in Wollen
Welchen und wieviel Wert hat sie?
HerausgeberIn: Kurt Bayertz
Das Thema “menschliche Natur” hat eine lange Tradition in der Geschichte des philosophischen Denkens. Vor allem in Krisenzeiten und an Epochenschwellen stellte sich immer wieder Frage, was der Mensch “eigentlich” ist. Es sollte daher auch nicht überraschen, daß diese Frage auch in der Gegenwart wieder eine zunehmende Aufmerksamkeit findet. Nach langen Jahren eines nur zurückhaltenden Interesses findet die philosophische Anthropologie wieder stärkere Aufmerksamkeit. – Und doch handelt es dabei nicht nur um die Wiederaufnahme eines alten Themas. Die philosophische Beschäftigung mit der menschlichen Natur hat im Zusammenhang mit den Fortschritten der modernen Bio- und Informationstechnologie eine unmittelbar praktische Relevanz bekommen, die sie in dieser Weise niemals zuvor hatte. Durch diese Fortschritte haben nämlich die Möglichkeiten technischer Eingriffe am Menschen eine Dimension erreicht, die nicht mehr nur einzelne seiner Merkmale manipulierbar macht, sondern seine “Natur” selbst. Dies gilt insbesondere im Hinblick auf die nicht mehr vollkommen utopische Idee eines genetischen Umbaus der gesamten Menschheit. Die Frage, die sich vor diesem Hintergrund stellt, ist die nach dem normativen Status der menschlichen Natur. Ist die psycho-physische Gestalt, in der wir den Menschen seit jeder kennen, ein Produkt zufälliger evolutionärer Prozesse und als solche moralisch neutral; oder ist sie intrinsisch wertvoll und daher schützenswert? Die in der Literatur geäußerten Meinungen zu dieser Frage gehen auseinander. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die in der menschlichen Natur lediglich eine Tatsache sehen und keinen Grund erkennen können, weshalb diese Tatsache sakrosankt ein sollte. Unter bestimmten Voraussetzungen, so behaupten die Vertreter dieser Partei, kann es nicht nur legitim sein, die menschliche Natur zu verbessern, es kann sogar moralisch geboten sein. Auf der anderen Seite stößt genau diese Vorstellung einer technischen Rekonstruktion des Menschen auf Empörung und Abscheu. Abgesehen von allen Risiken, die mit einem solchen Herumbasteln verbunden sind, werde der Mensch auf diese Weise auf ein beliebiges “Stück Natur” reduziert; er werde zum totalen Objekt technischen Handelns und seiner Würde beraubt. Der menschlichen Natur müsse daher ein inhärenter Wert zugeschrieben werden, um den unverantwortlichen Plänen der Menschheitsverbesserer eine kategorische Grenze zu setzen. Doch was ist die “menschliche Natur”? Worin besteht sie und wie kann sie angesichts der unübersehbaren individuellen und kulturellen Vielfalt definiert werden? Dies ist die erste Frage, der die Beiträge des vorliegenden Bandes gewidmet sind. Und an sie schließt sich sogleich eine zweite an: Wenn es denn eine menschliche Natur gibt und wenn diese hinlänglich genau umrissen werden kann: Kann oder muß ihr dann ein moralischer Status zugeschrieben werden? Und welcher Art ist dieser Status: Ist er der menschlichen Natur inhärent oder leitet er sich von etwas anderem ab? –
Band 2: Anwendungen. 3. Auflage
HerausgeberInnen: Johann S Ach, Kurt Bayertz und Ludwig Siep
Nicht nur die gegenwärtige Studienreform hat das Bedürfnis nach didaktisch gut aufbereiteten, gleichwohl aber philosophisch gediegenen Einführungen in die verschiedenen Fachgebiete der Philosophie wachsen lassen. Der zweibändige 'Grundkurs Ethik' antwortet auf dieses Bedürfnis. Die Beiträge setzen keine Fachkenntnisse voraus, die Darstellung wird durch zahlreiche Beispiele verdeutlicht. Sie enthalten kommentierte Hinweise auf weiterführende Literatur und ermöglichen es dem Leser, die gewonnenen Einsichten anhand von Kontrollfragen zu überprüfen. Nachdem im ersten Band die Grundlagen und Grundfragen der Ethik behandelt wurden, befaßt sich der zweite Band mit ihren zentralen Anwendungsfeldern. Die 'angewandte Ethik' hat sich in der jüngeren Vergangenheit zu einem stark expandierenden Forschungsgebiet entwickelt. Dem trägt dieser zweite Band Rechnung. Seine Beiträge führen in die wichtigsten Bereiche der angewandten Ethik ein. Dazu gehören: 1. Medizin und Gesundheitswesen; 2. Ökologie und Rechte künftiger Generationen; 3. Politik, Wirtschaft und Menschenrechte; 4. Wissenschafts- und Professionsethik.
Band 1: Grundlagen. 4. Auflage
HerausgeberInnen: Johann S Ach, Kurt Bayertz und Ludwig Siep
Die überaus positive Resonanz, auf die der Grundkurs Ethik seit seinem ersten Erscheinen gestoßen ist, hat nun eine vierte Auflage möglich gemacht, die sich von der ersten grundlegend unterscheidet. Maßgeblich für die Überarbeitung waren die Erfahrungen, die mit dem Buch in der Lehre gemacht wurden. Der vorliegende Grundkurs enthält sechs Teile. Nach einer Vorklärung darüber, was wir unter ›Moral‹ und unter ›Ethik‹ zu verstehen haben, folgen drei propädeutische Beiträge, die erläutern, was moralische Probleme sind, wie wir argumentierend auf sie reagieren können und wie die dabei auftretenden Gesichtspunkte abzuwägen sind. Im Anschluss daran werden die wichtigsten ethischen Theorien dargestellt: die Tugendethik, der Konsequentialismus, die Deontologie und der Kontraktualismus. Es folgen Darstellungen der metaethischen und handlungstheoretischen Grundlagen der Ethik sowie der Beziehungen zu den angrenzenden Normensystemen Recht und Religion. Den Abschluss des Bandes bilden didaktisch nützliche Materialien, die im Selbststudium ebenso wie im Unterricht eingesetzt werden können. Die Beiträge setzen keine Fachkenntnisse voraus und verdeutlichen ihre Darstellung durch zahlreiche Beispiele.