AutorIn: Stephan Schmid

Thomas Aquinas is known for having endorsed the view that in our universe everything strives for a certain purpose. According to him not only rational agents act for the sake of specific ends, but every active substance (like animals and elements) does. It is this claim I reconstruct and discuss in this paper. I argue that it is based on Aquinas’ understanding of causality which is best – or so I suggest – conceived as a dispositional theory of causation. However, Aquinas does not only provide a natural philosophical account of natural teleology. Rather, he substantiates this account by embedding the phenomenon of natural teleology into a monotheistic framework. As I will point out, this move leads to a severe tension in Aquinas’ theory of natural teleology and ultimately threatens to deprive him of his ability to account for the natural substances’ intrinsic teleology.

Thomas von Aquin vertrat die Ansicht, dass in unserem Universum alles einen bestimmten Zweck anstrebt. Nicht nur rationale Akteure seien um eines gewissen Ziels tätig, sondern jede aktive Substanz (wie Lebewesen und Elemente). Hier rekonstruiere und diskutiere ich diese Ansicht. Ich führe aus, dass sie auf Thomas’ Kausalitätsverständnis beruht, das man am besten im Rahmen einer dispositionalen Kausalitätstheorie deuten sollte. Mit Rückgriff auf seinen Monotheismus liefert Thomas neben einer naturphilosophischen Erklärung auch eine theologische Erklärung der Naturteleologie. Wie ich argumentiere, führt diese theologische Einbettung der Naturteleologie zu einer Spannung, welche schließlich die Annahme intrinsischer Teleologie problematisch macht.

in History of Philosophy & Logical Analysis
in Final Causes and Teleological Explanation
in Vermögen und Handlung
in History of Philosophy & Logical Analysis
HerausgeberInnen: Dominik Perler und Stephan Schmid
Den thematischen Schwerpunkt dieses Bandes bilden finale Ursachen und teleologische Erklärungen. Die Artikel verbinden systematische Fragen und historische Perspektiven in einer sehr fruchtbaren Weise. Die systematischen Kernfragen lauten u.a.: Was ist die Relation von teleologischen und kausalen Erklärungen? Wie können wir unserer gemeinsamen Praxis Rechnung tragen, der gemäß wir teleologische Erklärungen sowohl für menschliche als auch für nichtmenschliche Verhaltensweisen verwenden? Ist Teleologie eine biologische Struktur oder ist sie lediglich ein Produkt unserer Art und Weise, die Ereignisse in der Welt begrifflich zu organisieren? Diese aktuellen Fragen werden in historischen Zusammenhängen präsentiert, wobei die Diskussion in diesem Band mit Thomas von Aquin beginnt und dann einen Schwerpunkt in der neuzeitlichen Philosophie hat, vor allem bei Spinoza und Kant. The authors: Marcos G. Breuer, Jasper Doomen, Boris Hennig, Paul Hoffman (†), Dominik Perler, Pauline Phemister, Marianne Schark, Stephan Schmid, Justin Steinberg, Georg Toepfer, Liesbet Vanhaute, Arthur Ward, Markus Wild
in Final Causes and Teleological Explanation
in Final Causes and Teleological Explanation