Regeln-Fairness-Doping
HerausgeberIn: Claudia Pawlenka
Der Sport ist ein Bereich, der in der modernen Gesellschaft immer breitere Kreise umfaßt. Mit der zunehmenden Präsenz in den Medien und der Tendenz zu Kommerzialisierung und Professionalisierung wachsen jedoch auch die Probleme. Dies gilt auch für den Umgang mit dem eigenen Körper im Freizeit- und Fitneßbereich. In diesem Buch werden neben praktischen Problembereichen mit dem Themenschwerpunkt Doping auch grundlegende Fragen nach Regeln und Sinn des Sports, Fairneß und Gerechtigkeit sowie die Frage nach institutioneller Verantwortung und einer adäquaten Sportethik einer kontroversen bis kritischen Reflexion unterzogen. Mit internationalen Originalbeiträgen aus Philosophie und Sportwissenschaft ist dieser Band eine Antwort auf ein offensichtliches Theoriedefizit und ein Angebot für Lehre und Forschung. Es werden darin erstmals auch Beiträge der traditionsreichen amerikanischen Sportphilosophie in deutscher ÜberSetzung zugänglich gemacht.
Kants im angelsächsischen Raum und ist eine der bedeutendsten Grundpositionen der Ethik. Durch die konsequente Der klassische Utilitarismus von J. Bentham, J. St. Mill und H. Sidgwick gilt als das empiristische Gegenstück zur Ethik Anwendung des Utilitarismus auf die ethischen Probleme im medienrelevanten Leistungssport gelingt mit diesem Buch erstmals eine Systematisierung grundlegender Theorie- und Praxisfelder der Sportethik, die neben dem aktuellen Diskussionsstand auch die bei uns vernachlässigte amerikanische Literatur berücksichtigt. Kernstück des Buches bildet die These einer wechselseitigen Affinität zwischen Utilitarismus und Spitzensport. Diese besagt, daß der Utilitarismus einerseits den spezifischen Handlungsbedingungen in diesem Lebensbereich in besonderer Weise gerecht wird, und andererseits in der reduzierten Welt des Wettkampfsports die Einwände gegen theorieimmanente Schwächen entfallen. Das interdisziplinär ausgerichtete Buch richtet sich gleichermaßen an Vertreter von Philosophie und Sportwissenschaft. Es behandelt auch Fragen nach Sinn und Wesen des Sports, nach den Verbindungslinien von allgemeiner und sportlicher Fairneß, der Binnendifferenzierung der Fairneß oder dem Verhältnis von Fairneß und Gerechtigkeit im Sport.
Ethische Fragen wie die Legitimierung des Dopingverbots haben durch das Alltagsdoping längst den Bereich des Sports verlassen und sind zu einem gesamtgesellschaftlichen Phänomen geworden. Durch das Verbot von Doping als künstlicher Leistungssteigerung hat der Sport Einzug gehalten in die bioethische Diskussion um die 'Perfektionierung' des Menschen. Der Sport gerät hier zum Symbol für ein weltweites Enhancement-Stop und dient als Beispielfall für die biokonservative Kritik. Die Grenze zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen gewinnt durch die aktuelle Debatte um 'Human Enhancement' immer größere Bedeutung. Sind Sportdoping und Alltagsdoping aber vergleichbar? Verschwimmen beim Versuch einer Grenzziehung nicht die Konturen zwischen dem Natürlichen und dem Künstlichen? Kann der Sport zu einem Orakel der Bioethik werden? Dieses Buch möchte neben einer theoretischen Fundierung der Sportethik zur allgemeinen und sportspezifischen Klärung von Natürlichkeit als Grenzprinzip und ethischer Norm beitragen und damit zur Rehabilitierung der umstrittenen Definition von Doping als künstlicher Leistungssteigerung.