Freiheit auf Basis von Natur?

Im Alltag verstehen wir uns normalerweise als frei handelnde Personen; zugleich sehen wir uns aber auch als natürliche Wesen an, deren Verhalten prinzipiell einer wissenschaftlichen Erklärung zugänglich ist. Die aktuelle Debatte um menschliche Freiheit hat zum Thema, ob diese Überzeugungen und die entsprechenden Praktiken der Zuschreibung von Verantwortung miteinander verträglich sind. Unter den in diesem Band vertretenen Autoren besteht Einigkeit in der allgemeinen Überzeugung, dass freies Tun und Wollen in besonderer Weise bestimmtes Tun und Wollen ist und dass diese besondere Weise weder mit einer deterministischen noch mit einer indeterministischen Wissenschaft in Widerspruch gerät. Die hier aus verschiedenen philosophischen Disziplinen und Nachbarwissenschaften versammelten Beiträge machen deutlich: Es gibt keinen Anlass, uns angesichts fortschreitender wissenschaftlicher Erfassung des Menschen als unfrei zu verstehen; allerdings gibt es großen Anlass, im Lichte und unter dem Druck dieser Erfassung genauer zu explizieren, was wir unter freiem Handeln und Wollen von Personen verstehen. Hierzu soll dieser Band einen Beitrag leisten.

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