weisberg, Josh: »Type-q materialism«, 2008, Online: http://www.petemandik.com/philosophy/papers/typeq.pdf [zuletzt geprüft am 13.09.2018], S. 14–17.

210

A.a.O., S. 14 [Hervorhebung E. E.].

211

Vgl. dazu auch a.a.O., S. 14–16. Vgl. ebenfalls Lynch, Michael P.: »Zombies and the Case of the Phenomenal Pickpocket«, Synthese, [2006] Vol. 149, No. 1, S. 44.

212

Vgl. dazu auch Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 231.

213

Lynch, Michael P.: »Zombies and the Case of the Phenomenal Pickpocket«, Synthese, [2006] Vol. 149, No. 1, S. 44 [Hervorhebung E. E.].

214

Vgl. ebd. Vgl. auch Mandik, Pete / Weisberg, Josh: »Type-q materialism«, 2008, Online: http://www.petemandik.com/philosophy/papers/typeq.pdf [zuletzt geprüft am 13.09.2018], S. 14.

215

In Abschnitt 8.2.4 bis 8.2.6 werde ich darauf eingehen, dass selbst Überzeugungen, propositionale Einstellungen und Intentionalität phänomenale Aspekte haben, weshalb die Vorstellung, dass ein Zombie Überzeugungen haben kann, m.E. ein Widerspruch in sich darstellt. Es sei denn, dass man diesen Begriff so unüblich verwendet, dass auch ein Smartphone ›Überzeugungen‹ haben kann. Zu phänomenalen Aspekten von Überzeugungen vgl. auch Soldati, Gianfranco: »Begriffliche Qualia. Zur Phänomenologie der Bedeutung«, in: Anatomie der Subjektivität. Bewusstsein, Selbstbewusstsein und Selbstgefühl, Grundmann, Thomas / Hofmann, Frank / Misselhorn, Catrin et al. [Hrsg.], Frankfurt am Main: Suhrkamp 2005, S. 147. Zum Zusammenhang zwischen propositionalen Gehalten, somatischen Empfindungen, Gedanken und Gefühlen vgl. auch Pugmire, David: Rediscovering emotion, Edinburgh: Edinburgh University Press 1998, S. 94–105.

216

Lynch, Michael P.: »Zombies and the Case of the Phenomenal Pickpocket«, Synthese, [2006] Vol. 149, No. 1, S. 44.

217

Zur Vermengung von Urteilen über Phänomenales mit Phänomenalen Bewusstseinszuständen vgl. auch Dennett, Daniel C.: »Quining Qualia«, in: Philosophy of mind. Classical and contemporary readings, Chalmers, David J. [Hrsg.], New York: Oxford University Press [zuerst 1988]/2002, S. 231.

218

Vgl. dazu auch Levine, der aufzeigt, dass der Unterschied, wie etwas erscheint, und wie es ›wirklich‹ ist, bei bewussten, mentalen Zustände gar nicht anwendbar ist. Levine, Joseph: »On Leaving Out What It’s Like«, in: The nature of consciousness. Philosophical debates, Block, Ned J. [Hrsg.], Cambridge, Massachusetts: MIT Press 1997, S. 544.

219

Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 377.

220

Und starke Formen des Repräsentationalismus scheitern, da sie Varianten der Identitätstheorie sind, an dem in Abschnitt 7.2. beschriebenen Problemen der Nicht-Beachtung des Explanandums und am Desiderat phänomenaler Adäquatheit. Zur Feststellung, dass starke Formen des Repräsentationalismus Varianten der Identitätstheorie sind, vgl. Tye, Michael: »Qualia«, in: The Stanford Encyclopedia of Philosophy, 2007, Online: http://plato.stanford.edu/archives/fall2007/entries/qualia/ [zuletzt geprüft am 25.09.2018], Abschnitt 7.0.

221

Jung und Heilinger kritisieren diesbezüglich eine Einseitigkeit, die »[…] unter dem Druck der dominierenden Naturwissenschaften« entstehen kann: das Explanandum kommt bei einer strikt naturalistischen Beschreibung des Menschen, welche ohne das »intentionale Idiom« auszukommen versucht, abhanden. Eine solche Beschreibung des Menschen (bzw. der Erlebnisdimension, die Menschen haben) muss nach Jung und Heilinger scheitern, weil sich »[…] die Beschriebenen […] in der Beschreibung nicht wiederfinden können […]«. Jung, Matthias / Heilinger, Jan-Christoph [Hrsg.]: Funktionen des Erlebens. Neue Perspektiven des qualitativen Bewusstseins. Band 5: Humanprojekt, Berlin: De Gruyter 2009, S. 34.

222

Ein weiteres Beispiel für die von mir bemängelten Umdeutungen von phänomenalen in nicht-phänomenale Explananda, ist These, dass ein Roterlebnis ›irgendwie‹ identisch mit einer Proposition (oder einem computational realisierbaren Token) ›ich sehe rot‹ sei: »They [Brandom, Dennett, Harman, Lycan, Nelkin und Rey] take the state of knowing that one is seeing red or in pain to be (something like) the state of having a token of ›I am seeing red‹ or ›I am in pain‹ reliably tokened in one’s belief box. One need not postulate qualia in order to explain introspective knowledge«. Pitt, David: »The Phenomenology of Cognition or what is it Like to Think that P?«, Philosophy and Phenomenological Research, [2004] Vol. 69, No. 1, S. 30 [Ergänzung in Klammern von E.E.; Hervorhebung E. E.]. Mit der Berücksichtigung des Desiderats phänomenaler Adäquatheit, zeigt sich das Problem dieser These darin, dass sie Erleben mit einem bewusstseinsunabhängigen propositionalen oder einem computationalen Token vollständig identifiziert – was letztlich den in Abschnitt 7.1 beschriebenen Verlust des Explanandums zur Folge hat. Vgl. ebd. Damit würde ein phänomenales (Roterlebnis) in ein nicht-phänomenales Explanandum (Proposition als gleichsam ›bewusstloser‹ Token) umgedeutet. Die nicht-eliminative, phänomenal indifferente Alternative dazu läge in der These, der Token ›ich sehe rot‹ sei mit dem Roterlebnis auch in phänomenaler Hinsicht identisch. Selbst wenn die damit verbundene Behauptung einer Identität von Begriff und Anschauung geschenkt wäre, so ›erklärt‹ der (identifizierende) Verweis auf jenen Token immer noch nicht, auf welche Weise der Token besagtes Roterlebnis sein soll (oder, im Falle einer unvollständigen Identität, ein Roterlebnis bewirken soll).

223

Chalmers, David J.: The conscious mind. In search of a fundamental theory, New York: Oxford University Press 1996, S. 105.

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