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Author: Jörg Friedrich

Olaf Müller stellt die These auf, dass eine Entwicklung der Optik auf der Basis von Goethes Sicht auf die Entstehung von Farben aus Finsternis-Strahlen möglich gewesen wäre, was ein Beispiel für Quines These sei, dass es zu jeder Theorie eine Alternative gibt, die dasselbe leistet. Ich diskutiere den Unterschied zwischen Aussagen in Termen der Alltagssprache und denen der physikalischen Theorie als einer Theorie von Messwerten am besonderen Beispiel der speziellen Relativitätstheorie. Im Gegensatz zu Lichtstrahlen sind die von Müller propagierten Finsternis-Strahlen nicht wohldefiniert, so dass sie keinen Eingang in die physikalische Theorie finden können. Sie stellen damit auch kein Beispiel fur Quines These dar, deren Berechtigung im Hinblick auf die Physik bestritten wird.

In: Goethe, Ritter und die Polarität
In: Making Scientific Discoveries
Geschichte und Kontroversen
Polarität: das ist die Idee, dass die Naturphänomene von Gegensätzen beherrscht werden, die einander symmetrisch gegenüberstehen. Diese Idee leitete so verschiedene Forscher wie Goethe und Ritter, den Entdecker des UV-Lichts.
Während derzeit über die richtige Methode in der Grundlagenforschung heftig gestritten wird, lohnt ein Blick in die Vergangenheit. Nicht anders als heute hielten schon um 1800 viele Denker nach tiefen Symmetrien Ausschau – eine Suche, die sie in ihren eigenen Kategorien führten. Was das damals genau bedeutet hat und was sich daraus noch heute lernen lässt, zeigen in diesem Band auf kontroverse Weise Physiker, Philosophen und Wissenschaftshistoriker. Genies von Newton bis Hegel werden in frisches Licht getaucht und etablierte Resultate zum Auge oder zum UV-Licht werden neu beleuchtet.