Das Kramen in alten Unterlagen gleicht einer Schatzsuche: sie kann Grauenhaftes, sie kann Kostbarkeiten zutage fördern. Bei einer solchen Suche stiess Imo Moszkowicz auf eine Kostbarkeit, auf eine Kladde, die er anlässlich seiner ersten Zauberflöten-Inszenierung angelegt hatte. Wie es so geht in der unvermuteten Konfrontation mit einem Relikt der eigenen Vergangenheit, man wundert sich: sei es über die damalige eigene Naivität, sei es über die Kreativität von Ideen, die sich – lange vergessen – als erstaunlich aktuell erweisen; die Gedanken beginnen zu kreisen, Erinnerungen machen sich breit – so entsteht ein Buch. Imo Moszkowicz lässt den Leser die verschiedenen Stationen der Entwicklung einer Inszenierung verfolgen, indem er die Tür zur Werkstatt künstlerischen Denkens und Fühlens, Entscheidens und Handelns, öffnet und dabei das immerwährende Schwanken zwischen Hochgefühl und Depression, zwischen Erwartung auf Erfolg und Angst vor Versagen greifbar werden lässt. Dramaturgisch folgt der hier vorliegende Text von Imo Moszkowicz dem Prozess des eigenen Erinnerns. Rhapsodische Erzählungen, angereichert mit Anekdotischem, wechseln mit Reflexionen, Kommentaren und Sottisen, die Vorlieben und Abneigungen erkennen lassen. Den roten Faden bildet dabei seine Überzeugung, dass Mozarts Zauberflöte mehr ist als ein Märchen, mehr als die Reminiszenz an einen biblischen Garten Eden: Die Zauberflöte führt ein Paradies vor, das der Menschheit aus eigener Kraft erreichbar ist, eine Welt, deren Lebensgrund die wahrhafte Liebe ist, ein Sein ohne Hass und Rache. (Dr. Werner Kudera) Imo Moszkowicz hat in seinem bewegten Leben über einhundert Theaterstücke, Opern, Musicals und Operetten an fast allen grösseren Bühnen im deutschsprachigen Raum sowie in Südamerika und Israel inszeniert. Als Assistent von Gustaf Gründgens und Fritz Kortner lernte er das Regie-Handwerk. Etwa zweihundert Fernseh- und drei Spielfilme sind auf seiner Arbeitsliste zu finden; er ist derzeit wohl der 'dienstälteste' Fernsehregisseur Deutschlands.
Eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem Projekt Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen
Von jüdischen Dichtern und Denkern Gelesen und zitiert von Imo Moszkowicz Musik: Irina Ungureanu Eine Produktion in Zusammenarbeit mit dem Projekt Jüdische Schriftstellerinnen und Schriftsteller in Westfalen. ISBN 978-3-89785-429-1 14,80 Euro In seinen Erinnerungen Der grauende Morgen (neu erschienen im mentis Verlag) ist die Lebensgeschichte des Auschwitz-Überlebenden Imo Moszkowicz nachzulesen. Diese CD widmet sich seiner Suche nach der eigenen Jüdischkeit, die er im KZ verloren hat. Seine Wiederbegegnung mit jüdischen Dichtern und Denkern macht diesen Konflikt, dem er sich mit aller erdenklichen Leidenschaft aussetzt, deutlich. Seine Lesung umfasst Gedichte und Gedanken aus alttestamentarischen bis hin zu heutigen israelischen Quellen. (…) Imo Moszkowicz führt uns mit bewundernswerter Energie durch Grenzbereiche menschlicher Existenz und steht mittendrin, klagt zwar mit an, wenn die Gerechtigkeit ins Kreuzverhör genommen wird, trotzdem ist er in einer Geduld und Sanftheit gefasst, die zutiefst bewegt. (…). Ebenfalls erschienen: Iris Nölle-Hornkamp (Reihen-Hrsg.) 'Über wackelige Stege' - Erinnerungen an Ahlen Geschrieben und gelesen von Imo Moszkowicz, Musikalische Akzente von Marius Unguranu. Reihe: Jüdische Schriftsteller in Westfalen 2006, CD-ROM, EUR 11,80 ISBN: 978-3-89785-428-4 Mit 'Über wackelige Stege…' bewahrt Imo Moszkowicz die Erinnerungen an seine Ahlener Kindheit in fünf anrührenden Erzählungen voller Wehmut, Humor und Klugheit. ////////////////////////////////////////////// Imo Moszkowicz (Hrsg.), Iris Nölle-Hornkamp (Hrsg.) 'Schlussklappe' Ein Protokoll von Hoffnung und Verzagen Reihe: Jüdische Schriftsteller in Westfalen 2007, 334 S., kart. ISBN: 978-3-89785-427-7 EUR 28,80 sFr 47,50 In diesem Buch mit dem Titel Schlussklappe dokumentiert Imo Moszkowicz seine gut 25 Jahre währenden intensiven Bemühungen darum, die Film- und Fernsehbranche davon zu überzeugen, dass das Buch von Marga Spiegel Retter in der Nacht unbedingt verfilmt werden sollte. In diesem Buch schildert Marga Spiegel, wie ihre Familie von münsterländischen Bauern in den Jahren 1943 bis 1945 versteckt und so vor der Vernichtung bewahrt wurde. - (.) Und der neueste Stand: Selbst Hollywood hat bereits Interesse an dem Stoff angemeldet. ///////////// siehe www.mentis.de