Editor: Birgit Recki
Das Böse gehört zu den Begriffen, die das Denken radikal herausfordern. Die Aufgabe, das Böse philosophisch zu bedenken, stellt sich nicht zuletzt in den politischen Auseinandersetzungen, in denen „das Böse“ als Realität behauptet wird. Angesichts des als prekär empfundenen Status eines traditionellen Begriffs in zeitgenössischen Debatten schrieb der Vorstand der Stiftung „Forschungsinstitut für Philosophie Hannover“ 2015 die Preisfrage aus: »Wozu ist das Böse gut?« Die Frage zielt auf unsere Vorstellungen vom Bösen. Das Böse scheint ein häufig außerhalb der gewöhnlichen Erfahrungen angesiedeltes Phänomen zu sein. Es hat mit Unterbrechungen des Alltäglichen und Abweichungen von der Norm zu tun, auch mit Pathologisierung und Diabolisierung. Ist das Böse aber immer das, der oder die Andere? Welche Kontexte sind es, in denen wir uns ein Bild vom Bösen machen? Handelt es sich bei der Rede vom Bösen um Grenzziehungen zwischen verschiedenen Ordnungsmustern? Häufig ist die Aufmerksamkeit allein auf die interpersonale Trennlinie zwischen Gut und Böse gerichtet. Hat es etwas zu bedeuten, wenn die intrapersonale Dimension des Bösen ignoriert wird? Wer spricht wann und in welcher Absicht vom Bösen? Wem nutzt die Rede vom Bösen, wozu dient der Begriff des Bösen?
In: Kultur. Freiheit. Technik.
In: Kunst, Ästhetik, Philosophie
In: Wozu ist das Böse gut?
In: Wozu ist das Böse gut?
In: Wozu ist das Böse gut?
In: Wozu ist das Böse gut?
In: Pietät und Weltbezug
Author: Birgit Recki
In welchen Leistungen zeigt sich und zu welchem Ende berufen wir uns auf die Vernunft, deren kritische Analyse im Zentrum der Kantischen Philosophie steht? In 10 Aufsätzen, die hier zu einem Band zusammengefasst sind, entfaltet Birgit Recki wesentliche, dabei zum Teil wenig beachtete Aspekte des menschlichen Selbstverständnisses, die Kant in seiner Vernunftkritik berührt hat. Die Natur (das Wesen) der Vernunft wird genauer erkennbar in einem nicht allein verstandesbestimmten, sondern auch ethischen Naturverhältnis, im genaueren Verständnis vom Zusammenspiel zwischen Vernunft und Gefühl im moralischen wie im ästhetischen Urteil, in der handlungstheoretisch begründeten Notwendigkeit der Fortschrittsidee und in der ethischen Entscheidung, sich vom Todesgedanken nicht beeindrucken zu lassen. Den Leitfaden der Beiträge bildet die Reflexion auf die Rolle der Urteilskraft. Abschliessend lenken zwei Beiträge den Blick über Kant hinaus auf das Konzept einer "ästhetischen Bildung" bei Friedrich Schiller und "das Naturschöne" bei Georg Wilhelm Friedrich Hegel: So wird ein Schlaglicht auf die Nähe des deutschen Idealismus zu Kant geworfen. Aus dem Inhalt: Kant und die Aufklärung Prinzipien des Handelns und Spielräume der Urteilskraft Achtung vor der zweckmässigen Natur. Die Erweiterung der Kantischen Ethik durch die dritte Kritik Kant als Humanist oder die Antinomie des Individuums Wie fühlt man sich als vernünftiges Wesen? Immanuel Kant über ästhetische und moralische Gefühle "An der Stelle [je]des anderen denken". Über das kommunikative Element der Vernunft Kant über Leben und Tod Trockenes Wohlgefallen, Reiz, und Rührung. Der volle Umfang des Begriffs vom Ästhetischen in Kants Kritik der Urteilskraft "Umgib sie mit edeln, mit grossen, mit geistreichen Formen"? Ästhetische Bildung zwischen Sensibilisierung und Distinktion
Sieben Reden und ein Kolloquium zum 200. Todestag des Aufklärers
Als Kant 1784 feststellte, man lebe nicht in einem aufgeklärten Zeitalter, wohl aber in einem Zeitalter der Aufklärung, da war dies gleichermaßen Kritik und Programm: Kritik an den Verhältnissen seiner Zeit und programmatische Aufgabe für die zivilisierte Menschheit. Wenigen Einsichten würde der kritische Zeitgenosse unserer Tage so nachdrücklich zustimmen wie der ersten Hälfte von Kants Diagnose. Doch trauen wir uns auch den Vernunftoptimismus zu, der uns ihrer zweiten Hälfte zustimmen läßt? Die Frage nach der Aktualität der Vernunftaufklärung nötigt insgesamt zu einer kritischen Revision: Was hat uns Kant 200 Jahre nach seinem Tode zu sagen? Der vorliegende Band versammelt die Beiträge einer Hamburger Redenreihe: Aus Anlaß des Kantjahres 2004 stellten sich nachdenkliche Zeitgenossen aus Philosophie, Theologie, Politischer Wissenschaft und Literaturwissenschaft der Frage nach der Aktualität des Kantischen Denkens. Zur Diskussion standen dabei die großen Themen seiner theoretischen und praktischen Philosophie: Kants reflektierter Begriff des Wissens und seine Kritik an der Entmündigung durch Ideologien, seine Begriffe von der Freiheit und der Würde des Individuums, seine Einsicht in die Notwendigkeit eines dauerhaften politischen Friedens erweisen sich in dieser Diskussion als ebenso unverbraucht und unverzichtbar wie sein Vertrauen in die Lebendigkeit der Vernunft und in den Fortschritt der Geschichte. Mit Beiträgen von: Karl Heinz Bohrer Volker Gerhardt Wladimir Gilmanow Otfried Höffe Axel Honneth Wolfgang Huber Peter Graf Kielmansegg Jürgen Mittelstraß Birgit Recki