Der programmierte Mensch

Zur Idee und Ethik von Gamification

Reihe: 

Autor:in: Moritz Dittmeyer
Gamification, smarte Technologien und eine persistente digitale Erreichbarkeit führen dazu, dass immer mehr Lebensbereiche mit Aspekten von Spielen angereichert werden. Doch was zeichnet das Spiel eigentlich aus? Und ist es überhaupt möglich und ethisch legitim, das ganze Leben in ein Spiel zu verwandeln?
Vor dem Hintergrund einer humanistischen Anthropologie, die dem Menschen zutraut und zugleich zumutet, selbst Autor*in des eigenen Lebens zu sein, wird Gamification als durchaus problematische Manipulationsstrategie beschrieben, die kaum etwas mit dem Spiel zu tun hat und deren Einsatz nur unter bestimmten Bedingungen ethisch legitim ist. Denn, verabschieden wir uns nicht ein Stück weit von unserem Menschsein, wenn wir uns zurücklehnen und unser Leben in die Hände gamifizierter Anwendungen und Systeme legen, die uns durch ihre Spielmechanismen und Algorithmen gewissermaßen darauf programmieren, erwünschte Verhaltensweisen an den Tag zu legen? Schließlich sollten wir als autonome Subjekte in der Lage sein, selbst herauszufinden und umzusetzen, was wir für richtig und erstrebenswert halten.

Gamification describes to use of game elements in non-game context. Advancing digital technologies allow the implementation of these game aspects in almost every area of life. This work investigates the conceptual relationship between gamification, games and play and addresses the question whether gamification is an ethically permissible influence of human behavior.

  *Der Preis beinhaltet keine Versandpauschalen. Preisänderungen vorbehalten.

Moritz Dittmeyer studierte Physik und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München und wurde dort 2019 mit dieser Arbeit zur Idee und Ethik von Gamification promoviert.