Der programmierte Mensch

Zur Idee und Ethik von Gamification

Reihe: 

AutorIn: Moritz Dittmeyer
ReihenherausgeberInnen: Julian Nida-Rümelin und Ulla Wessels
Gamification, smarte Technologien und eine persistente digitale Erreichbarkeit führen dazu, dass immer mehr Lebensbereiche mit Aspekten von Spielen angereichert werden. Doch was zeichnet das Spiel eigentlich aus? Und ist es überhaupt möglich und ethisch legitim, das ganze Leben in ein Spiel zu verwandeln?
Vor dem Hintergrund einer humanistischen Anthropologie, die dem Menschen zutraut und zugleich zumutet, selbst Autor*in des eigenen Lebens zu sein, wird Gamification als durchaus problematische Manipulationsstrategie beschrieben, die kaum etwas mit dem Spiel zu tun hat und deren Einsatz nur unter bestimmten Bedingungen ethisch legitim ist. Denn, verabschieden wir uns nicht ein Stück weit von unserem Menschsein, wenn wir uns zurücklehnen und unser Leben in die Hände gamifizierter Anwendungen und Systeme legen, die uns durch ihre Spielmechanismen und Algorithmen gewissermaßen darauf programmieren, erwünschte Verhaltensweisen an den Tag zu legen? Schließlich sollten wir als autonome Subjekte in der Lage sein, selbst herauszufinden und umzusetzen, was wir für richtig und erstrebenswert halten.

  *Der Preis beinhaltet keine Versandpauschalen. Preisänderungen vorbehalten.

Moritz Dittmeyer studierte Physik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und wurde dort 2019 mit dieser Arbeit zur Idee und Ethik von Gamification promoviert.